Baustellen in Mödling: für heuer (fast) fertig (1)

25.November 2018 in erfreulich, konkret

Der Versickerungsgraben nimmt das Oberflächenwasser von rd. 35 Parkplätzen auf.

Seit kurzem ist die neue P&R-Anlage entlang der Tamussinostraße so gut wie fertig: die Parkplätze sind fertig gestellt, der Geh-/Radweg zwischen Parkplätzen und Bahn ist fertig, die Verbindungsbrücke zwischen Parkplatz und Bahnhofsplatz ist fertig, die Beleuchtung funktioniert. Nur die Bäume fehlen noch, weshalb das ganze kahler aussieht, als es dann im Endausbau sein wird (es werden insgesamt 29 Bäume besetzt).

Am südlichen Rand des Bahnhofsplates, gleich neben der verbreiterten Verbindungsbrücke zum Parkplatz werden in den nächsten Wochen überdachte Doppelstockradständer errichtet.

Auch auf dieser, jetzt freien Fläche kommen weitere Doppelstockradständer.

Die Fläche für die neuen Radständer sind schon vorbereiet.

Die verbreiterte Verbindungsbrücke zwischen Bahnhof und Parkplatz ist nun auch direkt an den neuen Geh-/Radweg angebunden.

Die ganze P&R-Anlage – und damit auch der neue Geh-/Radweg – sind mit modernen LED-Leuchten versorgt.

Die Ein- und Ausfahrt für die P&R-Anlage wurde ca. 50m nach Süden versetzt und die unübersichtliche bisherige Ein-/Ausfahrt direkt beim Stadtverkehrsmuseum ersetzt.

In einem großen Bereich der neuen Parkplätze sorgen Rasengittersteine für die Versickerung der Oberflächenwässer.

Am südlichen Ende der P&R-Anlage wird es – wie schon bisher – eine Ausfahrt in Richtung Schillerstraße geben. Zusätzlich wird der Geh-/Radweg zur Schillerstraße und in weiterer Folge in Richtung zur Goethegasse geführt.

An der Querung des Radwegs über die Schillerstraße in die Goethegasse wird noch gearbeitet.

Zum Vergleich ein paar Bilder zum Zustand der P&R-Anlage vor deren Umbau:

Unbefestigt (d.h. bei Wind sehr staubig) und nur provisorisch beleuchtet…

Die Parkplätze waren auch nicht markiert, weshalb die Kapazität meist nicht ausgenutzt werden konnte.

Hier die alte Ausfahrt: die Sicht insbesondere in Richtung Bahnhofsplatz war schon sehr schlecht (auch, wenn man sich schon daran gewöhnt hatte).

Und das war die alte Verbindungsbrücke…

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Stephan Schulmeister am GRÜNEN Montag

15.November 2018 in herausfordernd, interessant

Vergangenen Montag war in der Bühne Mayer volles Haus 🙂

Zu Gast beim GRÜNEN Montag war Stephan Schulmeister, Ökonom, jahrzehntelang beim WIFO und Autor zahlreicher Bücher. Sein jüngstes Buch „Der Weg zur Prosperität“ ist erst kürzlich erschienen.

Schulmeister setzt sich – wie nicht anders zu erwarten – auch in diesem Buch grundsätzlich mit dem Neoliberalismus (und seinen Gründern / Proponenten) auseinander. Aber er lehnt nicht den Kapitalismus als ganzen ab, sondern „nur“ seine Spielart, den Finanzkapitalismus. Sein Bezugsrahmen ist die Hochblüte des Realkapitalismus in den ersten Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg, als die Wechselkurse jedenfalls und – damit – auch die meisten Rohstoffpreise fixiert waren: da gab es nichts zu Spekulieren. Mit Kapital zu gewinnen war nur für diejenigen, die in die Realwirtschaft investiert haben. Und davon haben alle etwas gehabt: Unternehmer- und ArbeitnehmerInnen. Heute hingegen kann man mit Spekulationen deutlich mehr – und schneller – gewinnen als mit Realinvestitionen. Dadurch „verhungert“ die Realwirtschaft. Gewinner sind die Spekulanten, die das Metier beherrschen (die „Hirten“), während die Amateure (die „Schafe“) geschoren werden. Die ArbeitnehmerInnen haben so oder so nichts davon – oder, im schlimmsten Fall, das Nachsehen, wenn ihre Pensionen auf Anlagen in Pensionsfonds angewiesen sind.

Für mich aber der interessanteste Teil seines Buchs ist der zweite Teil, wo er schon fast philosophisch um die Grundlagen des Wirtschaftens und des Zusammenlebens schlechthin geht: um den Ausgleich von Gegensätzen, um die evolutionäre Entwicklung der Gesellschaft – am wichtigesten dabei aber: um das Primat der Politik.

