Leistung muss sich wieder lohnen! (?)

13.Januar 2019 in ärgerlich, dramatisch, traurig

Es fällt mir wieder ein: die ÖVP hat im letzten Landtagswahlkampf penetrant oft „Leistung muss sich wieder lohnen!“ plakatiert (oder mir ist es halt sehr oft aufgefallen; wahrscheinlich ist der Slogan aber auch schon in vielen vorherigen Wahlen präsent gewesen).

Und ich hab mir damals schon gedacht, diese Ansage ist zwar 1. populär und 2. „no na“, aber damit ist wohl nicht gemeint, dass Arbeit besser bezahlt wird. Dass zwar der Abstand zwischen denen, die arbeiten und denen, die nicht arbeiten größer werden soll, aber eben nicht zu Gunsten der Arbeitenden, sondern zu Lasten der Nicht-Arbeitenden.

Genau das macht die Regierung, seit sie im Amt ist.

Ich hab in den vergangenen Tagen oft das Wort(ungetüm) „Wohlstandschauvinismus“ gelesen. Ich glaub´, das trifft den Nagel auf den Kopf.

Ich halte diese Entwicklung für schrecklich. Und zwar nicht nur wegen der nicht-Berücksichtigung der Umstände, weshalb jemand „nicht“ arbeitet, also keinen Job hat. Die Absicherung aller, die im Land leben, ist nicht nur ein humanitäres Gebot (und damit ein moralischer Anspruch: der auch!). Es geht letztlich auch um das Klima im Zusammenleben, ja – weil von den Rechten immer so viel davon geredet wird – auch um Sicherheit.

Ein zu viel an Unterschieden in den Lebensmöglichkeiten zerstört die Gesellschaft.

Natürlich: es geht auch anders. In Südafrika hab ich sie gesehen und noch ärger ist´s wohl in Mittelamerika (aber von dort hab ich´s nur gehört/gelesen): die Wohlsiedlungen derer, die es sich leisten können. Wohnen hinter Mauern mit einer eigenen Security, natürlich mit eigenen (Elite-)Schulen, eigener medizinischer Versorgung. Aber Ausfahrten aus den Ghettos nur im (gepanzerten) SUV und so schnell wie möglich wieder zurück in Sicherheit.

Ist das ein Leben, das erstrebenswert ist?

Die, die innerhalb der Mauern sitzen, sind sich ihrer Vorherrschaft sicher. Ihre „Leistung“ (worin immer die besteht) wird deutlich sichtbar belohnt. Und die, die draussen leben, sind „sicher“ selbst schuld: sind faul, haben nichts gelernt, verdienen nichts anderes.

Das europäische Sozialmodell – schwer erkämpft von der Arbeiterbewegung, aber auch der christlichen Sozialbewegung – zielt auf Ausgleich, zumindest auf das Verhindern der schlimmsten Armut. Das kostet Geld – und zwar Geld der Leistenden. Aber damit erreichen wir ein offenes Leben in diesem Land. Ja: dass jeder Mann und vor allem jede Frau auch am Abend auf die Straße gehen kann und keine Angst haben muss, zumindest der Geldbörse verlustig zu gehen.

Dieses soziale Netz ist natürlich nicht eine Form der Versicherung. Sonst bräuchte es ja keine staatliche Organisation der Sozialhilfe, sondern könnte sich jedeR selbst versichern. Das können aber die nicht, die nichts verdienen.

Die Mehrheit hingegen sind die „Leistenden“. Und man kann sie polemisch mobilisieren, nicht mehr so viel für die Schmarotzer zahlen zu müssen. Das funktioniert leider offenbar immer wieder. Abgesehen von den paar Euros, die diesen Leistenden am Ende des Monats bleiben, haben sie das Gefühl, mehr wert zu sein. Toll. Auf der Strecke bleibt der gesellschaftliche Zusammenhalt – und letztlich die Sicherheit.

Ich will keine Bettler auf den Straßen sehen. Und ich will nicht, dass Menschen sich ihre Gesundheit nicht leisten können (sei das eine gesunde Wohnung oder die Behandlung beim Arzt). Ich will das nicht, auch wenn diese Menschen an ihrem Schicksal 100 Mal selbst Schuld tragen (was in den allermeisten Fällen eh nicht stimmt).

(Auch) dafür zahle ich Steuern: dass ich die Gewissheit habe, dass in meinem Land niemand echte Armut leiden muss. (Auch nicht, wenn er drogenabhängig ist / auch nicht, wenn er kriminell ist / auch nicht, wenn er nicht arbeiten will).

