Verantwortungsvoll mit Geld umgehen...

25.Mai 2020 in erfreulich, interessant, persönlich

Nicht erst seit der Corona-Krise reden wir darüber, dass die post-industriellen Gesellschaften eigentlich anders aufgestellt sein sollten, als nur nach den Kriterien der Finanzwirtschaft. Das ewige Gerede von der Steigerung der Effizienz, vom Bestehen am Markt, das Verlagern von Produktionen nach irgendwo aus betriebswirtschaftlichen Zwängen und über allem das Übervorteilen der Konkurrenz. Das alles hat sich in unseren Gehirnen ausgebreitet bis hin zu „Geiz ist geil“: das Streben nach Vorteil gegenüber anderen, koste es was es wolle.

Ein ganz besonders fieser Spruch ist ja der ÖVP-Slogan „Leistung muss sich wieder lohnen“. Die Medaille hat nämlich auch eine zweite Seite: Nicht-Leistung darf sich nicht lohnen, heisst: muss man spüren durch Einschränkungen / Armut…

Und diese Leistung wird natürlich wieder durch Geld gemessen.

In der Krise ist zwar oft die Rede von den „Helden und Heldinnen“, wie Spitalspersonal und Pfleger*innen. Aber in finanzieller Zuwendung drückt sich dieses Lob nicht aus. (Im Gegenteil: den Pflegerinnen, die aus Rumänien eingeflogen werden, bekommen nach wie vor nur reduziertes Kindergeld…).

Für diese Ent-Solidarisierung gibt es unendlich viele Beispiele.

Es ist aber der Kern der Probleme, die wir zur Zeit haben.

Aber es gibt viele – oft kleine – Initiativen, die man auf der großen Bühne der Machtspiele kaum ausmacht, die einen aber trotzdem helfen, an der Menschheit nicht zu verzweifeln. Es gibt die praktische Solidarität.

Vor ein paar Tagen ist mir – als Mitglied – der Jahresbericht von Oikokredit Österreich in die Hände gefallen.

1975 wurde auf Initiative des Ökumenischen Rates der Kirchen die Ecumenical Development Cooperative Society (EDCS) mit dem Ziel der Mobilisierung kirchlicher Rücklagen für Entwicklungsförderung in den Niederlanden gegründet. Der Grundansatz, Entwicklungsförderung durch Kredite mit einem werthaltigen Investment zu verknüpfen, stieß anfänglich bei kirchlichen Finanz- und Entwicklungsexperten auf Skepsis. Ende der 1970er Jahre schlossen sich Privatpersonen und Kirchengemeinden in Förderkreisen zusammen, aus denen heute der überwiegende Teil des Kapitals von Oikocredit stammt. (Wikipedia).

Oikokredit ist eine Genossenschaft, die bei Spender*innen Finanzmittel sammelt, um sie für sozial und ökologisch vernünftige Projekte in Ländern des Südens einzusetzen – aber nicht in Form von Mega-Vorhaben, die die gesellschftlichen Strukturen der Regionen zerstören, sondern zum überwiegenden Teil in der Vergabe von Microkrediten.

Seit 1990 gibt es auch in Österreich einen Förderkreis von Oikokredit.

International wurden bisher Projektfinanzierungen mit einem Umfang von €1,06 Mrd. ermöglicht. In Österreich wurden alleine 2019 von 5.300 Mitgliedern €436.000,- aufgebracht.

2006 wurde Muhammad Yunus, der Pionier der Microfinanzidee mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Dadurch wurde diese Art der Finanzierung von wirtschaftlichen Initiativen in Ländern des Südens auch bei uns breiter bekannt.

Die Kreditvergabe stützt sich auf viele lokale Organisationen und Initiativen vor Ort, sodass sicher gestellt ist, dass die Gelder bestmöglich eingesetzt werden. Regelmäßig wird das Wirken von Oikokredit von unabhängigen Forschungsinstituten evaluiert.