In den vergangenen Jahrzehnten haben „die Märkte“ das Sagen, und das ist eine mehr als beunruhigende Entwicklung…

Stephan Schulmeister, „Der Weg zur Prosperität“, ECOwin-Verlag, Wals bei Salzburg, €28,-

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Gedenkwoche 2018 in Mödling

11.November 2018 in gestern & heute, interessant

In den Tagen vor dem 9. November gab es in Mödling eine Reihe von Veranstaltungen, mit denen aus Anlass der 80-jähigen Wiederkehr des Novemberpogroms der Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung gedacht wurde.

Am 9. November selbst gab es eine Mahnwache vor dem Denkmal für die zerstörte Synagoge mit einer großen Zahl von TeilnehmerInnen, unter anderen auch eine Gruppe von Jugendlichen der evangelischen Pfarrgemeinde.

Kranzniederlegung bei der Mahnwache am Abend des 9. Novembers am Denkmal der Synagoge (mit StR Stephan Schimanowa, Ruth Fuchs, BM Hand Stefan Hintner, LAbg. Hannes Wenninger, BM a.D. Werner Burg und GR.in Eva Maier; c Willy Kraus)

Nach der Mahnwache fand der Festakt für die Gedenkwoche im Stadttheater statt.

Vor dem Festakt mit GR Markus Wildeis, BM Hans Stefan Hintner, Intendant Bruno Max, Chris Demateé und StR Stephan Schimanowa (c Willy Kraus)

Beim Festakt haben GR.in Silvia Drechsler, StR Stephan Schimanova, ich selbst und zuletzt BM Hans Stefan Hintner gespochen.

Hier meine Rede beim Festakt:

Die Befassung und Aufarbeitung mit der NS-Gewaltherrschaft in Österreich und deren Folgen waren lange geprägt von Beschönigen / Ausflüchten / Verdrängungen.
Abgesehen vom privaten / familiären Bereich (die Auseinandersetzungen über die Rolle der Väter während der NS-Zeit haben eine ganze Generation geprägt).
Im öffentlichen Diskurs ist die kritische Beschäftigung mit der Nazi-Herrschaft erst Mitte der 80er-Jahre angekommen: anlässlich der BP-Wahl von Kurt Waldheim 1986. Es dauerte dann noch bis zum 8.7.1991, als BK Vranitzky im NR seine berühmte Rede gegen die Opferthese hielt. 1993 wiederholte er das Bekenntnis zur Mitschuld Österreichs an der Shoa in Jerusalem in einer Rede an der Uni und im Nov. 1994 dann auch BP Klestil vor der Knesset mit der Bitte um Vergebung.
Seither ist die Rolle Österreichs und der ÖsterreicherInnen an den Nazi-Verbrechen in der politischen Kultur des Landes unbestritten.
In unserer Stadt war es auch lange still beim Thema Nazis in Mödling. Die Synagoge wurde immer mehr überwuchert und nur Eingeweihte und bes. Interessierte wussten, was sich hinter dem Efeu verbarg.
Auslöser der lokalen Diskussion war wohl die Herausgabe des Buchs „ausgelöscht“ von Franz Rinner+Roland Burger+Franz Strobl 1988, die die bedeutende Rolle der jüdischen Gemeinde in Mödling beschrieben.
Während die Reste der Synagoge 1987 abgetragen worden waren, wurde in der Nacht vom 9. zum 10. November 1988 = 50 Jahre nach der Pogromnacht (meines Wissens nach) zum ersten Mal eine Mahnwache am Grund der ehem. Synagoge angehalten, wobei einige (u.a. Pfarrer Müller) die ganze Nacht ausharrten.
Anlässlich der 1.100-Jahr-Feier der Stadt wurde endlich ein würdiges Denkmal zur Erinnerung an die Syngoge enthüllt – unter der Anwesenheit von rd. 40 vertriebenen MödlingerInnen und Ihren engsten Angehörigen, die von der Stadt zum Besuch ihrer alten Heimat eingeladen wurden. Das Denkmal steht natürlich für das jüdische Leben in der Stadt – egal, ob die Opfer nun selbst die Synagoge genutzt haben oder nicht. (Aber das hat ja auch die Nazis-Mörder nicht interessiert, ob ihre Opfer sich dem Judentum verbunden fühlten oder nicht).
Nach diesem „Reunions“-Treffen fanden sich einige der OrganisatorInnen weiter zusammen, um nun auch ganz konkret das Schicksal der Opfer zu recherchieren und 2006 wurden die ersten Stolpersteine für Mordopfer an ihren letzten Wohnstätten in Mödling gelegt, denen bis heute weiter folgten: 32 sind es bis dato.
Und seit dem 4. 11. gibt es nun diese eindrucksvolle Gedenkwoche im Stadttheater.
Wer immer sich und in welcher Form immer mit der Zeit und den Folgen der NS-Herrschaft beschäftigt hat, ist unweigerlich emotional gefangen. JedeR auf seine Art: mit der quälenden Frage, wie man selbst sich verhalten hätte, ob man den Bedrängten geholfen hätte, ob man selbst gegen die Phrasen und die Versprechungen immun gewesen wäre… Oder einfach deprimiert zu sein / verwirrt, sich zu schämen. (Weil wir ja nicht vom Mittelalter reden, sondern von der Stadt, die wir lieben und wo wir jeden Winkel zu kennen glauben und die im Großen und Ganzen die selbe ist wie vor 80 Jahren).
Aber fast alle haben gemeint, dass man sich mit einer historischen Entwicklung beschäftigt (die vielfältig nachwirkt…).
Kaum jemand kam in den letzten Jahren und Jahrzehnten auf die Idee, dass wir wieder gefordert werden könnten, ein Zusammenleben ohne Hass und ohne Ausgrenzung von vermeintlichen „Feinden“ verteidigen zu müssen…
Aber auch deshalb ist dieses großartige Projekt des Stadtheaters so wichtig, mit dem sich die Stadt nicht nur deutlich ihrer Geschichte stellt – und das in einer vorbildlichen Art und Weise, sondern in der täglichen Diskussion auch ein deutliches Signal setzt.
Ich habe es übernommen, für die Veranstaltung im Namen der Stadt zu danken:
  • Bruno Max und Mitgliedern seines Ensemble, die recherchiert und gelesen haben; das Stadttheater wird immer mehr zu mehr als nur einem Theater für unsere Stadt, sondern zu einem geistigen Zentrum und zu einer Institution zur Identifikation mit der Stadt und ihrer Geschichte (wie auch schon mit der Inszenierung von „Wien 24 – ein Abend der Erinnerung“ 2008 und der Aufarbeitung der Geschichte des Luftschutzbunkers 2010 „Maikäfer flieg“).
  • Ich danke den OrganisatorInnen der Ausstellung hier, die die Gedenkwoche optisch begleitet: Jörg Zaunbauer, Chris Demateé, Rainer Voltmann, Josef und Deniz Hasenöhrl, Walter Ulreich
  • Ich danke Stephan Schimanova, der nicht nur über sein Ressort die Gedenkwoche mit-organisiert und unterstützt, sondern selbst auch Beiträge geliefert hat
  • Und ich bedanke mich – explizit – bei unserem BM Hans Stefan Hintner, ohne den es weder das Stadttheater in Mödling gäbe, noch einen Intendanten Bruno Max und der für das Klima in Mödling steht, in dem eine beeindruckende Veranstaltung wie die Gedenkwoche möglich war und ist.