Rechte Politik setzt immer wieder auf die Mehrheit auf Kosten einer Minderheit. In welcher Konstellation immer (gegen Juden, gegen Menschen mit anderer Hautfarbe, gegen Moslems, gegen Arme, gegen Flüchtlinge und so – unendlich – weiter). So auch die rechte Regierung in Österreich. Mit der Mindestsicherung verlieren nicht nur Menschen, die in Österreich einen Aufenthaltstitel haben, ihre Lebensgrundlage. Zum Beispiel verlieren auch Menschen den Anspruch auf diese letzte Masche des sozialen Netzes, die aus dem Gefängnis entlassen werden. (Das muss man sich vorstellen: wie werden die wohl ihren Lebensunterhalt bestreiten – müssen?).

Soziale Ungleichheit ist ein Grundübel und Grund für Kriege und Gewalt – global und im Kleinen.

Die Ungleichheit zu vergrößern und sich dafür den Applaus der Mehrheit zu holen, ist moralisch, sozial und politisch verwerflich. Ich hätte nicht geglaubt, dass sich das in diesem Österreich noch einmal rechnet.

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Ein gutes Neues Jahr!

31.Dezember 2018 in persönlich

Alles Gute uns allen im Neuen Jahr!

Ich weiß schon: der Pessimismus ist allgegenwärtig. Auf der politischen Ebene sowieso. Aber auch insgesamt. Es ist insgesamt so ein Gefühl des umsichgreifenden Total-Egoismus, der einem Angst macht.

Heute hat die seit Jahren pensionierte Kellnerin im Stammlokal, die jetzt nur noch hie und da aushilft, geklagt, dass die Leute „unpackbar“ anmaßend seinen. „In dem Klima hätte ich keine 50 Jahre im Wirtshaus ausgehalten“, sagt sie.

Was braucht es, um wieder mehr Gefühl für die Umgebung, die Nachbarn, die Gemeinschaft zu bekommen?

Ist es das Handy / das Facebook / „die Zeit“, die das Menschliche in uns verschwinden lässt?

Aber wo ein Trend, entsteht auch Gegenläufiges.

Wollen wir für das beginnende Jahr hoffen (und unseren Teil dazu beitragen!), dass es wieder Grund zu Hofnung gibt; dass wir die Stimmung ein Stück weit drehen können; dass wieder mehr darüber nachgedacht wird, was für uns alle – gemeinsam – und für die Zukunft gut und wichtig ist. Und nicht, wie jedeR alleine – und sei es auch auf Kosten der anderen – am schnellsten ans Ziel kommt.

Hoffen wir, dass uns das Neue Jahr positiv überrascht!

In dem Sinn also mit Optimismus in´s Neue Jahr!

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Schöne Weihnachten Euch allen!

23.Dezember 2018 in persönlich

Ich stell ein Foto in den Weihnachts-Blog-Eintrag ohne Tanne oder Weihnachtsmann. Es sind Räder am Rad der Demo am 15. Dezember in Wien.

Und ganz bewusst mit diesem Bild wünsch ich Euch / Ihnen allen ein wunderschönes Weihnachtsfest im Kreise Eurer Familien und/oder Freunde und einen positiven Ausblick ins kommende Jahr.

Obwohl, gerade der Optimismus ist so eine Sache: ich fürchte, wir müssen etwas dazu tun, dass der Ausblick in die Zukunft Hoffnung verspricht. Ich will jetzt knapp vor Weihnachten nicht alles in Erinnerung rufen, was genügend Grund zu Pessimismus, ja fast schon Verzeiflung ist. Aber das gemeinsame Auftreten mit vielen anderen, denen es genauso geht, hilft sehr!

Ich hoffe, dass es uns gelingen möge, gemeinsam die dunkeln Wolken zu vertreiben, die unseren Horizont verdunkeln…

P.S.: ein kleines Weihnachtsgeschenk an die RadfahrerInnen in Mödling gibt es – die neue Radabstellanlage beim Bahnhof.

Die Beleuchtung wird nach Weihnachten installiert.

 

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Resolutionen im Gemeinderat zu Geflüchteten: zum Schämen!

15.Dezember 2018 in heikel, interessant, wichtig !!!

Beim Gemeinderat am 14. Dezember kamen 3 Resolutionen zur Abstimmung, die Geflüchete zum Gegenstand hatten:

1. eine gemeinsame Resolution von ÖVP, SPÖ und uns GRÜNEN zur Frage des Aufenthalts von Lehrlingen, deren Asylansuchen abgelehnt wurde.

