Elektrisch nach Berlin - ein (kleines, aber CO2-freies) Abenteuer

6.August 2017 in heikel, herausfordernd, konkret, persönlich

Ja, ich weiß: man/frau kommt ganz easy elektrisch mit der Bahn nach Berlin. Soweit es die ÖBB betrifft, würde man sogar mit nachhaltig erzeugtem Strom fahren, weil unsere Bahn mit Energie aus Speicherkraftwerken fährt. Bei den Tschechischen Staatsbahnen will ich’s – glaub ich – nicht genau wissen (Temelin). Und in Deutschland bin ich mir auch nicht sicher, wo der Strom herkommt (Kohle?).

Ja, ich weiß auch, dass elektrisch betriebene Autos zwar keine Emissionen über den Auspuff abgeben, aber genauso viel Platz verbrauchen, wie ihre Brüder mit Verbrennungsmotoren, auch Stau verursachen, auch Feinstaub durch Reifenabrieb und Nutzung der Bremsen erzeugen. Und, ja: die Produktion auch eines elektrisch betriebenen Autos kostet Energie und Rohstoffe und die Herstellung der Batterien speziell. (Obwohl ich die Einwürfe aus der Richtung der konservativen Teile der Autoindustrie gegen die eMobilität mehr dem Prinzip “haltet den Dieb!” zuordne).

Nein, es ist nicht wirklich logisch, mit einem Elektroauto nach Berlin zu fahren.

Ich fahr trotzdem am Montag, 7. August – alleine – mit meinem KIA SOUL ev nach Berlin-Köpenick und besuche meine Schwester.

Es ist eine Art “Selbstversuch”, auch, weil mir das Gejammere wegen der geringen Reichweiten der eAutos auf die Nerven geht. Aber ich seh es tatsächlich als einen kleines Abenteuer, denn so ganz sicher bin ich mir ja nicht, wie einfach das wirklich ist.

20151211_103036Denn: ich fahr’ nicht mit einem TESLA, sondern eben mit dem SOUL ev, Baujahr 2015. Und das bedeutet 27KWh Batteriekapazität. Ich bin mit diesem Auto bisher rd. 19.000 km gefahren, vorzugsweise in Wien und Umgebung. Ein paar Mal ins Waldviertel, im Schnitt einmal im Monat nach St. Pölten und als weitestes Ziel bisher der Grundlsee (320 km, 3x nachladen). An meiner privaten Wallbox voll geladen zeigt mein SOUL ev im Sommer ca. 175 km Reichweite an. Im Stadtverkehr + Südost-Tangente + Bezirk Mödling sind das dann realistisch 200+ km. Die Klimaanlage / Heizung kostet rd. 10km Reichweite. Auf 100km brauch ich im Schnitt 13KWh. Auf der Autobahn mit 130km/h schaut das aber anders aus, schon wegen der praktisch nicht genutzten Rekuperation: Viel mehr als 130 km gehen sich da nicht aus.

Auf längeren Strecken ist man/frau auf Schnelllader angewiesen: Ladesäulen mit an die 50KWh Ladeleistung. Meine 27KW wären dort rein rechnerisch in wenig mehr als 30min. wieder voll. Allerdings laden diese “Tankstellen” die Batterie aus Sicherheitsgründen nur zu 80% voll. Das dauert zwar entsprechend kürzer, allerdings ist dann auch die Reichweite nicht so, wie wenn man/frau wirklich voll lädt: rechnerisch also etwa 145km. Und das bedeutet auf der Autobahn realistisch 110+ km.

Dazu kommt, dass es aktuell 3 Steckertypen zum Schnellladen gibt. Mein SOUL ev “kennt” eines, das japanische System CHADEMO. Die üblichen Schnellladestationen haben von jedem Steckertyp genau einen Anschluss, u.a. CHADEMO. Wenn der besetzt ist, heisst es warten. (Und wenn er defekt ist, auf den nächsten ausweichen – wenn man/frau’s noch schafft…).

Ich fahr trotzdem sehr gern mit (m)einem eAuto. Es ist ein unvergleichliches Fahrgefühl: ruhig, gleichmäßig, stetig. Durch die Rekuperation bremst man/frau deutlich seltener und man merkt, wie Energie wiedergewonnen wird. Man weiß, dass man keine Abgase produziert (und weil man Ökostrom tankt, gibt auch anderswo keine). Man/frau fährt wesentlich (!) bewußter – schon wegen der Reichweite. (Das ist ja ein wichtiger Nebeneffekt der eMobilität: die Wahl der jeweils optimalen Art, von A nach B zu kommen. Nicht immer nur – gedankenlos – mit dem Auto zu fahren).
Und man hat das Gefühl, Teil eines Fortschritts zu sein, das auch…

Aber nun zu meinem “Abenteuer”: Ich werde nicht die kürzere Strecke über Tschechien nehmen. Es gibt dort zwar einige Schnellladestationen, aber von unterschiedlichen Providern, von denen kein einziger eine englische WEB-Site hat. Für alle bräuchte man eigene Berechtigungskarten, aber auch, wenn man sich die besorgt: wie verständigt man sich bei Problemen bei einer Hotline, wenn man sich – wie ich – auf Tschechisch mit Mühe und Not in einem Lokal ein Bier bestellen könnte? Das wär mir dann doch zu viel Abenteuer…

Ich fahr die gute alte Transitstrecke über Hof in Bayern. Lt. Michelin 884 km.

Zum Tanken braucht man/frau letztlich die entsprechenden Berechtigungen, meist RFID-Karten im Scheckkartenformat. Ich hab Karten von WienEnergie/EVN, ELLA, SMATRICS (für Österreich) und newmotion (Deutschland) mit. Die Deutsche Raststättenkette Tank&Rast lässt (hoffentlich wirklich) gratis tanken. Das mit den unterschiedlichen Ladekarten ist natürlich auch blöd, aber das ist das geringste Problem, weil die Karten liegen im Auto und stören keinen.

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Hier beginnt meine Chronologie (in chronologischer Reihenfolge):

*** 7.8.2017, 9.30h Es geht los.

Bissl später, als geplant, aber nach einem feinen Frühstück bei Mr. Beans in der Mödlinger Hauptstraße :-)
Wetter optimal und Auto blatt´lvoll (174km).

20170807_0907231. Ziel: Ybbs (Autobahnstation). 102km. (Kein Problem).

*** 11.30h Ybbs

Na ja, tatsächlich los gekommen bin ich erst um 10h…
Viel los auf der Autobahn. Ich hab den Tempomat auf 120km/h eingestellt, aber meistens waren´s weniger.
Aber ich bin in die erste Falle gelaufen: obwohl mich eine eAutofahrerin (Danke, Monika, wenn Du das liest) gewarnt hat, dass ich nicht nur die Autobahnstationen im Auge haben soll, sondern auch auf welcher Seite der Autobahn die Ladestation liegt, bin ich in Ybbs reingefallen: es gibt nur auf einer Richtungsfahrbahn die SMATRICS-Ladestation – und zwar an der Richtungsfahrbahn nach Wien. Also 7km weiter, von der Autobahn runter und in der Gegenrichtung zur “richtigen” Raststätte :-(

Ich hab aber eh Puffer gehabt, also war das nicht das erste existenzielle Problem…

Hier ist die Ladesäule zum Glück frei und mein KIA wird grad geladen. Durchnschnittlicher Verbrauch bisher 16,7KWh/100km. Damit bin ich zufrieden.

Nächster Halt ist beim MERKUR in Wels (94km). Wird auch (?) kein Problem sein…

*** 12.55h Wels

War tatsächlich kein Problem. Ich bin in Ybbs um 11.55h losgefahren und mit 40km Reserve in Wels beim MERKUR angekommen.

