Besuch bei der Gendarmerie

27.Februar 2016 in gestern & heute, interessant

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Tafel beim alten Haupteingang

Vor ein paar Tagen konnten wir (VertreterInnen der Stadtregierung und BeamtInnen des Bauamts) die alten GZS-Gebäude besichtigen. Ein paar Fotos sollen die Eindrücke auch für andere vermitteln, die bisher keinen Zugang hatten.

Übrigens: im April wird es eine öffentliche Besichtigungsmöglichkeit geben. (Da werden aber die größen Glasscherbenberge aus Sicherheitsgründen entfernt sein).

 

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Irgendwann einmal Stand der Technik

 

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Die Dachluke steht seit ? offen

 

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Ein Symbol

 

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Der Vortrags- und Kinosaal

 

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Übrigens: das Kürzel „ACAB“ (zu sehen überall auf der Welt) bedeutet „all cops are bastards“…

 

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Zum Glück ausgeschaltet

 

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Sicherungskasten im Schutzbunker

 

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Eingang zum Bunker

 

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!!!

 

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Kellerfenster (schön)

 

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Ein sensationeller Theaterabend in Mödling

15.Februar 2016 in dramatisch, gestern & heute, herausfordernd

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Im Mödlinger Stadttheater hatte am vergangenen Samstag „In der Löwengrube“ von Felix Mitterer Premiere.

Nach Ende der Vorstellung gab es standing ovations, wie ich sie im Stadttheater noch nicht erlebt habe. Und das zu Recht, weil das Stück sehr beeindruckend und die Leistung der SchauspielerInnen sensationell war. Ich glaube, diese Aufführung ist ein wirkliches Highlight, mit dem sich unser Theater auch vor großen Bühnen nicht verstecken müsste.

Es geht in Anlehnung an eine reale Begebenheit um aggressiven Rassismus zu Beginn der Naziherrschaft – in einem Theater und darum, wie sich die verschiedenen Schauspieler und auch der Theaterdirektor (Bernie Feit at his best) positionieren. Rüdiger Hentzschel als Hauptdarsteller brilliert, aber neben ihm auch Wolfgang Lesky als SA-Mann, sowie Christina Saginth, Hermann Kogler, Georg Kusztrich und alle anderen. Alle wurden gefeiert und eine kleine Auszeichnung für das Stadttheater war sicher auch die Anwesenheit des Autors Felix Mitterer bei der Premiere.

Das Stück wird noch am 18.02.-20.02., jeweils um 19:30 Uhr, am 21.02. um 17:00 Uhr, am 23.02., 25.02.-27.02., jeweils um 19:30 Uhr gezeigt.

Lassen Sie sich diesen Theaterabend nicht entgehen. Es wär´ nicht nur wegen des Schauspiels: ich glaube, dass auch der politische Bezug wert ist, sich auf das Stück einzulassen. Unendlich weit weg von der damaligen Atmosphäre sind wir heute nicht…

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Allerheiligen: Totenfeier der Stadt

1.November 2015 in gestern & heute

IMG_1660Am 1. November findet jedes Jahr auch eine Ehrung der Toten vor dem Denkmal für die Gefallenen der Kriege statt.

Normalerweise hält der Bürgermeister die Rede vor den Abordnungen der Feuerwehr, des Roten Kreuzes und des Bundesheeres, sowie den VertreterInnen des Stadt- und Gemeinderats. Er war heuer allerdings verhindert und so habe ich mich – wie üblich – in seiner Vertretung auf die Ansprache vorbereitet. Der Bürgermeister hat dann aber kurzfristig den 2. Vizebürgermeister, Ferdinand Rubel, mit seiner Vertretung beauftragt (der das dann eh auch sehr gut gemacht hat).

Ich hätte – ungefähr – folgendes gesagt:

Zu Allerheiligen und Allerseelen pflegen die Menschen in großen Teilen der Welt seit Jahrhunderten traditionell das Andenken ihrer verstorbenen Verwandten und Freunde.