Es gibt ja eine relativ breite Bewegung, die sich dafür einsetzt, Lehrlinge in Mangelberufen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, trotzdem einen Aufenthalt zu bewilligen: das wäre eine win-win-Situation, sowohl für die jungen Menschen, die sich offenbar entschlossen haben, sich zu integrieren, die Spreche zu lernen und eine Ausbildung zu durchlaufen; aber auch für die UnternehmerInnen, die für verschiedene Aufgaben Lehrlinge suchen, für die keine / zu wenig ÖsterreicherInnen zur Verfügung stehen.

In der Resolution wird vorgeschlagen, Personen ohne Asylstatus, die eine Lehre absolvieren, einen humanitären Aufenthaltstitel zu erteilen.

Darüber hinaus sollte ein weiterer Aufenthaltstitel „Lehrausbildung“ zur Erlangung einer Aufenthaltserlaubnis geschaffen werden.

Über die Formulierungen in diesem Antrag war im Vorfeld lange diskutiert worden, bis wir eine gemeinsame Formulierung gefunden haben, die vernünftig und sachlich ist, und in der Situation eine sinnvolle Perspektive aufzeigt.

Die Resolution wurde mit lediglich 4 Gegenstimmen (FPÖ) angenommen.

2. eine Resolution der SPÖ zur Lehre für Asylwerbende in Mangelberufen

Die Resolution fordert eine Lösung, die ermöglicht, dass AsylwerberInnen nach – negativem – Abschluss des Asylverfahrens nicht von ihrem Ausbildungsplatz abgeholt und abgeschoben werden, sondern die Lehre zu Ende führen dürfen.

Der Unterschied zur Resolution 1 ist aus meiner Sicht lediglich, dass in der Erläuterung der Resolution formuliert ist, dass Lehrlinge auch während des Asylverfahrens eine Lehre beginnen können sollten. (Das ist momentan praktisch nicht möglich, obwohl der EuGH für Menschen, deren Asylverfahren schon länger als 9 Monate dauert, den freien Zugang zum Arbeitsmarkt möglich macht).

Die FPÖ hat in der Diskussion natürlich wieder die NGOs angegriffen, die für die langen Asylverfahren verantwortlich seien. (Rechtsstaat und Berufungsmöglichkeiten sind da egal: das „gesunde Volksempfinden“ würde die Verfahren sicher verkürzen…).

Diese Resolution wurde von FPÖ und ÖVP abgelehnt und fand somit keine Mehrheit (wir GRÜNE stimmten zu).

3. eine Resolution der FPÖ „Nein zu Kriminellen in St. Gabriel“, die sich gegen die Unterbringung von straffälligen Asylwerbern in Ballungszentren, insbesondere in St. Gabriel ausspricht.

Zu dieser Resolution hat es eine lange Diskussion gegeben.

SPÖ und GRÜNE haben argumentiert, dass Menschen, auch wenn sie Straftaten begehen, gleich zu behandeln sind; dass ein Freiheitsentzug nur von dem Gericht veranlasst werden darf; dass ansonsten „auffällige“ Jugendliche in speziellen Betreuungseinrichtungen zu betreuen sind, wie etwa auch im Sozialtherapeutischen Betreuungszentrum in der Hinterbrühl – oder jetzt eben auch in St. Gabriel. Es wurde auch auf die „Drogenstation“ des Anton Proksch-Instituts in der Vorderbrühl verwiesen, vor dessen Errichtung es in Mödling vor 40 Jahren ähnliche – unappetitliche – Diskussionen mit entsprechender Dämonisierung der dort Betreuten gab (das waren freilich keine Ausländer oder gar Flüchtlinge).

Es geht auch überhaupt nicht darum, Verfehlungen von wem immer – auch nicht von Geflüchteten – zu verharmlosen.

Aber es ist fragwürdig, gerade Themen von Kriminalität „spontan“  auf die öffentliche Bühne zu holen und zum Gegenstand von politischen Auseinandersetzungen zu machen: es war in Österreich gute Tradition, in solchen Fragen ruhig und besonnen nach Lösungen zu suchen, und eben nicht, die Volksseele anzustacheln (das galt bisher für alle Fälle von insbesonders Gewaltverbrechen).