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stilgerecht …

Ich glaub, ich geh mir jetzt im MERKUReine Wurstsemmel holen.

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Nächstes Ziel ist schon in Deutschland: Passau, Autobahnraststätte Donautal Ost (die Fahrtrichtung hab ich gecheckt…). 88km Entfernung. Die werden wir schnupfen :-)

Ich bin aber gespannt, wie das mit dem Tanken dort funktioniert: die Ladestation, die ich jetzt ansteuere, ist angeblich gratis…

*** 14.40h Passau

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Das war die Ursache für den Stau. Was wohl in den Luftballons abgeht…?

Das war jetzt eher ungut: 10km hinter der Grenze ein Mega-Stau wegen einer Grenzkontrolle. hat mich ca. 30 Minuten gekostet.

Jetzt bin ich aber bei der Raststätte und hab mich angeschlossen: es funktioniert!

Beim letzten Abschnitt sind mir 55km Reichweite übrig geblieben – ob ich zu vorsichtig bin? Regensburg sind 110km. Eigentlich hatte ich eine Ladung dazwischen geplant, aber wenn das so gut geht, probier ich es in einem. In Regenburg gibts wieder einen anderen Provider (allegro). Ich hab eine Tankkarte, die bei allegro passen soll und ich gehe davon aus, dass sie funktioniert.

*** 16.20h: Regensburg

Ja, funktioniert!
Das waren jetzt 107km und mir sind (wieder) 41km “übrig geblieben”. Und das trotz Klimaanlage. Ich hab mich jetzt für Wernberg als nächstes Ziel entschieden. Das sind zwar nur 74km, aber danach gibts eine gute Distanz von rd. 130km zum nächsten vernünftigen Ladepunkt an der A93.

Ich bin jetzt insgesamt 410km gefahren und war 4:50 Std. “in Bewegung”.

Also, wenn das alles weiter so funktioniert, dann ist das garnicht so ungut zu fahren: jede Stunde 20 min. Pause sind auszuhalten. Und dazwischen mit Tempomat versuchen, gleichmäßig und möglichst angenehm zu fahren.

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Mit vollen Hosen ist leicht stinken!

*** 17.45: Wernberg-Köblitz

Die Ladesäule (allegro) geht – schon wieder. Ich hab eine NewMotion-Karte und die funktioniert tatsächlich bei diesen “Tankstellen”.
Ich hab jetzt ca. die Hälfte am Weg nach Berlin. Jetzt wird es immer angenehmer zu fahren: kühler und weniger Verkehr:-)

OK: mit einem Verbrenner wäre mein Ausflug nicht der Rede wert (weiß ich schon). Aber, was mir noch auffällt: ich werd nicht müde beim Fahren. Das ständige Schauen auf den Verbrauch und die vielen Pausen machen so eine (normalerweise öde) Fahrt echt abwechslungsreich :-)

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Der Berichterstatter an seinem Arbeitsplatz

*** 21.00: Hirschberg (Thüringen, knapp hinter der ehem. DDR-Grenze)

Zwischen dem letzten dokumentierten Halt und dem Platz hier, wo ich ein Hotel für heute Nacht gefunden hab (und von wo ich morgen weniger als 300km nach Berlin hab) lagen zwei Lerneinheiten:

Nach den guten Reichweiteerfahrungen bisher hab ich mir eine 128km-Etappe vorgenommen. Und das war dann doch zu viel (möglicherweise, weil die Strecke ziemlich bergig war, hab ich mehr “Sprit” gebraucht. Ich hab´s mit weniger Tempo versucht, aber das ist erstens fad und war außerdem nicht so erfolgreich, dass ich hoffen durfte, das Ziel zu erreichen. Also bin ich zum letzten Ladepunkt zurückgefahren (an dem ich vorher vorbeigefahren war, als ich noch hoffte). 10km – ist nicht die Welt. Also voll laden (problemlos, aber das schreib ich jetzt nicht mehr dazu) und noch eine ganze Etappe in Angriff genommen. Mittlerweile war ich dann an der bayrisch-thüringischen Grenze (neben der Autobahn steht noch ein Stück Mauer). Dort wäre ich dann gern geblieben, aber bei der Raststation gab´s zwar Strom, aber kein Hotel. (Noch etwas, an das man denken muss). Also noch ein Stück weiter – und da bin ich jetzt.

Ein bißl´  müde, aber zufrieden, dass es den ganzen Tag kein Problem gab, außer eigene Blödheit (und das beruhigt!).

Insgesamt bin ich 665km gefahren, hab 6 x nachgeladen und einen Stromverbrauch von im Schnitt 16,6KWh/100km.

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Guten Morgen!

Tag 2 meiner kleinen “Abenteuerfahrt”.

Zuerst geht´s einen Restabschnitt von ca. 50km bis zum nächsten Vollladen.

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So viel Zeit muss sein!

*** 9:45: Hersdorf (bei Gera)

Die Fahrt hierhin war ja easy: wenig Verkehr, schöne Autobahn (wie überall in der ex-DDR).

Mein Ziel war eine Raststätte – auf der anderen Richtungsfahrbahn. Und das ganze knapp vor einem riesen Autobahnkreuz. Also ich vorher runter von der Autobahn und versucht, die Raststätte hinten herum zu erreichen. Nach 20 Minuten hab ich aufgegeben, weil mich das Navi des Autos ständig auf Wege lotsen wollte, die Fahrverbot sind (Radwege! Auf denen wollen wir ja nicht – noch dazu nicht illegal – fahren). Zum Glück gibt´s McDonalds (in einem eAuto sitzend stimmt das wirklich!). Also in der Nähe gibt´s einen McD und zu dem hab ich mich dann durchgeschlagen.

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*** 11.20h: Raststation Köckern

Wieder ein McD!

Und das erste Mal ein Zusammentreffen mit einem anderen Elektrischen – aber ich war um 2 Minuten schneller als der LEAF aus Malmö.

Der Kollege war mit seiner Familie plus Hund auf Urlaub in Kroatien und ist jetzt wieder auf der Heimfahrt.

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Man sieht aber extrem wenige eAutos unterwegs. Dafür gibts eigentlich eh ziemlich viele Lademöglichkeiten.

*** 13.35h: Beelitz (Spargelstadt)

Jetzt ist es passiert: das letzte Ziel war (mit viel Reserve) Linthe – wieder ein McD. Dort steht eine feine Schnellladestation, die mein eAuto – so wie bisher auf der ganzen Strecke – in ca. 20 min. zu 80% füllen sollte. Das erste Problem war, dass der Zugang zu dieser Ladesäule (das erste Mal auf meiner Berlin-Reise) zugeparkt war. Aber das war noch nicht das Schlimmste: die Ladesäule war defekt. Es war zwar eine hotline angegeben, aber nicht zu lesen, weil zugespayed (wie fast die ganze Anlage, die übrigens von innogy eRoaming betrieben wird).

Ich hatte noch 50km Reserve, aber in dieser Entfernung war keine andere Schnellladestation. Also hab ich mir die nächste mittelschnelle Ladesäule gesucht und dabei einige Dörfer im Süden von Berlin passiert. Und so bin ich in Beelitz gelandet. Statt mit 50KW “ziehe” ich jetzt Strom mit 6,6KW…

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Rathaus von Beelitz (im September gibt´s Bundestagswahlen in Deutschland)

Aber ich brauch eh nur mehr Strom für 60km für den letzten Rest der Strecke nach Berlin.

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Das ist eine nicht so schnelle Ladestation.