Das offizielle Mödling – Kameradschaftsverbände, die humanitären Organisationen, allen voran die Freiwillige Feuerwehr, das Rote Kreuz, sowie Mitglieder der politischen Vertretungsorgane, Bürgerinnen und Bürger – gedenkt seit vielen Jahren an diesem Tag und an diesem Platz der Opfer der Kriege und der politischen Gewalt, wie sie im vergangenen Jahrhundert in heute schwer begreifbarer Weise auch bei uns Platz gegriffen hat.
Wir denken in erster Linie an die hunderten jungen Männer, die weit weg von ihrer Heimat Mödling in zwei Kriegen ihr Leben lassen mussten; wir gedenken auch der vielen jungen Männer, die weit weg von ihrer Heimat hier in Mödling ihr Leben verloren; wir gedenken der Bürgerinnen und Bürger, die in ihrer Heimatstadt Opfer der Kämpfe wurden; wir gedenken der Opfer der politischen Verfolgung; wir gedenken auch derer, die in den blutigen politischen Auseinandersetzungen zwischen den Kriegen hier, in ihrer Heimat Mödling ihr Leben ließen; und wir gedenken auch der Mödlingerinnen und Mödlinger, denen unsere Stadt Heimat war, bis sie ihnen mit Gewalt genommen wurde – und nur die Glücklichsten sich ins Exil retten konnten.

Wir trauern um jeden einzelnen Menschen, verneigen uns und ehren ihr Andenken.

Aber wir stehen als offizielle VertreterInnen unserer Stadt auch hier, um in der Erinnerung an unsere Toten den Blick darauf zu werfen, welche fürchterlichen Folgen politisch oder religiös motivierte / gerechtfertigte Gewalt von Menschen gegen Menschen hat, sei es in Form von Krieg, Bürgerkrieg, Terror oder Verfolgung – wo immer auf der Welt.

Wenn wir in den vergangenen Jahren an Tagen wie diesen die Illusion hatten, über vergangene Zeiten zu reden, dann zeigen uns spätestens die letzten Monate, dass die Menschheit nur schlecht in der Lage ist, aus Erfahrung zu lernen: wenige Flugstunden von hier sterben Menschen in einem apokalyptischen Mehrfrontenkrieg, werden Menschen auf Grund ihrer Einstellung oder ihres Glaubens verfolgt und bestialisch getötet, wird ihr kulturelles Erbe ausgelöscht. Und wieder haben nur die Glücklichsten eine Chance, dem durch Flucht zu entgehen.

Gewalt ist nicht, war nie und darf nie und unter keinen Umständen zu einem Mittel der Lösung von gesellschaftlichen, religiösen, kulturellen, wirtschaftlichen, politischen Problemen werden. Dieses Prinzip aufrecht zu erhalten und damit den Frieden zu bewahren ist den Völkern in den größten Teilen Europas während der vergangenen 2 Generationen gelungen – die Europäische Union wurde mit diesem Ziel gegründet.
Doch die Entwicklungen in der arabischen Welt lassen uns offenbar schnell unsere eigene Geschichte vergessen: eine Geschichte, die in Folge kriegerischer und politischer Gewalt gegen ganze Völker auch eine Geschichte massenhafter Flucht war und auch eine Geschichte von Menschen ist, die fern ihrer Heimat auf Hilfsbereitschaft und Verständnis gehofft haben – und viele eine neue Heimat auch hier in Mödling gefunden haben.

Es gibt keine Alternative zum friedlichen Zusammenleben der Menschen, der gegenseitigen Toleranz, der Achtung und der Hilfsbereitschaft. Es gibt keine Alternative, der Gewalt von Menschen gegen Menschen mit allen Mitteln entgegenzutreten – und nicht nur, wenn man gerade stärker mit den Folgen konfrontiert ist.

Aber gerade an einem Tag wie diesem muss der Blick auch darauf geworfen werden, was dem massenhaften und organisierten Töten den Weg bereitet hat, was erst die Voraussetzungen geschaffen hat, dass Menschen bereit sind, – auch auf Befehl – auf Menschen zu schießen. Es ist das Erzeugen eines Klimas der Ablehnung, des Misstrauens und des Hasses gegenüber Menschen mit anderer Nationalität, Religion, Sprache, Hautfarbe, Aussehen, Meinung oder was immer. Wir alle kennen die Parolen, mit denen die österreichischen Soldaten in den 1. Weltkrieg zogen (¨Serbien muss sterbien¨)  – und genau die gleichen Sprüche führten auch die Soldaten der anderen Kriegsparteien mit sich. Verbal wurde damit die Hemmschwelle für die Gewalt gesenkt: da geht es dann nicht mehr um den einzelnen Menschen, sondern um eine anonyme Masse von Feinden, ¨die anderen¨, die Bösen…