Schwerpunkte geografisch sind Südamerika, Indien, Südostasien und einzelne Länder in Afrika. Gefördert werden etwa landwirtschaftliche Kooperativen – vielfach Projekte von Fraueninitiativen.

Für uns in den Ländern des reichen Südens bietet Oikokredit die Möglichkeit einer Geldanlage mit sozialer Verantwortung. Nein, es gibt keine 10% Rendite. Die Dividende betrug lange 2%, zuletzt 1%. Angesichts der aktuellen Krise hat Oikokredit Österreich unlängst beschlossen, für 2020 auf die Auszahlung einer Dividende zu verzichten. Also, man verdient kein schnelles Geld. Aber man kann sicher sein, dass die private Anlage für sinnvolle Investitionen verwendet wird.

(Viel) mehr Informationen über Oikokredit findet man unter www.oikokredit.at.

Ich bin froh, dass es Initiativen wie Oikokredit gibt. Gegen die globalisierte Finanzwirtschaft, gegen „die Märkte“ ist Oikokredit nicht einmal ein Winzling – aber es ist der Beweis, dass internationale Solidarität existiert. Und zwar durchaus unter Anwendung der Spielregeln der kapitalistischen Wirtschaft.

Ich werd mich bemühen, eine Infoveranstaltung zu Oikokredit in Mödling zu organisieren.

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Unerwartet...

29.Januar 2020 in interessant

Es ist eine ein bissl merkwürdige Situation: wir haben deutlich gewonnen, aber werden nicht mehr in der Stadtregierung sein.

Trotzdem? Oder gerade deshalb?

Für mich als Vize waren die vergangenen 10 Jahre manchmal nicht wenig herausfordernd: ja, wir (GRÜNE und ÖVP) sind keine Freunde. Dazu sind unsere Sichten auf die Welt zu verschieden. Aber wir haben eine Grundlage gefunden und uns bemüht, konstruktiv und verantwortungsvoll zu arbeiten und ich denke, keiner hat seine Grundsätze über Bord geworfen.

Und auch die Wahlwerbung für den 26. Jänner war meines Erachtens fair und so, dass man sich auch nachher in die Augen schauen kann.

Im Sommer vergangenen Jahres gab es erste Gespräche mit der ÖVP betreffend der Zeit nach 2020. Die ÖVP hat uns gefragt, ob wir bereit wären, die Zusammenarbeit noch vor der Wahl zu fixieren und so quasi gemeinsam in die Wahl zu gehen. Das ist eigentlich unüblich und das wollten wir nicht zusagen. Aber unsere Position war immer, dass wir an einer Fortsetzung der Zusammenarbeit interessiert wären („nach der Wahl setzen wir uns zusammen“). Vor der Wahl macht das aus unserer Sicht keinen Sinn: bei uns geht es zu viel um inhaltliche Fragen, als dass wir eine Blanko-Vereinbarung eingehen würden.

Am Tag nach der Wahl hab´ ich dann von einem Redakteur erfahren, dass die ÖVP die Sozialdemokraten zu Gesprächen über die Bildung einer Stadtregierung eingeladen haben – und war doch ziemlich erstaunt. Auch, weil ich nach 10 Jahren Zusammenarbeit doch davon ausgehen wollte, dass – was immer einer der bisherigen Partner entscheidet – man sich solche Entscheidungen direkt und persönlich mitteilt.

Interessanter ist allerdings die Begründung, die der Bürgermeister seither für seinen Schritt verlauten lässt: dass wir GRÜNE an einer Koalition gegen die ÖVP gebastelt hätten!

Tatsächlich ginge sich nach der Wahl vom Sonntag eine Kooperation GRÜNE+SPÖ+NEOS rechnerisch aus. Aber wir haben vor der Wahl niemals Gespräche geführt oder auch nur irgend welche sonstigen Initiativen in diese Richtung gesetzt. Das ist eine glatte Erfindung des Bürgermeisters, um seinen Schritt hin zu einem Wechsel des Koalitionspartners zu rechtfertigen.