*** 15.35h: Berlin !

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Es war ganz zuletzt doch noch spannend…

Ja, das passiert Dir mit einem Verbrennungsmotor nicht. Aber eigentlich war ich von den 900km davor verwöhnt: bis dahin keine Ladestation besetzt oder verparkt oder nicht zu finden oder nicht benutzbar.

Wenn man Zeit hat, macht auch das weit-Fahren mit dem eAuto Spass (wenn nicht, nicht). Und es hat schon etwas von einer Expedition an sich…

In Summe bin ich 954km gefahren und hab über alles 16,2KWh/100km gebraucht. 9 x nachgeladen. Gekostet hat der “Spass” rein an Strom in Summe ca. €78,- Bei den Ladesäulen mit Verrechnung kostet die KWh in etwa €0,65, zu Hause €0,20. 3x hab ich unterwegs gratis geladen.

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Beweisfoto 1: Dorotheenstädtischer Friedhof

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Beweisfoto 2: Kuppel der Neuen Synagoge

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10.8.2017: wieder am Weg nach Mödling.

*** 14:50h Start in Berlin-Köpenick

Aufgeladen an der Schuko-Steckdose von Schwesters Garage und also 152km rechnerische Reichweite.

*** 15:35h Linthe
Das ist der Ladepunkt, bei dem ich bei der Hinfahrt Schwierigkeiten hatte (keine Lademöglichkeit, aber wenige Alternativen auf diesem Streckenabschnitt, deshalb ziemlich wichtig)

Ich wollte diesen Punkt wieder anfahren und hab in den 2 Tagen in Berlin den Betreiber (innogy eRoaming) im WEB ausfindig gemacht, die App eCharge installiert und studiert, woran es vielleicht gelegen, war, das ich dort nicht laden konnte. Sicherheitshalber hab ich noch beim Betreiber angerufen (sehr freundlich) und mich versichert, dass ich 1. alles richig gemacht hab und 2. die Ladesäule auch tatsächlich in Betrieb ist.

Erst danach hab ich mich getraut, Linthe wieder anzufahren. Allerdings hatte ich mir zwei Alternativen überlegt (1. Dessau, allerdings ca. 140km von Berlin: das könnte knapp werden. Und 2. ein Rasthaus von Tank&Rast 2km hinter Linthe: dort war auf der WEB-Site des Rasthausbetreibers tank.rast.de eine Ladestation eingetragen, nicht aber in der App “wattfinder” von goingelectric.de).

Dort (Linthe) angekommen, App gestartet, alles angegeben (inkl. VISA-Konto): das System hat alle Angaben akzeptiert und die Ladung vorbereitet. Diese Vorbereitung hat aber kein Ende genommen (Endlosschleife). Also an der Privat-Handynummer des Mitarbeiters des Betreibers angerufen. Der hat 30min herumgebastelt, 2x das System im Ladepunkt wieder hochgefahren, aber ohne Erfolg. Letztlich hat auch ihm das System gemeldet, dass der Ladepunkt “ready” sei, aber noch kein Auto angeschlossen ist (war aber natürlich doch…). Also wieder kein Erfolg :-(

Somit waren die beiden Alternativen gefragt.
Die erste war die unsichere: der größte Betreiber von Raststationen in Deutschland ist Tank&Rast. Auf deren Plätzen gibt es eine große Zahl von Schnellladesäulen – noch dazu (noch?) gratis. Ich hab einige Male bei Tank&Rast geladen. Auf deren WEB-Site tank.rast.de gibt es ein Verzeichnis von Ladestationen. In diesem Verzeichnis ist eine Lasestation bei der Raststation Fläming West angegeben. Und die war 2km weiter als Linthe. Nur: im wattfinder war dieser Platz nicht verzeichnet – und normalerweise ist diese App top. Aber, was weiß ich: vielleicht haben sie eine Ladesäule bei sich nicht eingetragen… Ich also hin zu der Raststation. Aber – wie befürchtet – war da tatsächlich keine Ladestation. Wenn man sich nun die Zeit nimmt und auf der WEB-Site von Tank&Rast weiter “forscht”, gibt es irgendwo ein pdf-File zum Download, wo der Ausbauplan der Firma dokumentiert ist. Und dort (!) findet man dann die Erklärung für die Malaise: die Ladesäule Fläming West ist “in Planung”…

Also Alternative 2: Dessau war aktuell 58km entfernt und ich hatte noch 70km rechnerische Reserve. Da hatte ich schon ein bißl ungutes Gefühl…
Auf der Autobahn gab´s dann auch noch einen Mega-Stau. Der gab mir allerdings Gelegenheit, zu checken, wieviel das Auto “frisst”, wenn es 10km lang mit 5 – 8 km/h weiter geht. Ohne Klimaanlage braucht das eAuto mit nur geringer Bewegung fast keine Energie.

Dieser Stau war also eine Art von Energiesparhelfer und ich bin nach fast 140km beim neuen Ziel angekommen: Dessau.

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Die 125km sind der Ladestand beim aktuellen Laden. Aber die 139,6km sind die letzte Etappe!

 

*** 17.35h Dessau

Dort gibt´s bei einem BMW-Händler wieder eine funktionierende Säule. 20min geladen und mit 127 rechnerischer Reserve weiter.

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*** 18.55h Stößen (Autobahnraststation)

98km waren es bis hierher – kein Stress.

Bei den großen Raststationen in Deutschland sind die Lasesäulen nicht immer leicht zu finden. Jetzt hab ich´s aber – glaub ich – gecheckt:

Immer im Restaurant-Bereich (nicht bei der Tankstelle) und immer ein Stück hinter dem Haupteingang. Die hier ist – wieder einmal – gratis…

Nächster Halt: Selbitz (wieder in Bayern). 98km weit entfernt. An sich kein Problem, wenn – ja, wenn – man nicht während eines massiven Gewitters, wenn man fast nichts sieht und mit Ach und Krach mit 50km/h weiter kommt, an diesem Autohof vorbei fährt! Und gerade, wenn man sich auf anderes konzentriert, kommt man erst bei der übernächsten Ausfahrt drauf, dass man schon zu weit ist. Und dann wird´s doch eng.

*** 20.45h Autohof Selbitz

Zum Beachten: in Deutschland gibts Raststationen und Autohöfe. Raststationen liegen direkt an der Autobahnund haben eine eigene Ausfahrt. Raststationn haben Tankstellen (brauch ich nicht), Restaurants, etliche auch Hotels und – manche – auch Stromladesäulen. Aber Achtung: hier spielt die Richtungsfahrbahn eine Rolle. Zumeist gibt es keine Verbindung zwischen den Raststationen auf den beiden Seiten der Autobahn. Die Ladesäulen sind von Tank&Rast und zur Zeit (noch) gratis und auch ohne Berechtigungskarte zu nutzen.

Autohöfe wiederum liegen ein bißchen abseits, sind über eine “normale” Ausfahrt zu erreichen (meist dann in einigen hundert Meter Entfernung), sind meist nicht so vielseitig ausgestattet (keine Hotels) – aber durch die Erreichbarkeit über die normalen Ausfahrten unabhängig von der Richtungsfahrbahn. Die Ladesäulen hier werden meist von allegro betrieben und die NewMotion-Karte funktioniert (die Ladung kostet aber).

*** 21.45h Autohof Thiersheim

*** 22.45h Autohof Wernberg-Köblitz

Dort war ich schon bei der Hinfahrt. Die Ladesäule steht unmittelbar neben einem Tesla-Supercharger. Wenn man in der App nicht tief genug zoomt, sieht man in der App nur den Supercharger (und den kann man mit “normalen” eAutos nicht brauchen).