FPÖ (und in ihrem Schlepptau leider auch die ÖVP) nutzen aber jede Gelegenheit, für Ausländer und insbesondere Geflüchtete „Sonderbehandlungen“ zu fordern und auch umzusetzen, zB mit Ausgangssperren (in Drasenhofen auch mit Stacheldraht um die Unterkunft). Oder auch mit der Forderung, die Einrichtungen „irgendwo anders“ hinzuverlegen – wo die FPÖ mit Sicherheit die gleiche Kampagne lostreten und den selben Radau veranstalten würde, wie jetzt hier bei uns. Denn der FPÖ geht es nicht um Lösung von Problemen (oder den angeblich so wichtigen Schutz der Bevölkerung), sondern darum, immer wieder Ressentiments zu schüren und die Diskussion um AusländerInnen, insbesondere Geflüchtete am Laufen zu halten. Denn das ist ihre (der FPÖ) einzige Daseinsberechtigung: das – zum Glück heute noch – verbale Hinhauen auf Schwächere. (Und wären es nicht straffällige unbetreute Jugendiche aus Afghanistan, dann würden sie schon andere finden, gegen die man Misstrauen und Angst säen kann).

Argumentiert wurde die Zustimmung durch die ÖVP, dass der Bezirk Mödling der reichste nach der Inneren Stadt in Wien sei und es nicht zumutbar sei, hier Jugendliche mit besonderem Betreuungsbedarf unterzubringen (das wurde wirklich genau so gesagt!).

Diese Resolution wurde mit den Stimmen von FPÖ, aber leider auch der ÖVP angenommen.

Ich finde das traurig. Erstens, weil ich nicht glauben will, dass diese große, „christliche“ Volkspartei sich in rechte Agitation und Polemik einspannen lässt, aber auch, weil ich gehofft hatte, dass die ÖVP in Mödling zumindest ein bisschen auf die Sichten ihres Koalitionspartners – nämlich uns GRÜNEN – Rücksicht nimmt. Die Zustimmung zu dem Antrag der FPÖ macht mich in dieser Hinsicht nachdenklich, zumal in einem Jahr die Gemeinderatswahl ansteht und es wieder darum gehen wird, mit wem die ÖVP in Zukunft regieren wird. Sollte wir gestern eine erste Entscheidung zu schwarz-blau erlebt haben?

Für uns GRÜNE ist die Haltung zu Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit jedenfalls unverzichtbar für eine konstruktive politische Zusammenarbeit.

Übrigens: ab sofort findet jeden Sonntag um 17.00h eine Kundgebung für Zusammenhalt und Menschlichkeit vor der Kirche St. Gabriel statt. Wir werden dort sein.

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Baustellen in Mödling: für heuer (fast) fertig (1)

25.November 2018 in erfreulich, konkret

Der Versickerungsgraben nimmt das Oberflächenwasser von rd. 35 Parkplätzen auf.

Seit kurzem ist die neue P&R-Anlage entlang der Tamussinostraße so gut wie fertig: die Parkplätze sind fertig gestellt, der Geh-/Radweg zwischen Parkplätzen und Bahn ist fertig, die Verbindungsbrücke zwischen Parkplatz und Bahnhofsplatz ist fertig, die Beleuchtung funktioniert. Nur die Bäume fehlen noch, weshalb das ganze kahler aussieht, als es dann im Endausbau sein wird (es werden insgesamt 29 Bäume besetzt).

Am südlichen Rand des Bahnhofsplates, gleich neben der verbreiterten Verbindungsbrücke zum Parkplatz werden in den nächsten Wochen überdachte Doppelstockradständer errichtet.

Auch auf dieser, jetzt freien Fläche kommen weitere Doppelstockradständer.

Die Fläche für die neuen Radständer sind schon vorbereiet.

Die verbreiterte Verbindungsbrücke zwischen Bahnhof und Parkplatz ist nun auch direkt an den neuen Geh-/Radweg angebunden.

Die ganze P&R-Anlage – und damit auch der neue Geh-/Radweg – sind mit modernen LED-Leuchten versorgt.

Die Ein- und Ausfahrt für die P&R-Anlage wurde ca. 50m nach Süden versetzt und die unübersichtliche bisherige Ein-/Ausfahrt direkt beim Stadtverkehrsmuseum ersetzt.

In einem großen Bereich der neuen Parkplätze sorgen Rasengittersteine für die Versickerung der Oberflächenwässer.

Am südlichen Ende der P&R-Anlage wird es – wie schon bisher – eine Ausfahrt in Richtung Schillerstraße geben. Zusätzlich wird der Geh-/Radweg zur Schillerstraße und in weiterer Folge in Richtung zur Goethegasse geführt.

An der Querung des Radwegs über die Schillerstraße in die Goethegasse wird noch gearbeitet.

Zum Vergleich ein paar Bilder zum Zustand der P&R-Anlage vor deren Umbau:

Unbefestigt (d.h. bei Wind sehr staubig) und nur provisorisch beleuchtet…

Die Parkplätze waren auch nicht markiert, weshalb die Kapazität meist nicht ausgenutzt werden konnte.