Wobei: an sich wäre das sogar legitim. Und gerade die ÖVP ist Meisterin darin, sich Mehrheiten auch gegen Bundeskanzler / Bürgermeister zu schmieden (Schüssel als 3.stärkste Partei 1999, aber auch Schneeberger in Wr. Neustadt 2015, Janschka in Wr. Neudorf 2015 und und und). Aber diese Art von Taktieren ist nicht Sache der GRÜNEN und ich muss sagen, von – damals – 10 Mandaten aus den Anspruch auf den Bürgermeister zu stellen, wäre ziemlich vermessen gewesen. Vielleicht hab ich irgendwann einmal vor dem Einschlafen einen Gedanken daran gehabt, wie es als Bürgermeister wäre – aber nie im Ernst.

Tatsächlich hat die ÖVP in 10 Jahren Koaliton mit den GRÜNEN im Verhältnis zu uns doch deutlich verloren: Profil, Vertrauen, Kompetenz. Dass man sich in der Situation einen billigeren Partner sucht, wenn einem nichts anderes einfällt ist naheliegend. Ob die Leute in der Stadt das erwartet haben? Ob das der berühmte Wählerwille ist? Und ob es für Mödling gut ist?

Wir werden mit unseren 11 Mandatar*innen ab sofort Opposition machen. Von dieser Rolle kommen wir politisch her, das können wir. Wir werden konsequent, professionell und kompetent beobachten, kommentieren und kommunizieren. Und wir werden den Menschen, die uns ihr Vertrauen gegeben haben, treu bleiben, auch wenn wir nun weniger zur Umsetzung auch ihrer Wünsche beitragen können.

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Gemeinderatswahl: was zu beachten ist

20.Januar 2020 in interessant

Am kommenden Sonntag, 26. Jänner wird der Gemeinderat der Stadt Mödling neu gewählt.

NICHTAMTLICHER STIMMZETTEL

Statt oder zusätzlich zum amtlichen Stimmzettel dürfen auch nichtamtliche Stimmzettel verwendet werden, die meist von den Kandidat*innen verteilt werden. Sie müssen aber in Größe, Papierstärke und Farbe genau den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und es dürfen keine Fotos, Wahlslogans etc. drauf sein.

Es ist dies ein skurriles, niederösterreich-spezifisches semi-demokratisches Phänomen, das nur von der ÖVP – von der aber massiv – gefordert wird. Das Ganze hilft natürlich den personell wie finanziell Stärksten: es ist – vor allem in kleinen Gemeinden – ein nicht unbeträchtlicher Aufwand, diese nicht-amtlichen Stimmzettel unter die Leute zu bringen. Früher wurde in den Wahllokalen sogar gefragt, ob man einen amtlichen Stimmzettel braucht; bedeutet: verdächtig, wer nach einem amtlichen verlangt….
Und in manchen Gemeinden stehen auf diesem nicht-amtlichen Stimmzettel alle Kandidat*innen der einen Partei; das schaut dann so aus, wie ein amtlicher Stimmzettel – als ob das die entscheidende Wahl sei und die dort Angeführten die einzigen zu Wählenden wären..
Diese nicht-amtlichen Stimmzettel bergen außerdem ein großes Risiko für Unsicherheiten bei der Ermittlung der Ergebnisse: in einem Kuvert können zwei oder mehrere Stimmzettel sein. Wenn beim Aufmachen der Kuverts die Stimmzettel nicht sofort zusammengeheftet werden, werden aus einer Stimme plötzlich und „unbeabsichtigt“ (?) mehrere und der Fehler kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Wir GRÜNE verteilen keine nicht-amtlichen Stimmzettel, weil wir das demokratiepolitisch für bedenklich halten, für eine ungute Trickserei – und außerdem für Ressourcenverschwendung.