*** 0.00h Regenburg

Die Suche nach einem Hotel ist ein anderes Thema und hat nicht mit eMobilität zu tun. (Ist aber auch spannend).

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11.8.2017, 2. Tag der Rückreise

*** 10.30h Start in Regensburg

Geladen am Autohof am östlichen Stadtrand (wieder ein Standort neben TESLA).

*** 12.00h Passau (Autobahnraststätte Donautal)

Achtung, Wunder!

Die App wattfinder zeigt eine Ladesäule bei der Raststation in Richtung Westen an (“Donautal Ost”). Bei der hab ich auch bei der Hinfahrt geladen. Wenn man in der “falschen” Richtung unterwegs ist, muss man also ein Stück bis zur nächsten Ausfahrt weiter fahren und quasi umdrehen. (Und das ganze natürlich noch einmal, um wieder in die passende Richtung fahren zu können).

Ich wollte aber aus Neugier doch auf die gegenüberliegende Raststation schauen. Vielleicht gibt es ja Ladesäulen, die nicht eingetragen sind (und nicht nur solche, die eingetragen, aber nicht vorhanden sind, s. oben).

Und siehe da:

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Das ist die den eAutofahrerInnen verheimlichte Ladestation am Rastplatz Donautal West :-)

*** 14:50h Wels (MERKUR)

*** 16:10h Ybbs

Diesmal war die Ladestation ja auf der richtigen Seite der Autobahn …

*** 17:30 Mödling

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Die Rückfahrt war mit 860km kürzer (weniger Fehler des Fahrers) und trotz viel Verkehrs (!) angenehmer und an sich völlig problemlos. Durchschnittsverbrauch 16,3KWh/100km. Wie bei der Hinfahrt insgesamt 9 x nachgeladen.

 

Fazit:

Ja, es war ein bißl von einem Abenteuer. Aber es hat eigentlich alles geklappt. (Dennoch: das nächste Mal fahr ich mit dem Zug).

  • Gelernt hab ich, das Tempo und damit den Stromverbrauch gut an die Entfernung anzupassen – das hat bei der Rückfahrt besser geklappt. Auf der Autobahn ist 110 – 115km/h offenbar ideal: dann ist die Reichweite tatsächlich so, wie vom Autocomputer nach der Ladung errechnet. Bei 130km/h kann man 10% von der Reichweite abrechnen.
    Man muss lernen, wie man die Angaben am Bordcomputer zu interpretieren hat. Im regionalen Bereich ist das egal – auf weiten Strecken nicht.
  • Ohne Navi und Smartphone geht so eine Fahrt garnicht! Es gibt zwar ausreichend Ladestationen, aber man muss die Fahrt exakt planen und die Ladepunkte genau anvisieren, sonst bleibt man unweigerlich hängen.
  • Ich bin mit der App “wattfinder” gefahren. Ich hab immer wieder auch andere Apps angeschaut, aber da fehlen dann immer wieder einzelne Standorte. wattfinder ist – fast – fehlerfrei und überdies ausreichend informativ, was die Eigenschaften der einzelnen Ladepunkte betrifft.
  • Das Tanken bei den Raststationen von Tank&Rast sind natürlich optimal – weil gratis.
    Die NewMotion-Ladekarte war aber unersätzlich: das Tanken mit dieser Karte ist nicht billig, funktioniert aber problemlos. (Zu bestellen bei de.chargemap.com). Die Karte kostet nichts und kommt nach ein paar Tagen per Post ins Haus: sie ist frei zu schalten, wobei man insbes. seine Bankverbindung angeben muss. Mit dieser Karte – übrigens ein niederländisches Konsortium – kann man Ladestationen einige unterschiedlicher Betreiber nutzen. (Die App wattfinder zeigt an, welche Karte für das Laden bei jeder Ladestation erforderlich ist).
  • In Österreich ist SMATRICS mit Schnellladestationen gut vertreten (3 Verrechnungsmodelle, eines davon ebenfalls ohne laufende Kosten); danaben gibt es einige Ladepunkte des Windkraftpioniers W.E.T, der Ladestationen unter dem Label ELLA betreibt. Der Rest in Österreich sind einzelnde versprengte Ladepunkte unterschiedlicher Betreiber.
  • Man muss immer damit rechnen, dass die Ladestationen nicht direkt an einer Schnellstraße/Autobahn liegen, sondern – wenn auch meist nur wenig – daneben. In Ländern ohne Autobahnmaut geht das, wenn man´s weiß. (In Italien oder Frankreich stell ich mir das schwieriger vor, weil die Abstände der Ausfahrten dor oft sehr groß sind).
  • Die Schnellladestationen laden die Batterien aus Sicherheitsgründen nie zu 100% voll. Beim meinem KIA ist bei 80% Schluß, beim LEAF kann man die Grenze angeblich selbst festlegen. Die Reichweite ist also in keinem Fall so hoch, wie wenn man zu Hause – langsam – lädt!
  • Und letztlich die Erfahrung: wenn man langsamer und gleichmäßiger fährt, kommt man weiter! Am Steuer eines eAutos ist das keine Allerweltsweisheit, sondern Realität. Und man lernt, dieses Fahren zu genießen!

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GRÜNE Sorgen - und kein Ausweg ?

2.Juli 2017 in GRÜN, heikel, persönlich, sehr ärgerlich

GRÜN in Bewegung

GRÜN in Bewegung

Jetzt ist gerade eine Woche seit dem GRÜNEN Bundeskongress vergangen und es ist Zeit, die Gedanken ein bißl zu sortieren.

Vorweg: ich bin sehr traugig und irritiert über die Entwicklungen und Entscheidungen bei den GRÜNEN auf Bundes- und Landesebene seit einigen Monaten. Nach der Wahl zum Bundespräsidenten, in der wir gezeigt haben, dass wir Bewegungen initiieren und in weiten Bereichen der Bevölkerung Wirkung erzielen können, sind bei manchen vielleicht die Bäume schon in den Himmel gewachsen und sie haben GRÜNE als fixen Teil einer neuen Bundesregierung gesehen. Aber nicht nur ist es nicht gelungen, die Dynamik der VdB-Wahlbewegung mitzunehmen – im Gegenteil. Das ganze Jahr 2017 ist für uns GRÜNE eine einzige Katastrophe. Und alles, was es an Positivem zu berichten gäbe, geht völlig unter: Ökostromnovelle, zB; Bildungsreform; U-Ausschuss zum Eurofighter (wenn etwas heraus kommt). Und nicht zu vergessen, was in vielen Bereichen lokal und regional erarbeitet und erreicht wird. Ich glaub´, dass wir hier in Mödling nach wie vor eine gute Arbeit machen und viel Zuspruch haben, aber natürlich macht uns die allgemeine Stimmung sehr zu schaffen: ich werde in Mödling ununterbrochen auf Peter Pilz angesprochen.

Was sich in allen heiklen Fragen dieses Jahres zeigt, dem Konflikt mit der Jugendorganisation und der Erstellung der Wahllisten auf Bundesebene, aber auch zu Jahresbeginn bei uns in NÖ, ist die Tatsache, dass die Auswirkungen der Entscheidungen auf die politische Stimmung völlig verkannt – unterschätzt – werden.

Auch aus einer Distanz zu den Gesprächen meine ich doch, dass die Art und Weise der Trennung von der GRÜNEN Jugend nicht in der maximal schädlichen Art und Weise erfolgen hätte müssen. Und auch die Abwahl von wichtigen Parlaments-Abgeordneten hätte anders gemanagt werden müssen (wenn die Strategen der Partei irgendwie ihrem Namen gerecht werden wollten). Dabei geht´s nicht nur um Peter Pilz (OK, der Konflikt mit ihm hat den größtmöglichen Schaden angerichtet); mir persönlich tut es um Bruno Rossmann noch mehr leid, einen ganz exzellenten Budgetexperten, der auch nicht mehr im Nationalrat vertreten sein wird.