Hier die alte Ausfahrt: die Sicht insbesondere in Richtung Bahnhofsplatz war schon sehr schlecht (auch, wenn man sich schon daran gewöhnt hatte).

Und das war die alte Verbindungsbrücke…

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Stephan Schulmeister am GRÜNEN Montag

15.November 2018 in herausfordernd, interessant

Vergangenen Montag war in der Bühne Mayer volles Haus 🙂

Zu Gast beim GRÜNEN Montag war Stephan Schulmeister, Ökonom, jahrzehntelang beim WIFO und Autor zahlreicher Bücher. Sein jüngstes Buch „Der Weg zur Prosperität“ ist erst kürzlich erschienen.

Schulmeister setzt sich – wie nicht anders zu erwarten – auch in diesem Buch grundsätzlich mit dem Neoliberalismus (und seinen Gründern / Proponenten) auseinander. Aber er lehnt nicht den Kapitalismus als ganzen ab, sondern „nur“ seine Spielart, den Finanzkapitalismus. Sein Bezugsrahmen ist die Hochblüte des Realkapitalismus in den ersten Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg, als die Wechselkurse jedenfalls und – damit – auch die meisten Rohstoffpreise fixiert waren: da gab es nichts zu Spekulieren. Mit Kapital zu gewinnen war nur für diejenigen, die in die Realwirtschaft investiert haben. Und davon haben alle etwas gehabt: Unternehmer- und ArbeitnehmerInnen. Heute hingegen kann man mit Spekulationen deutlich mehr – und schneller – gewinnen als mit Realinvestitionen. Dadurch „verhungert“ die Realwirtschaft. Gewinner sind die Spekulanten, die das Metier beherrschen (die „Hirten“), während die Amateure (die „Schafe“) geschoren werden. Die ArbeitnehmerInnen haben so oder so nichts davon – oder, im schlimmsten Fall, das Nachsehen, wenn ihre Pensionen auf Anlagen in Pensionsfonds angewiesen sind.

Für mich aber der interessanteste Teil seines Buchs ist der zweite Teil, wo er schon fast philosophisch um die Grundlagen des Wirtschaftens und des Zusammenlebens schlechthin geht: um den Ausgleich von Gegensätzen, um die evolutionäre Entwicklung der Gesellschaft – am wichtigesten dabei aber: um das Primat der Politik.

In den vergangenen Jahrzehnten haben „die Märkte“ das Sagen, und das ist eine mehr als beunruhigende Entwicklung…

Stephan Schulmeister, „Der Weg zur Prosperität“, ECOwin-Verlag, Wals bei Salzburg, €28,-

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Gedenkwoche 2018 in Mödling

11.November 2018 in gestern & heute, interessant

In den Tagen vor dem 9. November gab es in Mödling eine Reihe von Veranstaltungen, mit denen aus Anlass der 80-jähigen Wiederkehr des Novemberpogroms der Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung gedacht wurde.

Am 9. November selbst gab es eine Mahnwache vor dem Denkmal für die zerstörte Synagoge mit einer großen Zahl von TeilnehmerInnen, unter anderen auch eine Gruppe von Jugendlichen der evangelischen Pfarrgemeinde.

Kranzniederlegung bei der Mahnwache am Abend des 9. Novembers am Denkmal der Synagoge (mit StR Stephan Schimanowa, Ruth Fuchs, BM Hans Stefan Hintner, LAbg. Hannes Wenninger, BM a.D. Werner Burg und GR.in Eva Maier; c Willy Kraus)

Nach der Mahnwache fand der Festakt für die Gedenkwoche im Stadttheater statt.

Vor dem Festakt mit GR Markus Wildeis, BM Hans Stefan Hintner, Intendant Bruno Max, Chris Demateé und StR Stephan Schimanowa (c Willy Kraus)

Beim Festakt haben GR.in Silvia Drechsler, StR Stephan Schimanova, ich selbst und zuletzt BM Hans Stefan Hintner gespochen.

Hier meine Rede beim Festakt:

Die Befassung und Aufarbeitung mit der NS-Gewaltherrschaft in Österreich und deren Folgen waren lange geprägt von Beschönigen / Ausflüchten / Verdrängungen.
Abgesehen vom privaten / familiären Bereich (die Auseinandersetzungen über die Rolle der Väter während der NS-Zeit haben eine ganze Generation geprägt).
Im öffentlichen Diskurs ist die kritische Beschäftigung mit der Nazi-Herrschaft erst Mitte der 80er-Jahre angekommen: anlässlich der BP-Wahl von Kurt Waldheim 1986. Es dauerte dann noch bis zum 8.7.1991, als BK Vranitzky im NR seine berühmte Rede gegen die Opferthese hielt. 1993 wiederholte er das Bekenntnis zur Mitschuld Österreichs an der Shoa in Jerusalem in einer Rede an der Uni und im Nov. 1994 dann auch BP Klestil vor der Knesset mit der Bitte um Vergebung.
Seither ist die Rolle Österreichs und der ÖsterreicherInnen an den Nazi-Verbrechen in der politischen Kultur des Landes unbestritten.
In unserer Stadt war es auch lange still beim Thema Nazis in Mödling. Die Synagoge wurde immer mehr überwuchert und nur Eingeweihte und bes. Interessierte wussten, was sich hinter dem Efeu verbarg.
Auslöser der lokalen Diskussion war wohl die Herausgabe des Buchs „ausgelöscht“ von Franz Rinner+Roland Burger+Franz Strobl 1988, die die bedeutende Rolle der jüdischen Gemeinde in Mödling beschrieben.
Während die Reste der Synagoge 1987 abgetragen worden waren, wurde in der Nacht vom 9. zum 10. November 1988 = 50 Jahre nach der Pogromnacht (meines Wissens nach) zum ersten Mal eine Mahnwache am Grund der ehem. Synagoge angehalten, wobei einige (u.a. Pfarrer Müller) die ganze Nacht ausharrten.
Anlässlich der 1.100-Jahr-Feier der Stadt wurde endlich ein würdiges Denkmal zur Erinnerung an die Syngoge enthüllt – unter der Anwesenheit von rd. 40 vertriebenen MödlingerInnen und Ihren engsten Angehörigen, die von der Stadt zum Besuch ihrer alten Heimat eingeladen wurden. Das Denkmal steht natürlich für das jüdische Leben in der Stadt – egal, ob die Opfer nun selbst die Synagoge genutzt haben oder nicht. (Aber das hat ja auch die Nazis-Mörder nicht interessiert, ob ihre Opfer sich dem Judentum verbunden fühlten oder nicht).
Nach diesem „Reunions“-Treffen fanden sich einige der OrganisatorInnen weiter zusammen, um nun auch ganz konkret das Schicksal der Opfer zu recherchieren und 2006 wurden die ersten Stolpersteine für Mordopfer an ihren letzten Wohnstätten in Mödling gelegt, denen bis heute weiter folgten: 32 sind es bis dato.
Und seit dem 4. 11. gibt es nun diese eindrucksvolle Gedenkwoche im Stadttheater.
Wer immer sich und in welcher Form immer mit der Zeit und den Folgen der NS-Herrschaft beschäftigt hat, ist unweigerlich emotional gefangen. JedeR auf seine Art: mit der quälenden Frage, wie man selbst sich verhalten hätte, ob man den Bedrängten geholfen hätte, ob man selbst gegen die Phrasen und die Versprechungen immun gewesen wäre… Oder einfach deprimiert zu sein / verwirrt, sich zu schämen. (Weil wir ja nicht vom Mittelalter reden, sondern von der Stadt, die wir lieben und wo wir jeden Winkel zu kennen glauben und die im Großen und Ganzen die selbe ist wie vor 80 Jahren).
Aber fast alle haben gemeint, dass man sich mit einer historischen Entwicklung beschäftigt (die vielfältig nachwirkt…).
Kaum jemand kam in den letzten Jahren und Jahrzehnten auf die Idee, dass wir wieder gefordert werden könnten, ein Zusammenleben ohne Hass und ohne Ausgrenzung von vermeintlichen „Feinden“ verteidigen zu müssen…
Aber auch deshalb ist dieses großartige Projekt des Stadtheaters so wichtig, mit dem sich die Stadt nicht nur deutlich ihrer Geschichte stellt – und das in einer vorbildlichen Art und Weise, sondern in der täglichen Diskussion auch ein deutliches Signal setzt.
Ich habe es übernommen, für die Veranstaltung im Namen der Stadt zu danken:
  • Bruno Max und Mitgliedern seines Ensemble, die recherchiert und gelesen haben; das Stadttheater wird immer mehr zu mehr als nur einem Theater für unsere Stadt, sondern zu einem geistigen Zentrum und zu einer Institution zur Identifikation mit der Stadt und ihrer Geschichte (wie auch schon mit der Inszenierung von „Wien 24 – ein Abend der Erinnerung“ 2008 und der Aufarbeitung der Geschichte des Luftschutzbunkers 2010 „Maikäfer flieg“).
  • Ich danke den OrganisatorInnen der Ausstellung hier, die die Gedenkwoche optisch begleitet: Jörg Zaunbauer, Chris Demateé, Rainer Voltmann, Josef und Deniz Hasenöhrl, Walter Ulreich
  • Ich danke Stephan Schimanova, der nicht nur über sein Ressort die Gedenkwoche mit-organisiert und unterstützt, sondern selbst auch Beiträge geliefert hat
  • Und ich bedanke mich – explizit – bei unserem BM Hans Stefan Hintner, ohne den es weder das Stadttheater in Mödling gäbe, noch einen Intendanten Bruno Max und der für das Klima in Mödling steht, in dem eine beeindruckende Veranstaltung wie die Gedenkwoche möglich war und ist.

