Mit dem Rad nach Wr. Neustadt - einfach so

20.April 2014 in interessant

... ein traditionsreiches Industriegebiet

... ein traditionsreiches Industriegebiet

Auf der politischen Ebene wird viel über das Radfahren im Alltag diskutiert. Zu Recht, weil die Nutzung des Fahrrads ein wesentlicher Schlüssel zur Entlastung der Städte vom Autoverkehr ist.

Aber, sind wir uns ehrlich: Radfahren macht auch Spaß! Es ist einfach schön, in der Freizeit eine feine Route zu fahren und Landschaft und Natur zu genießen.

Auf der Höhe von Gumpoldskirchen / Guntramsdorf wurde der Radweg eindrucksvoll saniert. Es ist wirklich angenehm zu fahren dort.

Auf der Höhe von Gumpoldskirchen / Guntramsdorf wurde der Radweg eindrucksvoll saniert. Es ist wirklich angenehm zu fahren dort.

Also hab ich mich heute, am Ostersonntag aufs Rad gesetzt, um von Mödling nach Wr. Neustadt zu fahren – entlang des gleichnamigen Kanals.

Zur Erinnerung: der Kanal wurde 1803 im Abschnitt zwischen Wien und Wr. Neustadt in Betrieb genommen, um für die wachsende Hauptstadt wichtige Güter, wie Holz und Kohle zu transportieren. Neben dem Kanal war ein Treppelweg für die Zugpferde und diesen Weg gibts über weite Strecken heute noch.

Ein paar alte Brücken sind noch erhalten

Ein paar alte Brücken sind noch erhalten

Der Radweg entlang des Kanals ist eine wichtige Ausflugsroute für RadfahrerInnen. In dem Abschnitt südlich von Wien ist der Kanal-Radweg Teil des Euro-Velo 9, der von der Ostsee zur Adria führt. Es ist die sog. “Bernstein-Route”, sie beginnt in Danzig und endet nach 1.930km in Pula (Kroatien). Seit 2012 sind die insgesamt 15 europaweitern Rad-Fern-Routen Teil des TEN, des Transeuropäischen Netzes zur Verbesserung des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhaltes der Europäischen Union.

In den meisten Abschnitten ist der Weg von - meist alten - Bäumen flankiert.

In den meisten Abschnitten ist der Weg von - meist alten - Bäumen flankiert

Der alte Kanal hatte seinen Haupthafen in Wien in der Nähe der Urania beim Hauptzollamt. Doch der Abschnitt im Stadtzentrum von Wien wurde schon 1849 gekappt und weiter stadtauswärts verlegt. Die ursprünglichen Pläne waren insgesamt viel ambitionierter: der Kanal hätte an sich bis Triest führen sollen. Doch für eine Realisierung und den kostendeckenden Betrieb war man Anfang des 19. Jahrhunderts schon zu spät dran: bald war die Eisenbahn ein nicht zu besiegender Konkurrent. (Die “großen” englischen Kanäle hatten ihre Hochblüte fast ein halbes Jahrhunder vorher und keine Konkurrenz zu fürchten).

Immer noch gibt ein paar wenige Kraftwerke

Immer noch gibt ein paar wenige Kraftwerke

Der Kanal hatte neben der reinen Transportfunktion auch Bedeutung als Energiequelle: eine ganze Reihe von Industriebetrieben siedelten sich an, die das Wasser zum Betreiben von Maschinen nutzten. Einige der Industiebauten (heute meist Ruinen) stehen noch entlang des Kanals.

Beeindruckend sind die Aquädukte: hier über die Triesting

Beeindruckend sind die Aquädukte: hier über die Triesting

Offiziell eingestellt wurde die Kanalschifffahrt 1879. Seither war der Kanal immer wieder von Verwahrlosung und vom völligen Rückbau bedroht. In den 20er Jahren hat sich das Land Niederösterreich des Kanals angenommen, ließ ihn nördlich von Laxenburg (ab dem Krottenbach) trocken legen und nutzte das Gefälle für mehrere Kraftwerke. Von diesen existieren heute nur noch wenige. Heute ist der Wasserlauf noch 36km lang (ausreichend für einen netten Radausflug).