Mehrere Entscheidungen der vergangenen Monate – und da gehört die Wahl der NÖ Landesliste dazu – erwecken den Eindruck, dass die GRÜNEN nicht (mehr) in der Lage oder willens sind, “schwierige” Menschen in ihren Reihen auszuhalten und dazu neigen, KandidatInnen zu bevorzugen, die in erster Linie loyal und unkompliziert sind. Wenn das stimmt, ist es ein bedenkliches Zeichen, denn ich glaube, dass die GRÜNEN eine so weit wie möglich offene Partei sein sollten, die – auch interne – Diskussion nicht nur zulassen, sondern im Gegenteil fördern sollten. Noch vor Jahren waren an der Erstellung von KandidatInnen-Listen auch Nicht-Parteimitglieder stimmberechtigt. Ob das immer optimal war, sei dahin gestellt, aber wir haben den Dialog auch mit Bürgerinitiativen gesucht – und natürlich auch in unseren Reihen NonkonformistInnen gehabt. Ich glaube, dass das Widerstreiten ein unverzichtbarer Teil der Identität der GRÜNEN ist!

Die GRÜNEN auf Disziplin zu trimmen und so zu glauben, Erfolg bei Wahlen zu haben, ist ein Irrglaube!
Denn es geht beim Werben um unsere Ideen in erster Linie um Authentizität, um Glaubwürdigkeit, darum, für die eigene Meinung einzustehen – und nicht nur um Taktieren um Regierungsbeteiligungen (und die damit verbundenen Jobs). Diese offensichtliche Taktiererei ist ja das, was den Menschen auch in Österreich so unendlich auf die Nerven geht: dieses gegenseitige Belauern, das Einbetonieren am Justament-Standpunkt, dieser “Kampf” um Zehntel-Prozente bei der nächsten Sonntags-Frage. Und ja: das Aufkündigen von Regierungsbündnissen, weil man sich kurzfristig Vorteile verspricht. Dieses Einengen auf eine Linie und deren taktische Verfolgung hat jetzt auch bei uns GRÜNEN Einzug gehalten – gerade zur Unzeit.

In Landes- und Bundeskongressen haben FunktionärInnen und Delegierte abgestimmt. Da gibt es natürlich unterschiedliche Informationsstände und da gibt es Vorschläge für Abstimmungsverhalten und natürlich – Absprachen. Dass jetzt einige meinen, diese Kongresse seien Ausdruck der Basis, die unvoreingenommen die Bewerbung der einzelnen KandidatInnen bewertet, ist eine Beleidigung der Intelligenz der EmpfängerInnen solcher Botschaften. Natürlich gibt´s eine Strategie auf solchen Versammlungen. Und die war sicher – nicht zum ersten Mal, nebenbei – Peter Pilz abzuwählen.

Ja: Peter Pilz ist ein ziemlicher Einzelkämpfer. Ja: er ist eine Diva und ich kenne niemand, der enger mit ihm zusammen gearbeitet hat, der ihn persönlich “aushält”. Und ich glaube auch, dass er seine Abwahl provoziert hat. Aber sein Name steht für vieles, wofür die GRÜNEN als Ganzes stehen. Er ist einer der profiliertesten Politiker Österreichs und er repäsentiert wie kein anderer die Bekämpfung der Korruption – eines unser “heiligen” Ziele. Er war mit seiner Art auch erfolgreich – wenn auch nicht immer so erfolgreich, wie er es verkauft hat. Aber auch, wenn das Geld für die Eurofighter noch nicht wieder an Österreich zurück geflossen ist (wie er es vor Jahren angekündigt hat): seine Recherchen und die entsprechende PR haben die Öffentlichkeit sensibel und hellhörig gemacht. Und alleine dafür gebührt ihm uneingeschränktes Lob.

Er ist ein Mensch, der mit unheimlicher Energie seine Positionen vertritt; der uneingeschränkt für seine “Message” steht; der glaubwürdig Politik als das vertritt, was sie ist: das Überzeugen von Menschen und für den genau diese Art von Politik offensichtlich auch Spaß macht. In diese Sinn war (und ist) Peter Pilz Vorbild für viele, vielleicht nicht nur bei den GRÜNEN.

Für uns in Mödling waren seine Beiträge meistens ein Ansporn und motivierend. (Zu) selten durften wir ihn in Mödling begrüßen, haben seine Besuche aber als politische Highlights immer sehr genossen.

Ob das sympathisch ist, was er jetzt andenkt, selbst und außerhalb der GRÜNEN zu kandidieren? Die StrategInnen der Partei hätten eine solche Reaktion jedenfalls vorher sehen müssen. Und auch den Schaden für die GRÜNEN. Das haben sie nicht getan, sondern ihre Linie durchgezogen. Der Eindruck in der Öffentlichkeit ist – 3 Monate vor der Wahl – verheerend. Und die GRÜNEN vor Ort – zum Beispiel in Mödling – sehen sich ratlos, obwohl sie sich eigentlich auf eine Wahlwerbung vorbereiten sollten. Aber zur Zeit steht der Motivationsbarometer ganz auf “Tief”.

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Prost …

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Dieter Brosz und Peter Pilz in Mödling.

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Auch Bäume verlassen uns ...

9.Februar 2017 in heikel, konkret, traurig

20170207_154105Wir haben es schon seit Jahren befürchtet: die Pappeln am Schulweg sind in einem schlechten Zustand, aber jetzt scheint das Risiko wirklich schon groß zu werden.

Pappeln werden seit Jahren nirgends mehr im bewohnten Gebiet gesetzt: sie sind Flachwurzler und auch auf Grund des schnellen und hohen Wuchses nicht sehr standsicher, sie leiden unter schlechter Luft und kommen mit dem Salz des Winterdienstes nicht gut zurecht.

Die 17 Pappeln vis-a-vis der Feuerwehr waren schon 2009 im Visier der städtischen Gärtnerei. Wir haben damals vereinbart, es noch ein paar Jahre zu versuchen. Dazu wurden die Spitzen gekappt, sodass sie weniger stark dem Westwind ausgesetzt sind. So hat das nun einige Jahre funktioniert. Die Bäume wurden allerdings laufend beobachtet  – zum Beispiel wurde der Stammumfang in regelmäßigen Abständen gemessen. Bei 7 Bäumen gibt es nun seit Jahren kein Wachstum mehr und auch auf Grund vermehrten Totholzanfalls scheint es nun wirklich schlecht zu stehen um diese Burschen. Und das ist dann wirklich gefährlich, weil diese Bäume ganz schön Schaden anrichten können, wenn sie umfallen.

Es ist schade um sie, nicht nur weil es um jeden Baum schade ist, sondern hier ganz besonders, weil diese Baumzeile für die Gegend durchaus prägend ist.

Vor ein paar Tagen gab es ein Gipfelgespräch am Schulweg. Nicht nur die zuständigen Beamten waren dabei, auch Prof. Florineth von der BoKu hat seine Einschätzung abgegeben. Wir haben vereinbart, dass noch ein weiteres externes Gutachten eingeholt wird, bevor endgültig über das Schicksal der Bäume entschieden wird. Dieses Gutachten wird dann im WEB veröffentlicht, sodass jedeR die Beurteilung nachlesen kann.