Nach den Ansprachen fand das Konzert statt, bei dem Rupert Bergmann (Bassbariton) und Christoph Traxler am Klavier Werke von Ernst Krenek, Ursula Erhart-Schwertmann, Arnold Schönberg und Viktor Ullmann zur Aufführung brachten.

Die Woche vor diesem Festakt brachte eine Abfolge von sehr bewegenden und wichtigen Veranstaltungen zur Erinnerung und Auseinandersetzung mit der Zeit der NS-Gewaltherrschaft.

Bereits Ende Oktober wurde auf Initiative der ARGE Chance mit Beteiligung von vielen Freiwilligen der Mödlinger jüdische Friedhof gereinigt und wieder besser zugänglich gemacht.

Zum Abschluss des Projekts am Jüdischen Friedhof hat die Wiener Historikerin Mag.a Tina Walzer bei einem Vortrag im Festsaal des Museums der Stadt Mödling einen Ein- und Überblick über jüdische Bestattungsrituale und jüdische Friedhofsarchitektur erläutert.

 

Musikalisch wurde der Vortrag von Christian Höller begleitet.

Mödlinger GRÜNE und Freunde der GRÜNEN haben in den Tagen vor dem 9. November alle in Mödling liegenden Stolpersteine geputzt.

Zeitgleich mit den vielen Veranstaltungen war eine Sondernummer der Kulturzeitschrift „medilihha“ erschienen, die sich dem Leben der Juden in Mödling widmete.

Insgesamt glaube ich, dass die Stadt auf vielen Ebenen das Gedenken an die Ereignisse vor 80 Jahren sehr umsichtig und würdig und eindrucksvoll gestaltet hat.

Nichts kann ungeschehen gemacht werden und es kann keine Entschuldigung geben.

Aber wir sind heute verpflichtet, die Erinnerung an das Unrecht aufrecht zu erhalten, das im Namen der Interessen eines deutschen Volkes an den Menschen im damaligen deutschen Reich verübt wurde: durch den Völkermord, durch brutale Repression, aber nicht zuletzt auch durch die Entfesselung des Krieges.

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Autofreier Tag & Wetterunbill: wie weiter?

23.September 2018 in ärgerlich, persönlich, vermischt

Der Infostand von „OpenDoor Mödling“, einem tollen Projekt, im Rahmen dessen viele Winkel der Stadt für einen Tag öffentlich zugänglich gemacht werden. Im Hintergrund die Fahrradtaxis, die man für die Fahrt zu diesen Plätzen nutzen konnte.

Am Samstag, den 22. September war – wieder – AutofreierTag. Nicht nur in Mödling, sondern europaweit.

Wir in Mödling hatten wieder ein breites Programm zusammen gestellt: viel Information über die wichtigsten (Verkehrs-)Planungsvorhaben verbunden mit Musik, einem bunten Mix an Verkaufsständen, spannende Attraktionen für Kinder und Jugendliche – und natürlich die mit 200m längste Frühstückstafel, die von Mödlinger GastronomInnen „versorgt“ werden sollte.

Sollte.

Denn während am Freitag, am Tag davor, ungetrübt blauer Himmel und Temperaturen wie – früher – im Hochsommer die SonnenanbeterInnen erfreuten, habe ich als Verantwortlicher das Fest zum Autofreien Tag abgesagt. Denn alle verfügbaren Wetterberichte sagten für die kommende Nacht einen „dramatischen“ Wetterumsturz voraus und viele der an dem Straßenfest Beteiligten ersuchten um eine frühzeitige Entscheidung – also am Freitag vormittags.

Es hat dann tatsächlich geregnet – bis ca. 8 Uhr. Der Aufbau in der Hauptstraße hätte um 7 Uhr beginnen sollen. Also hätte ich auch noch am Samstag um 7 Uhr für Absage entschieden.

Tatsächlich war es dann den restlichen Tag über trocken, zwar ziemlich kühl und windig, aber das Fest wäre wahrscheinlich machbar gewesen. Allerdings nicht sehr gemütlich…

Übrig geblieben vom Autofreien Tag sind nur die FAXIs, die Fahrradtaxis, die InteressentInnen zu den Orten des OpenDoor-Projekts geführt haben. (Immerhin).