Ende der Idylle...

Ende der Idylle...

Während der Weg entlang des Kanals von Norden her bis Sollenau landschaftlich und auch von der Vegetation her ein wirkliches Kleinod ist, ist´s mit der Idylle südlich von Sollenau vorbei: im Zug der Errichtung der Umfahrung Sollenau, eines eigentlich unfassbaren Mega-Autoprojekts, wurde der Radweg vom Kanal weg und durch die Beton- und Asphaltwüste des Bundesstraßenkreuzes geführt. Natürlich: der Weg selbst ist sehr schön, gut asphaltiert und breit. Aber die Aussicht ist nur unwesentlich schöner als sie am Mond sein muß :-(

schade!

schade!

Erst ein paar Kilometer vor Wr. Neustadt findet der Radweg wieder zum Kanal zurück und führt entlang des Truppenübungsplatzes in die Bezirkshauptstadt. Dort finden die RadfahrerInnen allerdings vor, was sie aus fast allen größeren Orten in Österreich zur Genüge kennen: keine Beschilderung zum Bahnhof und keine durchgängigen Radrouten. Ich finde, das ist für einen Europäischen Radweg eigentlich ein Armtszeugnis. Aber das sind wir ja leider gewohnt…

Stadteinfahrt nach Wr. Neustadt

Stadteinfahrt nach Wr. Neustadt

Das soll aber nicht das letzte Wort sein, denn insgesamt ist dieser Weg entlang des Wr.-Neustädter-Kanals eine in vielerlei Hinsicht sehr, sehr interessante und beeindruckende Route. Und jetzt hab ich noch garnicht die vielen Heurigen entlang der Strecke erwähnt…

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GRÜNE Bio-Ostereier: die besten :-)

19.April 2014 in konkret

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Auch das ist (Lokal-)Politik: der Verteilen von Ostereiern am Karsamstag.

Unsere sind Bio – und kommen mit dem Fahrrad. Und *das* ist der Unterschied :-)

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Erinnerung an KZ Hinterbrühl: Kreuzweg am Karfreitag

18.April 2014 in gestern & heute

Gedenkfeier am 18. April (Karfreitag)

Gedenkfeier am 18. April (Karfreitag)

Im Bewußtsein der Öffentlichkeit ist dieses Außenlager des KZ Mauthausen nicht sehr bekannt und nicht im Bewußtsein.

Im September 1944 in der Johannesstraße errichtet war es bis zum Ostersonntag 1945 Gefängnis für hunderte, vorwiegend politische Häftlinge, die in der nahen Seegrotte Rümpfe für Kampfflugzeuge fertigen mussten. Die “Lebens”- und Arbeitsbedingungen waren offenbar auch für Konzentrationslager besonders brutal und unmenschlich.

Knapp vor der Befreiung wurden die Gefangenen am Ostersonntag, dem 1. April 1945 gezwungen, nach Mauthausen zu marschieren. Die nicht mehr Gehfähigen wurden am Vorabend mit Benzinspritzen ermordet.

Die Tafel am Gedenkplatz für das KZ Hinterbrühl

Die Tafel am Gedenkplatz für das KZ Hinterbrühl

Erst 1988 wurden die Ereignisse in diesem Teil der Hinterbrühl durch ein Schulprojekt eines Badener Gymnasiums aufgearbeitet. Und bald darauf ist es gelungen, ein Grundstück – einen Teil des ehemaligen Lagergeländes – unter ein bißl abenteuerlichen Umständen zu erwerben und als Gedenkstätte zu adaptieren. Großen Anteil am Wachhalten der Erinnerung und auch an der Einrichtung und Pflege der Gedenkstätte hatte und hat die Pfarre Hinterbrühl.