Nach den Ansprachen fand das Konzert statt, bei dem Rupert Bergmann (Bassbariton) und Christoph Traxler am Klavier Werke von Ernst Krenek, Ursula Erhart-Schwertmann, Arnold Schönberg und Viktor Ullmann zur Aufführung brachten.

Die Woche vor diesem Festakt brachte eine Abfolge von sehr bewegenden und wichtigen Veranstaltungen zur Erinnerung und Auseinandersetzung mit der Zeit der NS-Gewaltherrschaft.

Bereits Ende Oktober wurde auf Initiative der ARGE Chance mit Beteiligung von vielen Freiwilligen der Mödlinger jüdische Friedhof gereinigt und wieder besser zugänglich gemacht.

Zum Abschluss des Projekts am Jüdischen Friedhof hat die Wiener Historikerin Mag.a Tina Walzer bei einem Vortrag im Festsaal des Museums der Stadt Mödling einen Ein- und Überblick über jüdische Bestattungsrituale und jüdische Friedhofsarchitektur erläutert.

 

Musikalisch wurde der Vortrag von Christian Höller begleitet.

Mödlinger GRÜNE und Freunde der GRÜNEN haben in den Tagen vor dem 9. November alle in Mödling liegenden Stolpersteine geputzt.

Zeitgleich mit den vielen Veranstaltungen war eine Sondernummer der Kulturzeitschrift „medilihha“ erschienen, die sich dem Leben der Juden in Mödling widmete.

Insgesamt glaube ich, dass die Stadt auf vielen Ebenen das Gedenken an die Ereignisse vor 80 Jahren sehr umsichtig und würdig und eindrucksvoll gestaltet hat.

Nichts kann ungeschehen gemacht werden und es kann keine Entschuldigung geben.

Aber wir sind heute verpflichtet, die Erinnerung an das Unrecht aufrecht zu erhalten, das im Namen der Interessen eines deutschen Volkes an den Menschen im damaligen deutschen Reich verübt wurde: durch den Völkermord, durch brutale Repression, aber nicht zuletzt auch durch die Entfesselung des Krieges.

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