Denken wir heute gerade vor dem Denkmal für die vielen jungen Menschen, die in Mödling aufgewachsen sind, hier zu Hause waren, hier ihre Hoffnungen für ihre persönliche Zukunft träumten – und die ihre Jugend und ihr Leben meist unter grauenvollen Umständen in einem Krieg verloren, der nicht der ihre war; denken wir heute daran, nicht nur der politischen und religiös motivierten Gewalt, sondern auch einer Sprache entgegenzutreten, die nicht mehr den einzelnen Menschen und das Miteinander, sondern die Abgrenzung und die Ablehnung ¨der anderen¨ zum Inhalt hat.

Treten wir – jeder mit seinen Möglichkeiten und von seiner weltanschaulichen Position aus – für Toleranz und Frieden und für gewaltfreie Formen zur Lösung von Konflikten ein. Und stellen wir bei allem unserem Denken und Sagen die Menschlichkeit und den gegenseitigen Respekt in den Vordergrund.

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9. November: Tag der Schande

9.November 2014 in gestern & heute, wichtig !!!

IMG_5478Heute, am 9. November fand  – wie jedes Jahr – die Gedenkfeier der Stadtgemeinde für die Pogromnacht beim Denkmal für die Synagoge in der Enzersdorferstraße statt.

Geredet haben StR Paul Werdenich, Alt-BM Werner Burg als Augenzeuge, Otto Rezac jun. für die JVP und ich als Vize-Bürgermeister im Namen der Stadt. Danach wurde ein Kranz der Stadt nieder gelegt.

Ich finde, die Zerstörung der Synagoge es ist eine wichtige Angelegenheit, die in unserer Stadt die entsprechende Beachtung finden muss. Mödling war bis in die 30er-Jahre eine der Städte mit einem großen Anteil an jüdischen BürgerInnen. Die Synagoge war das Zentrum ihrer kulturellen Identität. Die Vernichtung der jüdischen Gemeinde in Mödling bedeutet auch das Auslöschen eines Teils des Lebens in dieser Stadt. Und viele MödlingerInnen haben mit Feuereifer bei der Drangsalierung der jüdischen BürgerInnen mitgemacht – und auch der Brand der Synagoge vor 76 Jahren wurde von einer großen Menschenmenge begeistert gefeiert. Wir müssen uns heute noch für unsere Verwandten schämen, wenn sie damals dabei waren, sich in die Hetzpolitik einspannen ließen – und freudig mitgemacht haben.

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100 Jahre Mödlinger Hütte

1.Juni 2014 in gestern & heute, konkret

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Enzian mit Mödlinger Geburtstagshütte

Am 31. Mai 1914, wenige Wochen vor Beginn des Völkergemetzels wurde die Mödlinger Hütte auf der Treffener Alm am südlichen Rand des Gesäuses eingeweiht. 10 Jahre dauerten Bauvorbereitung und Bau, betrieben und finanziert von der Sektion Mödling des Alpenvereins. In den 100 Jahren ihres Bestehens haben viele MödlingerInnen Anteil am Schicksal der Hütte genommen – und einige entscheidende Schritte zu ihrer Entwicklung gesetzt. Zuletzt war die Mödlinger Hütte wegen diverser Mängel akut von der Schließung bedroht. Aber durch Initiative von Ex-Bürgermeister Werner Burg und mit doch massiver Unterstützung durch die Stadt, aber auch mit privaten Spenden wurde eine Sanierung in Angriff genommen, die bis heute Schritt für Schritt ihre Fortsetzung findet:

Die Hütte ist als eine von insgesamt 4 (!) Hütten in Österreich mit dem Umweltzeichen für Tourismus des Umweltministeriums ausgezeichnet (darauf sind wir natürlich besonders stolz): es gibt eine biologische Kläranlage bei der Hütte, eine Photovoltaikanlage und – als Herzstück – ein Blockheizkraftwerk, das mit Rapsöl aus der Region betrieben wird und den Strom *und* die Wärme für Zentralheizung und Warmwasser erzeugt. Wirkungsgrad insgesamt 90%.