VORZUGSSTIMMEN

Es können eine oder mehrere Vorzugsstimmen abgegeben werden. Nach der Reihenfolge der angeführten Namen erhalten die Kandidaten und Kandidatinnen Wahlpunkte, die eine Vorreihung auf der Liste bewirken können. Wenn mehrere Stimmzettel mit Vorzugsstimmen ins Wahlkuvert gesteckt werden, gilt für die Vorzugsstimmen die Reihung gemäß Parteiliste.

NAME STICHT PARTEI

Wenn durch Eintragen eines Namens auf dem amtlichen Stimmzettel oder durch Beilegen eines nichtamtlichen Stimmzettels (Namensstimmzettels) eine Vorzugsstimme für einen Kandidaten oder eine Kandidatin vergeben wird, die nicht zur angekreuzten Parteiliste gehört, zählt die Stimme nicht für die angekreuzte Partei, sondern für die Partei des/der Vorzugsstimmenkandidaten/-kandidatin.

WANN und WO WÄHLEN?

Gewählt werden kann zwischen 7.00 und 16.00h.
Die Wahllokale finden Sie hier.
Aushänge betr. Wahlberechtigung gibt es diesmal nicht! Wenn man sich unsicher ist, ob man wählen darf oder nicht (weil man z.B. EU-Ausländer ist oder man einen Nebenwohnsitz in Mödling hat), ist Einsicht ins Wählerverzeichnis nötig: allerdings geht das nur persönlich zu den Amtsstunden (MO-FR 8.00 – 12.00h; DO zusätzlich 16.00 – 18.00h im Gemeindeamt, Pfarrgasse 9). Oder man geht am 26.1. einfach in´s Wahllokal…

Letztmöglicher Zeitpunkt zur Beantragung einer Wahlkarte:
Antrag bis Mittwoch, den 22. Jänner 2020, schriftlich (auch per Fax: 0223623373 oder E-Mail: wahlamt@moedling.at), danach bis Freitag, den 24. Jänner 2020, 12.00 Uhr nur mündlich.

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Wahlwerbung - voll öko!

15.Januar 2020 in interessant

Wir GRÜNE werben nicht nur für Umweltschutz, wir praktizieren ihn auch in unserer Wahlwerbung.

Auch wir verteilen kleine Geschenke, aber kein Plastik-Glumpert und keine PVC-Luftballons, sondern:

  • Bleistifte statt Kulis
  • Bio-Soja-Knabbereien
  • Sonnentor-Tee
  • Äpfel von PlanBio
  • Sattenschützer aus Recycling-PET
  • Einkaufstaschen „Bio macht schön“ aus Bio-Baumwolle
  • Obstsackerl aus Bio-Baumwolle
  • Rücksäcke „bag to the future“ in Bio-Baumwolle

Wir transportieren unsere Infostände ausschließlich zu Fuß oder mit dem Rad. Dazu haben wir für die Wahl eigene Transportanhänger gebastelt.

Unsere Broschüren und Zeitungen sind natürlich alle nach den Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens „Schadstoffarme Druckerzeugnisse“ hergestellt.

Und – was uns ganz wichtig ist: wir respektieren die Bürger*innen, die keine Werbung in ihren Postkästen haben wollen. Da sind wir die einzigen und es kostet uns wahrscheinlich Resonanz. Aber es ist uns grundsätzlich wichtig.

Das findet man in diesen Tagen in Postkästen, auch wenn man keine Werbung haben möchte 🙁

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Wahl ist...

13.Januar 2020 in GRÜN, herausfordernd, interessant

Am 26. Jänner wählen die Bürgerinnen und Bürger unter anderen Orten in Niederösterreich auch in Mödling einen neuen Gemeinderat.

Das bedeutet: auf die Straße und ins (IT-)Netz gehen, argumentieren, reden, schreiben, diskutieren – präsent sein.