Gleichzeitig wurde aber besprochen, dass, wenn das Gutachten die Einschätzung der städtischen Gärtnerei bestätigen sollte, die Fällung der ganzen Reihe von Pappeln am Schulweg ein Thema wird. Dann könnte der Grünstreifen unmittelbar neu gestaltet werden: mit einer neue Baumreihe – statt Pappeln Bäume, die für den Straßenraum, für das Klima – und die Salzbelastung besser geeignet sind. Da würde es ein kleines Projekt zur Gestaltung geben, dass dann auch rechtzeitig präsentiert wird.

Aber jetzt warten wir einmal auf das Gutachten…

 

 

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Enzersdorferstrasse: Strassenbau und die Auswirkungen

4.Juni 2015 in ärgerlich, heikel

3809385_1_UmleitungJa, es stimmt: die Kommunikation über die Auswirkungen der Arbeiten in der Enzersdorferstrasse auf die angrenzenden Gassen im Zug der Umleitungen war mehr als mangelhaft. Als zuständiger Stadtrat muss ich dafür um Entschuldigung bitten.

Tatsächlich hat uns in den Tagen vor Baubeginn die Zeit überholt: am 20.5. gab es eine große Verkehrsverhandlung, bei der die Umleitung besprochen wurde. (Es ist nicht einfach, den Verkehr bei einer derart großen Baustelle bei den engen Strassenverhältnissen in Mödling umzuleiten).

Ziel der Stadt war und ist, die Arbeiten möglicht konzentriert abwickeln zu können – also möglichst alles in einer möglichst kurzen Zeit unterzubringen. Als Zeitfenster sollte die Ferienzeit herhalten, weil da mit wesentlich geringerem Verkehrsaufkommen gerechnet werden kann. Bis Schulbeginn soll alles fertig sein.

In den Tagen nach der Verkehrsverhandlung hat uns allerdings in den Detail-Termin-Planungen mit den ausführenden Firmen die Zeit “überholt”: der Tag, an dem spätestens mit den Arbeiten begonnen werden muss, um das Ziel (Schulbeginn) zu gewährleisten, ist ständig weiter nach vorn gerückt. Bis uns dann klar wurde, dass nur mehr 2 Tage zur Verständigung blieben. Es standen zwar schon seit vielen Wochen Ankündigungen über die geplanten Arbeiten, die konkreten Auswirkungen waren den AnrainerInnen – insbesondere entlang der Umleitungsstrecken – aber unbekannt. Wir haben das Vorhaben dann schnell ins Internet gestellt und einen Brief an die AnrainerInnen händisch ausgetragen. Aber das war natürlich zu spät. Und ich kann den Ärger der Betroffenen gut verstehen.

Was wir von Seien der Stadt jetzt machen (können), ist 1. so weit möglich nachzubessern und auf erkannte Probleme zu reagieren (u.a. werden wir Warnschilder schon in der weiten Umgebung des Baustellenbereichs aufstellen, um den Verkehr so weit wie möglich zu großräumigen Umfahrungen zu bewegen). Wir werden auch sehen, ob im Umleitungsbereich ein LKW-Fahrverbot machbar ist. Und wir nehmen jeden weiteren Vorschlag gern entgegen.

Aber 2. werden wir aus dieser Entwicklung zu lernen haben. Auch wenn ein derart großes Vorhaben in Mödling nur selten zu bewältigen ist und die Erfahrungen fehlen: wir hätten uns zur Kommunikation eben KnowHow einkaufen müssen.

Für die aktuelle Situation muss ich die Betroffenen ganz einfach um Verständnis ersuchen.

Aber, auch wenn das unmittelbar nicht hilft: ich glaube, dass die Sanierung der Enzersdorferstraße insbesondere für die FußgängerInnen sehr viele Verbesserungen bringen wird.

 

 

 

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Tag 2 nach dem bisher erfolgreichsten

27.Januar 2015 in heikel

Auch das "Zentralorgan" würdigt den Erfolg

Auch unser “Zentralorgan” kommt um eine Headline nicht herum: wir freuen uns auch mit einigen Nachbarorten :-)

Und es haben sich viele mit uns gefreut: auch in fernen Gegenden (Wien, Klosterneuburg…).

Und in Mödling kann ich nicht weit gehen, ohne Glückwünsche entgegen nehmen zu dürfen.

Langsam flaut die Flut der GlückwünscherInnen aber doch ab (schade eigentlich).

Gestern gab es dann doch die Einladung der ÖVP zum Sondierungsgespräch. Wir haben heute erste Standpunkte ausgetauscht – und an sonsten Vertraulichkeit vereinbart. Mal schauen, ob wir wieder zusammen kommen.

Ich denke, dass wir so wie bisher mit Augenmaß agieren, aber doch darauf achten werden, wichtige Punkte umzusetzen, mit denen wir uns auch unseren WählerInnen verpflichtet fühlen.

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Tag 1 nach dem bisher erfolgreichsten.

26.Januar 2015 in heikel

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Sehr nett gefeiert haben wir gestern abend in der Bühne Mayer und haben uns gemeinsam mit FreundInnen über unser sensationelles Ergebnis gefreut.

Heute früh ging zunächst die Sitzung der Wahlkommission weiter. Während aber normalerweise am Tag nach der Wahl nur mehr die Vorzugsstimmen ausgezählt werden, galt es heute, Ungereimtheiten in den Auszählungen der einzelnen Sprengel zu behandeln. Ursache für alle diese Probleme sind diese stumpfsinnigen Namenswahlzettel. Es ist ja tatsächlich möglich, mehrere von diesen in ein Kuvert zu stopfen. Wozu das gut sein soll, erschließt sich mir nicht; denn auch das “heilige” Prinzip “Name vor Partei” (das bedeutet: Verstecken der eigenen Partei) könnte mit einem normalen amtlichen Stimmzettel genausogut funktionieren.

Wenn aber mehrere dieser Namens-Stimmzettel in einem Kuvert liegen und nicht sofort (!) nach dem Öffnen zusammengeheftet werden, dann werden aus einer viele Stimmen. Weil man diese Stimmzettel nie wieder zusammenfindet. (Man merkt das dann, wenn man die Zahl der Stimmzettel mit der Anzahl der WählerInnen vergleicht).

Und solche Fälle hat´s gestern gegeben.

Also haben wir in der Gemeindewahlkommission heute die gesamte Wahl nachgerechnet. Einige kleinere Fehler haben wir behoben. Die Fehler mit “Mehrfachstimmen” konnten nicht mehr behoben, aber eingegrenzt werden. Es waren tatsächlich einige Stimmen zu viel abgegeben worden, aber es wäre in keinem Fall zu einer Verschiebung von Mandaten gekommen.

Wir GRÜNE brauchen so einen Unsinn wie die Namensstimmzettel nicht. Unsere WählerInnen können (eine Vorzugsstimme) selbst schreiben und uns ist die Wahl selbst wichtiger als Vorzugsstimmen-Spielchen. Wir hatten mit gutem Grund keine Vorzugsstimmzettel verteilt. Und wir werden in den nächsten Tagen die anderen Parteien des Mödlinger Gemeinderats öffentlich auffordern, bei der nächsten Wahl freiwillig auf das Austeilen dieser Zettel zu verzichten. (Ein kleiner Tipp an die anderen: man kann eine Wahl auch ohne diese Zettel gewinnen!).

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Trinkwasser: eine heikle Sache...

12.Dezember 2014 in heikel

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Also, jetzt ist für´s erste einmal Entwarnung gegeben worden: Wasser kann ab sofort in ganz Mödling wieder bedenkenlos getrunken werden.

Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, das haben uns die letzten 3 Tage bewiesen.