Unnötig hinzuzufügen, dass die Küche „bio“ ist und nur Mehrweggebinde für Getränke verwendet werden. Die Pächter, Helga und Hans Traxler führen die Hütte seit nun 23 Jahren und ganz einfach vorbildlich.

...bei einer spannenden Rede :-/ zum Geburtstag - mit dem Geschenk des Bürgermeisters (das wir zu Fuß auf die Hütte getragen haben)

...bei einer spannenden Rede :-/ zum Geburtstag - mit dem Geschenk des Bürgermeisters (das wir zu Fuß auf die Hütte getragen haben)

Heuer wird die Hütte um einen Zubau erweitert, der einige 2-Bett-Zimmer als Ergänzung zu den bestehenden Bettenlagern und den Mehrbettzimmern bieten wird.

Zur Feier des 100. Geburtstags waren als Vertreter der Stadt 5 GRÜNE und Werner Burg gekommen. Es war ein verregnetes (zum Teil verschneites(!)), aber wie immer sehr nettes Wochenende auf der Mödlinger Hütte.

Vielen Dank der Sektion Mödling des ÖAV und insbesondere dem Hüttenverantwortlichen, DI Hubert Janku, dass die Stadt auf seinen Außenposten im Gebirge mit Recht stolz sein kann!

Die Mödlinger "Delegation" vor der Hütte

Die Mödlinger "Delegation" vor der Hütte

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Erinnerung an KZ Hinterbrühl: Kreuzweg am Karfreitag

18.April 2014 in gestern & heute

Gedenkfeier am 18. April (Karfreitag)

Gedenkfeier am 18. April (Karfreitag)

Im Bewußtsein der Öffentlichkeit ist dieses Außenlager des KZ Mauthausen nicht sehr bekannt und nicht im Bewußtsein.

Im September 1944 in der Johannesstraße errichtet war es bis zum Ostersonntag 1945 Gefängnis für hunderte, vorwiegend politische Häftlinge, die in der nahen Seegrotte Rümpfe für Kampfflugzeuge fertigen mussten. Die „Lebens“- und Arbeitsbedingungen waren offenbar auch für Konzentrationslager besonders brutal und unmenschlich.

Knapp vor der Befreiung wurden die Gefangenen am Ostersonntag, dem 1. April 1945 gezwungen, nach Mauthausen zu marschieren. Die nicht mehr Gehfähigen wurden am Vorabend mit Benzinspritzen ermordet.

Die Tafel am Gedenkplatz für das KZ Hinterbrühl

Die Tafel am Gedenkplatz für das KZ Hinterbrühl

Erst 1988 wurden die Ereignisse in diesem Teil der Hinterbrühl durch ein Schulprojekt eines Badener Gymnasiums aufgearbeitet. Und bald darauf ist es gelungen, ein Grundstück – einen Teil des ehemaligen Lagergeländes – unter ein bißl abenteuerlichen Umständen zu erwerben und als Gedenkstätte zu adaptieren. Großen Anteil am Wachhalten der Erinnerung und auch an der Einrichtung und Pflege der Gedenkstätte hatte und hat die Pfarre Hinterbrühl.

Wie jedes Jahr wurde heute der Gefangenen, der Mißhandelten und der Getöteten im Rahmen einer Kreuzwegandacht gedacht.

Ich finde, es ist gut, dass sich nach wie vor Menschen finden, die das Wissen über die dunkelsten Kapitel der österreichischen, aber eben auch der lokalen Geschichte aufrecht erhalten und die Menschen nicht vergessen, an denen auch hier bei uns unmenschliche Verbrechen begangen wurden.

Heute ein friedliches Fleckerl in der Brühl

Heute ein friedliches Fleckerl in der Brühl

Informationen zum KZ Hinterbrühl finden Sie auf der Seite der Pfarre, auf einer antifaschistischen Seite und bei Wikipedia bei der Geschichte der Hinterbühl.

P.S.: von der offiziellen Gemeinde Hinterbrühl war heute leider niemand bei der Feier anwesend.

