Sichere Durchfahrt unter der Südbahn - wirklich dringend nötig!

4.Dezember 2012 in wichtig !!!

An einem kalten Ende-November-Tag standen Vize Robert Weber (Guntramsdorf) und ich für eine Foto vor dem Tunnel "Modell"

An einem kalten Ende-November-Tag standen Vize Robert Weber (Guntramsdorf) und ich für ein Foto vor dem Tunnel "Modell" c Foschum

Die Problematik besteht, seit es Autos und Fahrräder gibt: der Tunnel unter der Südbahn im Zug der Guntramsdorfer Viaduktstraße. Der Tunnel liegt in einem langgezogenen „S“, alles in allem gut 150m, die für Fußgänger- und RadfahrerInnen ein reiner Alptraum sind. Jedem, der diesen Straßenabschnitt kennt, muss klar sein, dass dieser Zustand so nicht tragbar ist. Aber passiert ist bis heute trotzdem nichts.

Vor einigen Jahren gab es bekanntlich den Plan, das Mödlinger Krankenhaus in diesem Teil der Stadt zu errichten; dadurch schien sich eine Lösung für eine Bahnstation „Mödling-Süd“ zu ergeben, was auch eine Lösung für die sichere Durchfahrt unter dem Bahndamm ermöglicht hätte. Aber das ist nun auch schon wieder ein paar Jahre her.

Seither ist nichts besser geworden. Im Gegenteil: mittlerweile führt auch der „Weingartenradweg“, eine feine Radroute für Familien durch diesen Tunnel!

Ich hab vor gut einem Jahr die Verantwortlichen von Guntramsdorf und auch des Landes und der ÖBB das erste Mal an einen Tisch gebracht. Als erstes wurde die Möglichkeit eines Parallel-Tunnels geprüft, und zwar diesmal bis ins Detail. Das (schlechte) Ergebnis: die Kosten sind exorbitant – jedenfalls weit über €1 Mio! (Grund: die Bahnstrecke darf von den Bauarbeiten nicht im geringsten beeinträchtigt werden; das kostet schon für die Vorbereitung des Tunnelbaus ein enormes Geld).

Damit war klar: es wird eine Lösung geben müssen, bei der sich Fußgänger-, Radfahrer- und AutofahrerInnen die bestehende Fahrbahn teilen müssen. Wie das konkret aussehen könnte, darüber müssen wir uns noch sehr intensiv unterhalten. Vereinbart wurde aber, erst einmal eine detaillierte Verkehrszählung durchzuführen. Und die ist vom 5. bis 11. November 2012 gelaufen.

Hier die wichtigsten – und beängstigenden – Ergebnisse:

  • Insgesamt wurden 53.844 motorisierte Fahrzeuge in beide Fahrtrichtungen gemessen – Schwerpunkt in Richtung Mödling am Vormittag, in Richtung Guntramsdorf am Nachmittag.
  • Der Anteil der LKWs war it rd. 4% relativ gering.

Aberwitzig ist aber die gemessene Geschwindigkeit:

  • Insgesamt haben 99,2% die maximale Höchstgeschwindigkeit von 30km/h überschritten!
  • Maximal wurden 100km/h gemessen!
  • Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 52km/h!

Diese Zahlen unterstreichen deutlich die Dringlichkeit einer Lösung! Die Situation auf diesem Strassenabschnitt ist völlig unübersichtlich – und die AutofahrerInnen fahren, was das Zeug hält. Praktisch niemand hält sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Und dieser Abschnitt ist die einzige Möglichkeit, mit dem Fahrrad von Guntramsdorf in die Bezirkshauptstadt zu kommen!

Eine sichere Fahrt unter der Südbahn ist unerlässlich! Und zwar bald!

