Heute unwirklich - aber noch vor 21 Jahren ...?

27.Mai 2010 in gestern & heute

Mauerreste

Mauerreste

Heute muss man sie suchen – die Reste der Berliner Mauer. Sie stehen nur mehr als einzelne Relikte in dem einen oder anderen Park.

Also: es hat mich schon berührt, diese Spuren zu sehen. Gerade, wenn man früher Distanz zur Polemik gegen die “DDR” gehabt hat. Und auch wenn man immer noch nicht alles aus der DDR als unsinnig ablehnt (haben wir uns im Westen nicht über die angeblich gigantische Verschuldung der RGW-Länder lustig gemacht? Dass die nicht wirtschaften können und ihre Volkswirtschaften an die Wand fahren? Heute sind die ehem. “sozialistischen” Länder der EU sämtlich die Schlußlichter in der Verschuldungsstatistik – also die am bei weitem wenigst verschuldeten); also gerade dann: das Leben hinter der Mauer. Wie muss das gewesen sein? Wie ist eine Politik aufgestellt, die meint, ihre BürgerInnen einsperren zu können / zu dürfen? OKOK: es gibt auch hier Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Aber das sind unsichtbare Barrieren. Den Menschen aber eine Mauer vor die Nase zu stellen und zu hoffen, dass man damit über Jahrzehnte durchkommt. Unglaublich! Andererseits: 28 Jahre hat´s die Mauer gegeben. Also funktioniert das doch – zumindest eine gewisse Zeit.

Sehr, sehr irritierend. Nach wie vor.

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Friedhof der Namenlosen

3.April 2010 in gestern & heute

Schon ´was Besonderes...

Schon ´was Besonderes...

Es war eigentlich ein Zufall, dass wir ihn – endlich einmal – gefunden haben: wir waren in Schwechat und wollten noch ein bißl an der Donau entlang spazieren gehen. Das Navi (!) hat uns darauf hingewiesen, dass der Friedhof der Namenlosen ganz in der Nähe war. Ich hatte schon viel gelesen von diesem “Platz”, war aber noch nie dort.

Also haben wir ihn am Ostersamstag gefunden…

Der Friedhof ist sehr klein – aber gehegt und gepflegt – auch die Gräber sind zum Teil geschmückt. Er beinhaltet die Gräber der zwischen 1900 und 1935 in der Gegend gefundenen Toten. (Seither werden die unbekannten Toten – glaub ich – am Zentralfriedhof begraben). Die Toten von vor 1900 wurden vis-a-vis in einem Massengrab bestattet. Da steht nur ein Kreuz auf der Wiese…

Dieser Friedhof ist ein recht berührender Ort. Komisch. Es ist offenbar etwas anderes, wenn man über einen Friedhof geht, wo auf allen Gräbern Namen stehen oder dieser, wo die Gräber – jedenfalls die meisten – keine Namen haben. Obwohl es doch eigentlich egal wäre. Ist es aber irgendwie doch nicht. Auch, wenn man nicht an ein Leben nach dem Tod glaubt: im Namen lebt man irgendwie weiter.

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