Es ist nicht zuletzt eine CO2-freie Wahlwerbung: wir sind immer zu Fuß oder mit unseren Lastenfahrrädern unterwegs.

Wir GRÜNE sind in einer noch nie da gewesenen Zahl von Kandidat*innen, Helfer*innen und Freund*innen unterwegs, um Menschen zu überzeugen und für unsere Ziele zu gewinnen. Das ist schön und macht mich optimistisch und zeigt, welch große Resonanz GRÜNE Politik mittlerweile auch in unserer Stadt hat.

Unsere Ziele sind breit gestreut, weil wir schon lange in der Stadt politisch arbeiten und uns schon mit den meisten Aufgaben der Stadt intensiv beschäftigt haben: im Programm-Folder haben wir 107 Ideen für Mödlings Zukunft aufgelistet.

Unsere Kernanliegen sind allerdings drei: Klimaschutz, Mobilität und Wohnen für junge Menschen.

Beim Klimaschutz geht es um lokale Maßnahmen im Rahmen der Umsetzung der globalen Aufgaben: Reduktion / Rückgängigmachen der Versiegelung, Begrünung, nicht nur durch Bäume, sondern auch auf Fassaden und Dächern, Energieeffizienz und Nutzung nachhaltig gewonnener Energie.

Bei der Mobilität stehen Alternativen zum Auto auf der Tagesordnung: es muss für jede und jeden in unserer Stadt möglich sein, sich auch ohne Auto bequem, kostengünstig und bedarfsgerecht zu bewegen. Neben der Verbesserung für Gehen und Radfahren gilt dabei das Hauptaugenmerk der Verbesserungen im Öffentlichen Verkehr: dichtere Busfrequenzen und Verdichtung des Angebots auch in Tagesrandzeiten und am Wochenende.

Wohnen wurde in den vergangenen Jahren in Mödling deutlich teurer und ist für junge Menschen fast nicht mehr leistbar. Obwohl die Stadt nur wenig selbst bauen kann, haben wir in den vergangenen Jahren bewiesen, dass es Möglichkeiten gibt, Bauträger zur Errichtung von geförderten Wohnungen zu bewegen, wenn man alle Optionen der Raumordnung ausnutzt. In dieser Richtung müssen wir weiter vorgehen. Mödling muss wieder (mehr) Platz für junge Menschen schaffen.

Alle diese unsere Ideen bringen wir in Tagen wie diesen „unter die Leute“.

Es ist eine spannende Zeit. Aber gemeinsam macht es auch Spaß – trotz der Kälte…

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Wir sind Regierung!

5.Januar 2020 in erfreulich, GRÜN, herausfordernd, interessant, persönlich

Das Ergebnis

Es war ein wirklich spannender Tag in Salzburg – und ein im besten Sinn politischer.

Der Bundeskongress der GRÜNEN hatte über das in den Wochen davor mit der ÖVP ausgehandelte Regierungsübereinkommen zu befinden.

Und die Art und Weise, wie wir an dem Tag debattiert haben, war wirklich echt GRÜN.

Am Vormittag standen die Verhandler*innen allen Teilnehmer*innen am BuKo für Fragen zum Übereinkommen zur Verfügung: das war nicht nur konsensual, sondern manchmal durchaus auch kontroversiell. Aber an allen Tischen wurde in Ruhe und sachlich diskutiert.

Am Nachmittag dann der eigentliche Bundekongress mit der Rede von Werner Kogler und den anderen Verhandler*innen.

Danach die Debatte mit mehr als 50 Beiträgen. Auch die nicht nur positiv.

Und letztlich die Abstimmung mit einem doch sehr deutlichen Votum.
Das ganze Procedere gibt´s so nur bei den GRÜNEN: breite und offene Diskussionen als Grundlage für eine freie Entscheidung der Delegiert*innen.

Und jetzt sind wir erstmals Teil einer Bundesregierung.