Wie jedes Jahr wurde heute der Gefangenen, der Mißhandelten und der Getöteten im Rahmen einer Kreuzwegandacht gedacht.

Ich finde, es ist gut, dass sich nach wie vor Menschen finden, die das Wissen über die dunkelsten Kapitel der österreichischen, aber eben auch der lokalen Geschichte aufrecht erhalten und die Menschen nicht vergessen, an denen auch hier bei uns unmenschliche Verbrechen begangen wurden.

Heute ein friedliches Fleckerl in der Brühl

Heute ein friedliches Fleckerl in der Brühl

Informationen zum KZ Hinterbrühl finden Sie auf der Seite der Pfarre, auf einer antifaschistischen Seite und bei Wikipedia bei der Geschichte der Hinterbühl.

P.S.: von der offiziellen Gemeinde Hinterbrühl war heute leider niemand bei der Feier anwesend.

Die Farben der Spanischen Republik - wohl von einem Angehörigen eines der vielen spanischen Gefangenen

Die Farben der Spanischen Republik - wohl von einem Angehörigen eines der vielen spanischen Gefangenen im KZ Hinterbrühl

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Ja! Auch die UNO weiß es: Radfahren bringt´s total!

14.April 2014 in erfreulich

IMG_5005Der Standard schreibt heute, was wir RadfahrerInnen schon lange wissen :-):
UNO-Studie: Radfahren rettet Leben und schafft tausende Jobs
Es ist einfach gut, Bestätigung zu finden.

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Strassensanierung 2014

13.April 2014 in konkret

Fabriksgasse

Fabriksgasse - in Arbeit

Vor kurzem hat die Strassenbau-Saison 2014 begonnen: die Strassen mit dem schlimmsten Zustand werden saniert.

Begonnen haben wir mit der Liebleitnergasse im ersten Stück nach der Parkstraße. An sich wurde nur die Fahrbahn wiederhergestellt, aber an der Kreuzung zur Parkstraße wurden die Gehsteige ein Stück vorgezogen. Einerseits, um die Kurve für größere Fahrzeuge (Müll!) befahrbar zu machen, andererseits aber auch als Verbesserung für die FußgängerInnen, die nun einen ein bißchen kürzeren Weg zur Querung haben. Gleichzeitig wird der Gehsteig zur Fahrbahn hin abgesenkt, um mit Kinderwägen und Rollstühlen besser weiter zu kommen (darauf versuchen wir jetzt überall zu achten).

Liebleitnergasse - fertig gestellt

Liebleitnergasse - fertig gestellt

Aktuell wird die Fabriksgasse zwischen der Fa. Aichelin und dem Wirtschaftshof saniert. Dabei werden die Parkplätze an die Ostseite verlegt und auf dieser Parkspur Rasengittersteine verlegt, sodass zumindest ein bißchen Wasser versickern kann (das ist für die Bäume eine wesentliche Verbesserung).

In Folge werden wir heuer noch den Roseggerweg, den oberen Teil der Anningerstraße und vor allem die Maria Theresiengasse herrichten. Im Zug der Sanierung der Theresiengasse wird eine Querung für RadfahrerInnen über die Wiener- und die Neudorferstraße bis zur Duursmagasse errichtet – ich glaub´, die ist schon längst überfällig.

Geplant ist außerdem die Neugestaltung der Bushaltestelle in der Badstraße vor dem Beethovenhaus. Dort wird dann auch eine bessere Befahrbarkeit für Fahrräder geschaffen werden.

Daneben werden noch eine Reihe von kleineren Sanierungen durchgeführt: u.a. werden auch einige Gehsteige instand gesetzt.

Aber das war´s dann, was sich mit dem vorhandenen Geld im Jahr 2014 ausgeht. Ich hoffe aber doch, dass wir ein paar der größten Hindernisse beheben können…

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Osterhaus im Volkskundemuseum - mit GRÜNEm Catering

6.April 2014 in konkret

Die Kuchen der GRÜNEN...

Die Kuchen der GRÜNEN...