Ich werde in den nächsten Tagen und Wochen mit allen, denen dieses Mobilitätsfest ein Anliegen ist, darüber diskutieren, wie wir in Zukunft vorgehen sollen: wollen wir einen Ersatztermin für Schlechtwetter vorsehen (mit dem Risiko, dann aus der europaweiten Koordination herauszufallen)? Oder wollen wir Aktionen setzen, die – abseits des Fests – die Mobilität im Umweltverbund propagieren können? Eine Woche Busse zum Nulltarif, zum Beispiel?

Schreiben Sie mir Ihre Ideen! Ich werde sie gern in die Überlegungen miteinbeziehen.

 

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Flohmarkt der FAIRteiler: wieder ein mega-Erfolg

15.September 2018 in erfreulich, konkret, persönlich

Heute, am 15. September haben Elisabeth Engel und ihre FreundInnen wie jedes Jahr ihren Charity-Flohmarkt am Mödlinger Schrannenplatz veranstaltet. Alle angebotenen Gegenstände und Kleidungsstücke wurden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ergebnis = €3.319,-

Der gespendete Betrag kommt dem Projekt OMO CHILDREN Ethiopia zu Gute, einem Kinderprojekt in einer besonders armen Region in Äthiopien.

Danke Elisabeth und allen, die mitgeholfen und die gespendet haben (Waren, aber auch Geld).

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Zukunftsforum 2018: diskutieren Sie mit uns!

11.September 2018 in GRÜN, herausfordernd, interessant

In den nächsten Wochen laden wir Mödlinger GRÜNE zu 3 Nachmittagen/Abenden mit Diskussionen darüber ein, wie sich unsere Stadt längerfristig entwicklen soll und kann.

Wir haben 3 Themenbereiche ausgewählt, von denen wir zu wissen glauben, dass sie für die Menschen in Mödling besondere Bedeutung haben: Mobilität, Leben in der Stadt und Kindsein.

Am Freitag, 14. September beginnen wir – um 16.00h in der redbox, Eisentorgasse 5 – mit „Mobil sein in Mödling“.
DI Andrea Weninger, Verkehrsplanerin im Büro Rosinak in Wien wird uns einen Impulsvortrag halten.
Und danach wollen wir in 3 Diskussionsrunden darüber reden, wie Mobilität in einer Kleinstadt am Rand der Metropole längerfristig aussehen, aber auch gestaltet werden kann.
Wobei wir einerseits die Perspektive in den Fokus stellen und uns nicht – nur – mit ganz akuten Problemstellungen in Mödling befassen wollen und andererseits auch besprechen wollen, wie man Menschen für Vorhaben im Bereich Mobilität gewinnen kann.

Als Abschluss laden wir zu einem kleinen Buffet und zu einer Performance von Mitgliedern des Mödlinger Stadttheaters, die sich zum Begriff „Mobilität“ auch ihre Gedanken gemacht haben…

Ich hoffe, dass wir den Rahmen gut gewählt haben und Platz für produktive und konstruktive Diskussionen ist.


Der nächste Termin ist 14 Tage darauf wieder an einem Freitag, 29. September, wieder um 16.00h mit dem Thema „Mödling (be)leben“.

Da geht´s um die Funkion des Handels als Element des gesellschaftlichen Lebens in der Kleinstadt – und vielleicht auch noch um andere Rahmenbedingungen, die das Wohlfühlen ausmachen.

Ort ist am 29.9. das RAIKA-Forum in der Hauptstraße 27 – 29.

Impulsvortrag wird Erich Fasching halten, ein erfahrener Stadtmarketing-Fachmann.


Die dritte Veranstaltung im Rahmen des Zukunftsforums 2018 ist „Kind sein in Mödling“ am Freitag, 19. Oktober ab 16.00h.

Die key-note zu diesem Thema kommt von Renate Kraft, die viel Erfahrung im Rahmen der Jugendbetreuung in Wien mitbringt.

Ort ist der Haßlinger-Saal in der Haßlingerstraße 3.

Als Abschluss des Nachmittags/Abends erwartet Sie – neben dem Buffet – auch ein Auftritt des Mödlinger Puppentheaters.


Schauen Sie doch einfach bei dem einen oder anderen Thema vorbei. Wir freuen uns über interessante und spannende Diskussionen.

Eine Anmeldung unter moedling@gruene.at wäre nett wegen der Bestuhlung und der Dimensionierung des Buffets, ist abe rnicht unbedingt erforderlich.

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