Offenbar hat ein Gärtner zur Aufzucht seiner Blumen ziemlich intensiv Pestizide – und was wissen wir, was sonst noch – in seinen Glashäusern eingesetzt.

Und aus welchem Grund immer, vorsätzlich oder versehentlich werden die Gerichte zu klären haben, pumpt der Apparat in die andere Richtung: nicht von der Wasserleitung weg und hin zu den Blumen, sondern in die Wasserleitung hinein. Mit den Pestiziden.

Ein Anrainer meldet beim Wasserwerk, dass das Wasser “stinkt”. Und dann geht´s los: die Suche nach der Ursache und nach der Verbreitung. In Wasserleitungssystemen gibt es keine automatischen Detektoren, nicht in Mödling und auch nicht sonstwo. Die Kollegen in Wien haben mir erklärt, dass man da oft tagelang nach dem Verursacher sucht. Aber auch, dass wirkliche Verunreinigungen im Wasser sehr, sehr selten sind.

Aber man sucht nicht nur nach dem Verursacher, sondern man muss gleichzeitig die Substanz analysieren, um das Risiko abzuschätzen; man muss die Verbreitung der Substanz im Leitungsnetz abschätzen; man muss über Absperrungen entscheiden und auch darüber, wer dann aller kein Wasser zur Verfügung hat (auch wenn sein Bereich vielleicht garnicht direkt betroffen wäre).

Im Fall der Wasserverschmutzung in der Südtirolersiedlung in dieser Woche wird jetzt vor allem die Kriminalpolizei zu arbeiten haben. Dann die Staatsanwaltschaft und letztlich ein Gericht. Zurückbleiben wird aber ein Gefühl der Unsicherheit: was ist tatsächlich passiert? Was sind die Auswirkungen auf mich und meine Familie? Was hätte noch passieren können? Was müsste / könnte getan werden, dass dieses Risiko reduziert wird?

Wir werden in den kommenden Wochen über vieles reden und nachdenken müssen.

Auch darüber, welche Substanzen überhaupt zugelassen werden (AGRITOX ist in Österreich im Handel frei erhältlich). Auch darüber, wo und mit welchen Kontrollen solche Substanzen eingesetzt werden dürfen (in unmittelbarer Nähe zu einem Wohngebiet?). Aber schon auch, was wir kaufen, wenn wir besonders schöne Rosen erstehen (OK: sie riechen nicht mehr, wie früher, aber sie halten “ewig” – warum wohl?). Aber wahrscheinlich auch darüber, wie in noch so unwahrscheinlichen Fällen, die nie in Erwägung gezogen wurden, die richtigen Entscheidungen in kürzester Zeit getroffen werden können.

Die vergangenen Tage haben vielen Menschen einen großen Schrecken eingejagt: den Betroffenen, sowieso. Aber auch den Zuständigen für das Trinkwasser. Und auch den politisch Verantwortlichen.

Neben der kriminaltechnischen und strafrechtlichen Seite sind nun noch einige wichtige technische Untersuchungen durchzuführen. Die Glaubwürdigkeit der Politik wird nicht nur daran gemessen, ob sie im Anlassfall richtig reagiert, sondern auch, ob sie die richtigen Lehren aus den Erfahrungen zieht. Ich gehe davon aus, dass auch in den nächsten Wochen die Untersuchungsergebnisse öffentlich zugänglich gemacht werden und die Frage nach den Schlußfolgerungen ernsthaft und mit Konsequenz gestellt wird. Dann wird sukzessive das Vertrauen auch in das Trinkwasser wieder steigen.

Aber der Schrecken wird noch lange bleiben.

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B17 autofrei: sehr schön!

31.August 2014 in heikel

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Ein seltenes Bild: Sonntag, 31. August 2014, 11:45h

Am heutigen Sonntag hat die ÖVP Wr. Neudorf die B17 um die Mittagszeit sperren lassen. Eine Demo war angemeldet und es ging – wie seit x Jahren – um die Trasse der Triesterstraße in Wr. Neudorf.

Während Bürgermeister und SPÖ eine Verkehrsberuhigung und Ablenkung des Verkehrs (“zur A2″) vorschlagen, verfolgt Herbert Janschka mit der lokalen ÖVP die alte Idee, die er noch im Umweltforum entwickelt hatte, die B17 im Ortsbereich zu untertunneln. Der Tunnel sollte ungefähr von der Kreuzung bei der Badner-Bahn-Station bis zur Kreuzung mit der Schillerstraße reichen. Und dadurch könnte Platz gewonnen werden, ein Ortszentrum zu gestalten.

Vorweg: Autoverkehr vom Zentrum weg zu bekommen ist gut. Das gilt natürlich auch für Wr. Neudorf.

Die Frage ist das WIE. Und für die Nachbargemeinden (das ist v.a. Mödling) stellt sich die Frage nach den Auswirkungen von geplanten Maßnahmen.

Bei der Idee des Bürgermeisters habe ich die Angst, dass Verkehr nicht nur zur A2, sondern auch nach Mödling abgeleitet wird. Das ist bei einem Tunnel nicht in dem Ausmaß zu befürchten. Insofern schreckt mich die Idee mit einem Tunnel nicht. (Die Möglichkeit der Realisierung bei Kosten von zig Millionen ist eine andere Frage: das würde Wr. Neudorf nicht schaffen, auch wenn Janschka die Absolute bekommen würde).

Für mich stellen sich aber ein paar grundsätzlichere Themen:

Zum einen ist eine Planung für eine Führung der B17 eine Angelegenheit nicht nur eines Ortes, sondern der ganzen Region. Was wir heute sehen können, ist der Beginn des Gemeinderatswahlkampfes in Wr. Neudorf. Ich finde, das ist die falsche Ebene, solche Probleme zu besprechen. Das gehört auf die Agenda des Stadt-Umland-Managements oder der BürgermeisterInnen-Konferenz.

Zum anderen hab ich die Befürchtung, dass ein Tunnel für einige Jahre den (Auto-)Verkehr wieder flüssiger – und damit attraktiver – macht. Die Staus werden dann weiter nördlich oder südlich kommen, weil´s dann dort zu eng ist.

Ich finde, dass die Frage der Dichte des Autoverkehrs in unserer Region ins Zentrum der Überlegungen rücken muss: wie kann das Verkehrsaufkommen auf den Nord-Süd-Achsen im Bezirk reduziert werden? Auch die A2 ist ja für die Menschen, die entlang der Autobahn wohnen, eine Qual: Tempo 80 bis zum Knoten Guntramsdorf wird ja mittlerweile nicht nur von den GRÜNEN gefordert.

So scheint mir z.B. die Taktverdichtung der Badner Bahn eine vorrangige Aufgabe und eine Chance, das PKW-Aufkommen zwischen dem Süden von Wien und Baden zu reduzieren. (Aber auch die Trassenführung der Badner Bahn macht im Zentrum von Wr. Neudorf Probleme).

Insgesamt sind alle diese offenen Themen Folge einer nicht vorhandenen Planung des Siedlungsgebiets. Viele PolitikerInnen führen an Sonntagen zwar das große Wort in Richtung auf eine vorausschauende Planung, aber wenn sich auch nur eine kleine Chance für einen Vorteil für die eigene Gemeinde bietet, wird ohne lang nachzudenken, zugeschlagen. Siehe die neue Siedlung “Anningerpark” in Wr. Neudorf: verkehrstechnisch ein ziemlicher Wahnsinn. Und an dem Deadlock bei der Kreuzung der B11 mit der B17 wird leider auch ein Tunnel im Ortszentrum Wr. Neudorf nichts ändern.