Die Farben der Spanischen Republik - wohl von einem Angehörigen eines der vielen spanischen Gefangenen

Die Farben der Spanischen Republik - wohl von einem Angehörigen eines der vielen spanischen Gefangenen im KZ Hinterbrühl

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Ganz einfach sehr, sehr beeindruckendes Theater

19.Januar 2014 in gestern & heute, interessant

Extrablatt als Theaterzettel

Extrablatt als Theaterzettel

Das Stadttheater bringt seit gestern wieder eine ganz besonders hervorragende Produktion: „Picknick an der Front“ ist eine Collage von Szenen zum 1. Weltkrieg und eröffnet damit in Mödling das Jahr der Erinnerungen an den Wahnsinn, der zu einem großen Teil – nicht nur … – von Österreich ausging.

Die Inszenierung passt zum Thema: die Zuschauer sitzen in zwei Reihen um – zu Beginn gefüllte – Picknick-Körbe, während die Bühne meistens der Weg zwischen den beiden Zuschauergruppen ist.

Auch wenn man sich schon mit dem Krieg und der Zeit davor beschäftigt hat, macht es wieder betroffen, mit welcher Begleitmusik Europa in dieses Gemetzel ging: OK, man sieht in Zeitungen und der Rückschau nur jubelnde Soldaten. Da wird schon viel PR dabei (gewesen) sein und bei den Soldaten wahrscheinlich die Angst größer als die Freude gewesen sein. Aber auch die Art, wie die herrschende Meinung geformt wurde ist unglaublich.

Dass der Jubel schnell dem Entsetzen wich, ist aus heutiger Sicht vorprogrammiert gewesen. Aber wie dieser Krieg ausgetragen wurde; mit welcher Menschenverachtung die Militärs eine ganze Generation von jungen Männern bewußt in den Tod geschickt hat. Meines Wissens hat der deutsche Generalstabschef, Falkenheyn das Wort von der „Blutpumpe“ geprägt: wenn nach dem Gemetzel mehr deutsche als französische Soldaten übrig bleiben, hat Deutschland gesiegt. Und die Strategie der Schlachten um Verdun, an der Somme, bei Yper, am Isonzo und so weiter hatten genau dieses Ziel: Menschen vernichten.

Im Theater bekommt man eine leichte Ahnung, was das auch für die Soldaten bedeutet haben musste.

Es ist einer der beeindruckendsten Abende im Stadttheater. Am Ende der Premiere gab es standing ovations für die Schauspieler (hab ich noch nie zuvor gesehen in Mödling).

Man bekommt einen Eindruck, wozu Theater da ist und da sein sollte.

Vielleicht haben Sie Glück und ergattern noch eine Karte! Einen Versuch ist´s allemal wert.

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noch zur Diskussion betr. Gschmeidler

2.Juni 2013 in gestern & heute

Stolperstein für Ferdinand Diamant und seine Tochter Helene Eckstein in der Hauptstraße 25

Stolperstein für Ferdinand Diamant und seine Tochter Helene Eckstein in der Hauptstraße 25

Im August 2006 wurden von Gunther Demnig in Mödling die ersten „Stolpersteine“ für von den Nazis ermordete MödlingerInnen und Mödlinger verlegt. Zu ihnen gehörte auch Ferdinand Diamant, der Besitzer eines weit in der Region bekannten Kaufhauses in der Mödlinger Hauptstraße 25.

Es waren Franz S. – Gscheidlers „Mödlinger Nachrichten“, die schon am 26. März 1938 den Diebstahl am Eigentum von Ferdinand Diamant bekannt gab.

Mödlinger Nachrichten 26. März 1938, Seite 4

Mödlinger Nachrichten 26. März 1938, Seite 4

Wir wissen, dass das Martyrium für Ferdinand Diamant nicht mit dem März 1938 endete – aber es begann damals. Und die Mödlinger Nachrichten waren dazu da, solche Meldungen zu verbreiten…

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Franz S. Gschmeidler, Redakteur und Antisemit

27.März 2013 in gestern & heute, heikel

Aufmacher in der NÖN vom 27.3.2013

Aufmacher in der NÖN vom 27.3.2013

In den – in dieser Hinsicht unseligen – 70er-Jahren hat die Stadt einen Bürger mehrfach geehrt: mit einem Ehrenring und der Benennung eines Wegs, der Gschmeidler-Promenade.