Wie jedes Jahr veranstaltet das Volkskundemuseum auch heuer zu Ostern einen Ostermarkt mit Handwerkskunst und auch sonst allerlei. Und – eh klar – kauft man üblicherweise zu viel ein dort :-)

Aber es ist ein nettes Ambiente und der Markt hilft auch finanziell dem Museumsverein. Zumindest ein bißchen.

Traditionell machen die politischen Parteien das Catering: heuer waren wir am Sonntag vormittags d´ran. Zum Glück war schönes, warmes Frühlingswetter und so konnten wir die BesucherInnen mit Biokuchen und Kräuterbroten “versorgen”.

Ich hoffe, es hat allen geschmeckt!IMG_7941

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Radbörse VI - eine sehr gute Veranstaltung

5.April 2014 in erfreulich

Am Anfang war das Plakat

Am Anfang war das Plakat

Zum 6. Mal haben wir die Radbörse am Europaplatz veranstaltet: noch nie so gut organisiert, noch sie so problemlos.

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Die ersten VerkäuferInnen stellen sich an

Wir hatten ca. 150 Räder in allen Preis- / Größen- und Altersklassen

Der Andrang war aber sehr bald beträchtlich

Der Andrang war aber sehr bald beträchtlich

Knapp €10.000,- wurden umgesetzt.

Manche Käufer kamen von weiter her

Manche Käufer kamen von weiter her :-)

Wir haben €850,- eingenommen, die dem Sozialamt für Härtefälle zur Verfügung gestellt werden.

IMG_7904Der Weltladen hat uns schoki- und stimmungsmäßig unterstützt

Viele Räder werden nun weiter verwendet und verkommen nicht in dunklen Kellern :-)

Auch die Radlobby war mit einem Infostand dabei

Auch die Radlobby war mit einem Infostand dabei

Die beiden Kollegen von OPTIMUS-BIKE haben so manches Rad wieder fahrtüchtig gemacht

Die beiden Kollegen von OPTIMUS-BIKE haben so manches Rad wieder fahrtüchtig gemacht

Es war ein guter und ein erfolgreicher Tag – Dank der Mithilfe aller

Danke!

Danke!

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Bahnhofsplatz: Präsentation der Pläne aus dem Wettbewerb

4.April 2014 in interessant

Sicht vom Bahnhof nach Nord-Westen

Sicht vom Bahnhof nach Nord-Westen

Gestern, am Donnerstag war in der Stadtgalerie die Präsentation des Siegesprojekts aus dem EU-weitern Wettbewerb zur architektonischen Gestaltung eines Bürogebäudes und des Bahnhofsplatzes selbst.

Ich finde, es war eine gute Vorstellung und eine interessante Diskussion. (Frage nur: weshalb trauen sich Leute nicht eine positive Meinung zu äußern? Mir und anderen haben einige Zuschauerinnen nach der Diskussion zu verstehen gegeben, dass ihnen die Pläne gefallen. Offen gesagt haben das aber nur ganz wenige).

Die Unterlagen der Präsentation liegen alle auf der Homepage der Stadt unter www.moedling.at/bahnhofplatzneu.

Klar ist, dass das (erst) der Beginn der Diskussion ist. Aber ein Anfang ist gemacht…

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Fertig! Der Mödlingbach hat ein (fast) neues Bett

1.April 2014 in erfreulich

Jetzt fehlt nur noch das Grün an der Böschung

Jetzt fehlt nur noch das Grün an der Böschung

Die Fließgeschwindigkeit wurde unterbrochen...

Die Fließgeschwindigkeit wurde unterbrochen...

Der Bach im Gegenlicht

Der Bach im Gegenlicht

Zwischen dem Weg und der Böschung wurden Hecken gepflanzt

Zwischen dem Weg und der Böschung wurden Hecken gepflanzt

Ich finde: ein sehr gelungenes Projekt.

Herzlichen Dank an den Planer, Prof. Florin Florineth von der Boku Wien!

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