Der 260er muss bleiben!

20.November 2013 in ärgerlich

Protest auf der Kennedybrücke - 50 Jahre nach ...

Protest auf der Kennedybrücke - 50 Jahre nach ...

Der VOR hat entschieden, den 260er zu amputieren: ab 15. Dezember fährt diese traditionelle Buslinie von Mödling aus nicht mehr nach Hietzing (sondern parallel zu 3 anderen (!) Bussen nach Siebenhirten zur U6).

Das ist schlecht, weil die bisherige Tangentialroute für viele eine sehr gute Verbindung war.

Deshalb haben sich viele BürgerInnen entlang der 260er-Route über diese Entscheidung empört. Und auch der Elternverein und die Direktion der HTL sind enttäuscht: der 260er hat viele SchülerInnen aus dem Westen von Wien zur HTL gebracht.

Die vom VOR als Verbesserung gepriesenen Alternativen bedeuten mehrmaliges Umsteigen und damit Verlust an Komfort und das Risiko, die Anschlüsse nicht zu erreichen – und damit wesentliche Verlängerungen der Fahrzeit. Vom Warten gar nicht zu reden.

Der VOR begründet die Entscheidung mit der geringen Zahl von Fahrgästen zwischen NÖ und Wien: angeblich wären es nur 40 im Tagesschnitt. Wir sind heute zur Kundgebung in Hietzing gefahren und haben in einem einzigen Bus an der Stadtgrenze 15 Fahrgäste gezählt – ohne uns selbst. (Ich glaub die 40 nicht).

...der leere Bus ...

...der leere Bus ...

Es ist einfach ärgerlich: in Zeiten, in denen der ÖV – angeblich – forciert wird, Linien zu streichen, ist ein no-go. Und die Begründung ist eine besondere Chuzpe. Gegen die Streichung des 260ers in seiner gewohnten Form haben sich alle Gemeinden im Bezirk Mödling und die Bezirksvertretungen Liesing und Hietzing ausgesprochen. Aber mit den Betroffenen hat niemand gesprochen…

Fahrgäste warten in Mödling auf den 260er

Fahrgäste warten in Mödling auf den 260er

4 Kommentare Kommentieren

Kommentare

  1. Was ich mich frage: Wenn ohnehin alle gegen die Streichung sind, ist auf politischer Ebene mittels Schulterschluss der Gemeinden Mödling, Ma. Enz., Brunn, Perchtoldsdorf und Wien da kein Einfluss möglich??? Ansonsten danke für den Einsatz! Die 40 Personen sind ausgemachter Blödsinn (bin 7 Jahre lang fast täglich mit dem 260er von Mödling nach Hietzing gependelt…)

    Martin, 22/11/13 11:37

  2. Sehr schade, war immer recht angenehm zum Tiergarten ohne umsteigen mit den kleinen Kindern.

    Roman, 23/11/13 08:37

  3. Nun einen Schulterschluss gab es zumindest von 1.532 Unterzeichnern einer Petition. Danke Gerhard für den Blogeintrag!
    https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-schnellbuslinie-260

    Florian Kolomaznik, 25/11/13 12:43

  4. Wer sich an der Protestmail-Aktion beteiligen will, hier wäre eine Vorlage:

    An: “renate brauner” , “buero wilfing”

    Betreff: Zur Kappung von Regionalbuslinien

    Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, sehr geehrter Herr Landesrat!

    Mir wurde zur Kenntnis gebracht, dass die Regionalbuslinien 260 (Hietzing – Mödling) und 265 (Hauptbahnhof – Mödling) mit Fahrplanwechsel 2013 gekürzt werden sollen. Künftig sollen beide Linien nur mehr bis Siebenhirten U6 geführt werden.

    Mittlerweile wissen wir, dass hiermit offenbar ein Masterplan umgesetzt werden soll, wonach die Regionalbuslinien nur mehr den nächsten übergeordneten Verkehrsknoten anfahren. Dieser Masterplan mag im Regelfall durchaus Sinn machen und die gewünschten Ergebnisse zeitigen. Gerade aber in der Region südlich Wien liegt der Regelfall eindeutig nicht vor, weil sich das durchgehend verbaute Gebiet weit in die Region Mödling hinein erstreckt.

    Ich denke es ist auch eindeutig, dass in urbanen Regionen andere Masterpläne angewendet werden müssen als in ländlichen Gebieten. Während sich die Netzplanung im ländlichen Raum weitgehend linear ausrichten muss und mit Hauptlinien, Sammelknoten und Stichlinien die Fläche kaskadenartig erschließt, muss die Netzplanung im urbanen Raum in die Fläche gehen, was im Idealfall ein Rasternetz ergibt.

    Ein Rasternetz hat den Vorteil, dass im Idealfall jeder Punkt in der versorgten Fläche mit nur einmal Umsteigen erreicht werden kann und vor allem, dass damit die Hauptachsen entlastet werden! Wir wissen doch, dass in Wien insbesondere die U3 und die U6 hart am Limit fahren – da muss doch jede Linie, die Entlastung bietet, hoch willkommen sein! Gerade auch in diesem Wissen die U6 mit der neuen Routenführung von 260 und 265 noch zusätzlich “anzufüllen” halte ich für zumindest kontraproduktiv. Das ist sicherlich kein Beitrag, den Öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen. Und das ist es doch, was in unser aller Interesse sein muss.

    Gerade die Region Mödling ist eine der höchstmotorierten Regionen Österreichs. Auch hier ist das Fassungsvermögen der Infrastruktur an etlichen Stellen eindeutig am Limit. Und noch dazu prognostiziert uns die Statistik Austria bis 2050 ein Wachstum von satten 30%. Wir haben hier also gar keine andere Wahl, als den Öffentlichen Verkehr auszubauen und attraktiver zu machen. In jedem Fall aber gegen jede Art von Attraktivitäteinbußen schärfstens zu protestieren!

    Ich verbleibe mit dem dringenden Ersuchen, die Regionalbuslinien 260 und 265 in ihrer herkömmlichen Linienführung zu belassen.

    Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

    Mit freundlichen Grüßen

    Christian Apl

    Christian Apl, 26/11/13 12:33

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