Für einen, der seit fast 10 Jahren – ebenfalls gemeinsam mit der ÖVP – eine kleine Stadt regiert, hat der gestrige Tag etwas ganz Besonderes: nicht, dass das in irgendeiner Art vergleichbar wäre. Die Herausforderungen zur Führung von Ministerien werden riesig sein – und auch die Erwartungen und die öffentliche Präsenz und damit die Kontrolle werden sehr anspruchsvoll sein.

Aber ähnlich ist, dass man sich auf eine Zusammenarbeit mit einer anderen Partei einlassen, dass man Kompromisse und eine gemeinsame Sprache finden muss. Das ist für mich der innerste Kern der Demokratie (mit einer absoluten Mehrheit regieren kann man vergleichsweise leicht). Und das ist die unumgängliche Voraussetzung, Anliegen umsetzen zu können und zu gestalten. Das ist nicht einfach: das gestern beschlossene Regierungsübereinkommen ist – weiß Gott – gespickt mit Punkten, die wir eigentlich nicht wollen. Noch ungleich viel mehr, als auf lokaler Ebene.

Aber das ist die Kunst, trotzdem einen gemeinsamen Weg zu finden.

Hier in Mödling machen wir das seit 10 Jahren – mit nicht so schlechtem Erfolg, denk ich.

Ich wünsche Werner Kogler, Leonore Gewessler, Alma Zadic, Rudi Anschober und Ulrike Lunacek viel Kraft, gute Nerven und alles Gute für die große Aufgabe, in Österreich die Weichen in Richtung Klimaschutz zu stellen. Für uns bedeutet Klimaschutz nicht Verzicht, sondern die Umstellung des Lebens und der Wirtschaft in eine umweltverträgliche Richtung und das nützt und verbessert das Leben von allen.

Zum Ende war noch – kurze – Zeit für ein Selfie mit dem ersten GRÜNEN Vizekanzler (und den Mödlinger GRÜNEN, die an diesem denkwürdigen Tag in Salzburg dabei waren).



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Neujahr - am Eichkogel

1.Januar 2020 in GRÜN, interessant, konkret

Wie schon seit vielen Jahren haben wir GRÜNE in Mödling heute zum Sammeln von Silvestermüll aufgerufen: gekommen sind so viele wie noch nie.

Es ist wieder eine ganze Menge Mist zusammen gekommen. Wobei überraschenderweise deutlich weniger Müll aus der Silvesternacht dabei war. Kann es sein, dass Menschen gescheiter werden?

Dafür haben wir große Mengen von Unrat gefunden, der in den Büschen „versteckt“ war, Getränkeflaschen und -dosen, Folien, sonstige Plastikteile. Was „man“ halt so wegwirft im Laufe eines Jahres 🙁

Der Eindruck hat nicht getäuscht: es wurde tatsächlich wesentlich weniger „geschossen“ in der Silvesternacht 🙂

Zum Abschluss blieb noch ein bißchen Zeit für Glücksbringer…

Ein gutes Neues Jahr!

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Bitte keine Raketen zu Silvester!

28.Dezember 2019 in interessant

Es ist jedes Jahr das selbe Thema: während weniger Stunden werden Feuerwerkskörper und andere „Spaßbringer“ abgefeuert, die viel Geld kosten (rd. €10 Mio), aber vor allem die Umwelt und die Tiere massiv schädigen.

OK: es ist nicht so, dass die Feuerwerke nicht auch schön sein können.

ABER:

In der Silvesternacht steigen die Feinstaubwerte in Bereiche weit jenseits der Grenzen der Gesundheitsgefährdung.

Feinstaub PM10 – also gröbere Stoffe – während der letzten Silvesternacht in Mödling

Feinstaub PM2,5 – also feinere Stoffe – während der letzten Silvesternacht in Wr. Neudorf

Bei der Explosion der Feuerwerkskörper werden neben Feinstaub zudem Schwermetalle, wie Strontium, Arsen, Blei, Selen und Cäsium, freigesetzt. Sie erzeugen erst die schönen Farben der Feuerwerke.