Es ist eine sehr komplexe Situation im Südraum von Wien, der man – so fürchte ich – nicht mit kosmetischen Maßnahmen an einzelnen Ecken gerecht wird.

Obwohl: nett ist es schon gewesen, die B17 betreten zu können, ohne getötet zu werden…

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Vorzugsstimme für Madeleine ?

19.Mai 2014 in heikel

c Markus Hammer

Madeleine Petrovic vor dem Abend mit Werner Kogler am 8. Mai in Mödling (c Markus Hammer)

Madeleine Petrovic wirbt in Niederösterreich um unsere Vorzugsstimmen.

Ich werde ihr meine nicht geben.

Und das möchte ich begründen:

  1. Ich kenne Madeleine Petrovic schon sehr lange (wir haben vor unserer beider GRÜNEN Zeit zwei Jahre in der gleichen Sektion im gleichen Ministerium gearbeitet)
  2. Ich schätze Madeleine sehr – politisch sowieso, aber auch als sehr kluge, engagierte, zielgerichtete Frau (eigentlich steht´s mir ja garnicht zu, sie zu beurteilen, weil sie um Dimensionen mehr politisch bewirkt hat, als ich)
  3. Sie hat für die GRÜNEN unbeschrieblich viel an Zeit und Kraft investiert: als Bundessprecherin, im Nationalrat und jetzt – seit ein paar Jahren – im NÖ Landtag
  4. Die GRÜNEN Mödling haben sich in x Wahlkämpfen speziell für Madeleine Petrovic eingesetzt
  5. Die bundesweit einheitliche Liste und Reihung der KandidatInnen für eine EU-Wahl wird nach unserem Regulativ vom Bundeskongress beschlossen. Beim BuKo am 1. Dezember 2013 in Salzburg wurden in folgender Reihung gewählt: Ulrike Lunacek, Michel Reimon, Monika Vana, Thomas Waitz und Madeleine Petrovic. Madeleine hat für Platz 2 kandidiert, aber der Kongress hat andere ihr vorgezogen.
  6. Nun ist die Schwelle bei EU-Wahlen niedrig, um sich über Vorzugssetimmen vorzureihen: wahrscheinlich würden einige Zehntausend Stimmen reichen, dass eine/einer der weiter hinten gereihten Kandidatinnen/Kandidaten zumindest den zweiten Platz erreicht und damit – wenn wir zwei Mandate erreichen – ins Europaparlament kommt.
  7. Madeleine Petrovic versucht es. Sie macht mit Unterstützung unserer Landespartei einen Persönlichkeitswahlkampf, um – entgegen der beschlossenen Reihung – weiter nach vorne zu kommen. Formal hat sie natürlich das Recht dazu.
  8. Es wäre auch OK, wenn alle KandidatInnen mit jeweils gleichen Mitteln um Vorzugsstimmen werben würden: das wäre insgesamt vielleicht sogar erfolgversprechend, weil dadurch ein bißchen Spannung in den Wahlkampf käme. Es ist aber nicht so: Madeleine Petrovic ist die einzige, die sich – mit Unterstützung ihrer Landespartei – vorkämpfen möchte.
  9. Ich denke, dass man Erfolge feiern und Mißerfolge hinnehmen und im Sinn der Loyalität gegenüber der GRÜNEN Bewegung respektieren sollte. Auch wenn´s weh tut.
  10. Ich werde Madeleine Petrovic meine Vorzugsstimme nicht geben.

P.S.: ich bin trotzdem dafür, die Kirche im Dorf zu lassen. Wir werden uns auch in Zukunft freuen und es schätzen, wenn Madeleine Petrovic uns in Mödling besucht und ich hoffe, dass sie uns weiter mit ihrer Erfahrung und in ihren Funktionen unterstützt. Und wir alle hoffen, dass wir am Sonntag ein gutes Ergebnis bei der EU-Wahl erreichen werden. Nur: meine Vorzugsstimme, die bekommt sie für ihr Überholmanöver nicht.

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Die Entwicklung eines neuen Stadtteils ist heikel: in Mödling geht´s aktuell um die Verbauung der Gründe der ehem. Polizeischule

10.Dezember 2013 in heikel, interessant, konkret

Die grünen Bereiche sollen bebaut werden

Die grünen Bereiche sollen bebaut werden

Die Diskussion geht ja schon seit langem: schon 2004 gab´s einen städtebaulichen Ideenwettbewerb zur möglichen Nutzung der rd. 45.000m² nördlich der HTL, wo bis dahin die zentrale Ausbildungsstätte unserer (Bundes-)Gendarmerie lag. Diese wurde anderswo neu gebaut und so sind die Grundstücke ungenutzt. Weil die Flächenwidmung “Bauland-Sondergebiet Gendarmeriezentralschule” lautet, kann ohne Umwidmung durch die Stadt dort *nichts* gebaut werden.

Also kann sich die Stadt im Gegenzug einiges wünschen – und tut das auch. Allerdings war die Initiative der BIG (Bundesimmobiliengesellschaft) in den vergangenen Jahren überschaubar: es gab zwar immer wieder Gespräche, aber wir hatten seitens der Stadt den Eindruck, dass es die BIG nicht eilig hat. Jetzt schaut das ein bißchen anders aus: es liegt nun erstmals ein konkreter Widmungsantrag seitens der BIG vor.

Und das war auch gleich der Zeitpunkt für eine BürgerInneninfo. Die hat am 3. Dezember im Medienraum der HTL statt gefunden. Es gab zwar die Vermutung, dass die BürgerInnen am Stand der Verhandlungen interessiert sind, aber der Andrang hat dann doch die Erwartungen übertroffen: alleine im Saal waren während der Präsentation sicher 200 Menschen – es war völlig ausgeschlossen, die vielleicht noch einmal so vielen in den Gängen Wartenden in den Raum zu bringen. Also haben wir spontan beschlossen, eine zweite – inhaltlich gleiche – Veranstaltung Anfang Jänner abzuhalten und dies (so laut es ging) vor dem Saal verkündet. Daraufhin sind dann sehr viele wieder heim gegangen.

Großes Gedränge in den Gängen der HTL

Großes Gedränge in den Gängen der HTL

Die Diskussionen waren dann sehr vielfältig: viele Menschen sorgen sich nach wie vor um den – zusätzlichen – Verkehr. Aber es haben auch einige ihrer Zufriedenheit Ausdruck gegeben, dass die Widmungspläne nun deutlich “sanfter” ausfallen, als noch vor knapp 10 Jahren.

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Gegen Ende des Abends: da waren dann schon einige Plätze frei

Alles in allem war´s eine doch ziemlich hitzige Veranstaltung und – wer es nicht geahnt hatte – weiß jetzt, dass die Bebauung eines so großen Areals für die AnrainerInnen mehr als wichtig ist.

Ich hab´ aus dem Abend die Gewissheit mitgenommen, dass wir uns als Stadt sehr um eine verträgliche Bebauung kümmern müssen; dass die Menschen auch die Errichtung einer entsprechenden Infrastruktur erwarten (nicht nur Nahversorger, sondern auch etwa ein Caféhaus als lokalen Treffpunkt; einen Kindergarten); dass wir versuchen müssen, nicht nur hochpreisige Wohnungen, sondern auch leistbaren Wohnraum entstehen zu lassen; und dass wir Lösungen für die Mobilität in diesem Stadtteil suchen müssen.

Die 2. BürgerInnenpräsentation ist nun für den 14. Jänner um 19.00h angesetzt. Ort ist wieder die HTL. Die Stadt hat aber parallel alle präsentierten Pläne und Modelle im WEB zugänglich gemacht: www.moedling.at/gzs. Schau´n Sie sich die Site an!PC031203k

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