Kurier 2012-12-06

Kurier 2012-12-06

2 Kommentare Kommentieren

Kommentare

  1. Hier zeigt sich deutlich, dass offensichtlich die Straße für eine höhere Geschwindigkeit (geschätzt ca. 60 km/h) ausgelegt wurde, als aufgrund der Verkehrssicherheit erwünscht ist (ca. 30 km/h). Subjektiv wird aber auf die Fahrbahnbeschaffenheit (Breite, Gestaltung des Fahrbahnrands, Böschung) mehr geachtet als auf Schilder.
    Damit ergeben sich eigentlich zwei (relativ) einfache Lösungen. Entweder nötigt man die Fahrer durch eine dauerhafte Geschwindigkeitskontrolle ihre Geschwindigkeit gegen ihre subjektive Einschätzung zwanghaft weiter zu verringern (in diesem Fall zu halbieren) oder man baut die Trasse entsprechend um. So könnte man z.B. einen „engeren“ Eindruck schaffen (physische Abgrenzung eines Fuß/Radbereichs im Tunnel durch eine Betonbarriere etc.) oder reduziert die Qualität der Fahrbahn durch künstliche Einbauten (wie z.B. derzeit in der Anningerstraße vor der Baustelle bei der ehem Gärtnerei, hier wurden einfach kleine, aber gut sichtbare Schwellen angebracht, die ein Überfahren mit Geschwindigkeiten über 30 km/h sehr unangenehm gestalten – gerne selbst testen :-)). Ein positives Beispiel für eine Tunnelgestaltung ist z.B. der ebenfalls ohne Fuß-/Radweg ausgestattete Eisenbahntunnel in der Südtirolergasse, der durch die Gestaltung automatisch zu einer geringen Geschwindigkeit und damit zu hoher Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer führt.
    Apropos. Warum endet der Fußweg von Mödlinger Seite eigentlich schon ca. 100 m vor dem Tunnel? – Zumindest hier könnte man mal kurzfristig aktiv werden…

    Roman, 08/12/12 02:24

  2. Herr „Roman“ – offensichtlich ein selbsternannter und daher umso selbstbewusster auftretender „V e r k e h r s e x p e r t e“ schreibt….so könnte man z.B. einen „engeren“ Eindruck schaffen durch physische Abgrenzung eines Fuß/Radbereiches im Tunnel….
    Wie, bitte sehr, soll das funktionieren ?
    Wenn 99,2 % der Verkehrsteilnehmer – z i e m l i c h s i c h e r auch der /die eine oder andere Radfahrer/Radfahrerin (!!!) – den Tunnel mit mehr als 30 km/h durchfahren, dann zeigt das mehr als deutlich, dass völlig realitätsfremde und für a l l e Verkehrsteilnehmer nicht nachvollziehbare und daher ebenso wenig einsichtige Geschwindigkeitsbegrenzungen einfach nicht akzeptiert werden.
    Ein solches Verhalten ist zwar nicht gesetzeskonform, und an und für sich natürlich zu recht strafbar, aber menschlich durchaus begreiflich.
    Ein Grossteil der Verkehrsteilnehmer sind s e h r w o h l bereit, sich an Ge- und Verbote zu halten, wenn diesen eine gewisse Sinnhaftigkeit innewohnt.
    Unsinnige Geschwindigkeitsbegrenzungen, seien diese nun auf Dauer verordnet, oder aber im Zuge von Straßensanierungen – wo keine Fahrbahnverschmälerung stattfindet und sehr oft auch nicht „vor Ort“ gearbeitet wird – werden, vollkommen zu recht, als reinste Provokation und völlig überflüssige Schikane betrachtet und daher b e w u s s t nicht befolgt.
    Ein gedeihliches Miteinander a l l e r Verkehrsteilnehmer auf öffentlichen Verkehrsflächen setzt voraus, dass sich A L L E an die StVO halten.
    Das gilt für Autofahrer/-innen ebenso, wie für Fussgeher/-innen und Radfahrer/-innen.
    Ich würde mir s e h r wünschen, wenn hier auch, wenigstens einmal, die Beachtung der Verkehrsvorschriften der StVO durch Radfahrer/-innen eingemahnt würde.
    Immer nur auf einen Teil der Verkehrsteilnehmer e i n z u d r e s c h e n ist ziemlich einfallslos und bringt uns wohl nicht weiter.

    thommy, 18/05/13 10:06

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