Im vergangenen Jahr ist der Name nun in einem Zusammenhang Gegenstand der Diskussion im Gemeinderat geworden, der für mehr oder weniger Interessierte immer klar war: Franz Gschmeidler, Herausgeber der Mödlinger Nachrichten vor, während und nach der Nazizeit, war ein bekennender Nazi und rabiater Antisemit.

Dies wurde durch ein historisches Gutachten penibel belegt, das vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands im Auftrag der Satdt erstellt wurde. Das Gutachten liegt seit kurzem vor.

Wie nun entscheiden? Manche teilen zwar die Meinung, dass die belegten Artikel von Franz Gschmeidler ein Graus und im höchsten Maß verwerflich sind; sie haben aber Angst, dass mit einer Umbenennung eine Lawine losgetreten werden könnte. Gibt es nicht noch andere Apologeten der Nazidiktatur, nach denen in Mödling weitere Gassen benannt sind? „Wann hat das dann ein Ende“?

Ich denke, dass die Stadt Mödling während der vergangenen Jahre einige Zeichen gesetzt hat, die belegen, dass man über die Phase des Zudeckens und Vergessens hinaus gekommen ist. Die Stadt hat 2003 durch die Nazis vertriebene MödlingerInnen eingeladen und mit ihnen das Denkmal für die Synagoge eingeweiht. Seither wurden 32 Stolpersteine für von den Nazis ermordete BürgerInnen in Straßen dieser Stadt gesetzt – und zwar nicht heimlich, sondern im Bewußtsein der Verantwortung nicht für die Verbrechen, sondern für die Aufarbeitung der Geschehnisse und durchaus auch für die Rolle, die viele BewohnerInnen der Stadt bei der Demütigung und letztlich der Vertreibung ihrer jüdischen Nachbarn gespielt haben. Ich finde, daß all das ein Zeichen für die selbstbewußte Sicht einer aufgeklärten und weltoffenen Stadt ist, die sich auch den dunklen Kapiteln ihrer Geschichte stellt. (Nicht vergessen werden darf, dass der Jüdische Friedhof in Mödling einer der am besten gepflegten in der ganzen Republik ist).

Jetzt ist das Thema „Gschmeidler“ aktuell. Und es wird sichtbar, mit welch bewußter Ignoranz auch unsere Stadt noch in den 70er-Jahren weggeschaut hat.

Ich bin – noch vor einer Entscheidung bei den GRÜNEN und noch lange vor der Entscheidung des Gemeinderats – dafür, die Franz S. – Gschmeidler-Promenade umzubenennen. Das Gedenken an die Kapitulation Nazi-Dutschland gegenüber vor 75 Jahren wäre ein passender Anlass dafür. Wir sollten nicht in der Öffentlichkeit sichbare Ehrungen für Menschen aufrecht erhalten, die mit Hitler nicht nur mitgelaufen sind, sondern sich als besonders ambitionierte Fanatiker hervorgetan und sich nach 1945 nie davon distanziert haben. Und einen Zeitungsherausgeber mit seiner meinungsbildenden Wirkung darf man da sicher besonders bewerten.

P.S.: das Gutachten ist zur Zeit als „vertraulich“ bewertet. Ich denke, das ist nicht richtig: man sollte das Ergebnis der Erhebungen möglichst bald der Öffentlichkeit zugänglich machen. Auch das als bewußtes Zeichen der Stadtpolitik.

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Gedenken an die Pogromnacht

11.November 2012 in gestern & heute

Am Denkmal für die zerstörte Synagoge: mit Ex-Bgm. Werner Burg und GR Rosemarie Forster

Am Denkmal für die zerstörte Synagoge: mit Ex-Bgm. Werner Burg und GR Rosemarie Forster

Wie jedes Jahr haben wir auch heuer am 9. November, 74 Jahre nach der Pogromnacht einen Kranz am Denkmal für die zerstörte Synagoge niedergelegt und eine große Zahl von BürgerInnen hat der Zeremonie beigewohnt. Es ist ein wichtiges Zeichen: das Unrecht wird nicht vergessen!

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