Zudem ist der große Lärm ein extremer Stressfaktor vor allem für Tiere.

Wer mehr über das Ärgernis der Silvesterkanllerei lesen möchte: das Umeltbundesamt hat dem Thema eine sehr informative Seite gewidmet.

Und dort kann man auch erfahren, welche riesigen Müllmengen in dieser Nacht erzeugt – und liegen gelassen werden.

Wir GRÜNE organisieren seit vielen Jahren – und nicht nur wenn´s Wahlen gibt (!) – eine Sammlung am Neujahrstag am Eichkogel. Treffpunkt ist um 14.00h beim Haus an der Weinstraße. Handschuhe und Säche sind vorhanden und im Anschluss gibt´s heissen Tee (mit und ohne).

Kommt einfach vorbei: es ist sinnvoll – und ein bißl Bewegung tut auch gut nach der Silvesternacht, die wir alle (?) ohne die umweltschädliche Knallerei gefeiert haben.

Ergebnis der Sammlung am Eichkogel (ein paar Reifen sind dann auch dabei).


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"Ausflug" in die Seestadt

20.Dezember 2019 in interessant

Jedes Jahr vor Weihnachten laden die drei GRÜNEN Stadträt*innen – Teresa Voboril, Rainer Praschak und ich – die Mitarbeiter*innen des Bauamts ein – und das alles meist zu einem „Ausflug“ mit Lerneffekt.

Heuer waren wir in der Seestadt im 22. Bezirk in Wien.

Wolfgang Dvorak vor dem Modell der Seestadt

Die Seestadt ist ein vor allem international sehr beachtetes Stadtentwicklungsvorhaben: auf einer völlig grünen Wiese entsteht eine Stadt in der Größe von Mödling. Vorbildlich ist schon die Anbindung an den Öffentlichen Verkehr: schon Jahre vor dem Bezug der ersten Wohnung fuhr die U2 zur Seestadt und heute brauchen die bisher rd. 6.500 Bewohner*innen kaum mehr als 20 Minuten in die Wiener City.

Auf dem Reissbrett entstanden, wurde versucht, so viel internationale Planungs-Erfahrungen wie möglich in die Konzeption einfließen zu lassen: Verdrängen des Individualverkehrs durch den Bau zentraler Garagen, Nahversorger statt Großmärkte, ausreichende Flanierbereiche, ein Schulkampus mit Volksschule, NMS und Gymnasium in fußläufiger Entfernung von allen Wohnbereichen und vor allem anspruchsvolle und verschiedenartige Architekturen: kaum ein Haus gleicht dem anderen. Bauherren sind und waren unterschiedliche Genossenschaften, private Entwickler, aber – bewußt geplant – auch Baugruppen, also private Gruppen, die ihre Häuser eigenständig geplant haben.

Und ganz wichtig: eine kontinuierliche Gebietsbetreuung!

Zur Zeit ist die Seestadt schon zu ca. 1/4 bezogen und es gibt noch viele Baustellen im Seestadt-Gebiet. Für alle, die sich mit Stadtplanung beschäftigen, ist ein Besuch in der Seestadt allemal faszinierend.

Das Gymnasium der Seestadt
Die Aula des Gymnasiums
Die NMS der Seestadt (Jedes Klassenzimmer hat einen eigenen Zugang nach draussen)

Wir Mödlinger hatten das Glück, von einem besonderen Kenner der Seestadt geführt zu werden: Wolfgang Dvorak war bis vor kurzem über Jahrzehnte Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Stadtplanung in Wien und ist „intimer“ Kenner aller Details, besonders auch zu diesem Projekt. Er hat uns einen kleinen Einblick in die Überlegungen vor Beginn der Arbeiten und in die (bisherigen) Erfahrungen gegeben. Vielen Dank!

Ein besonderer „Nervenkitzel“: die Fahrt mit dem selbstfahrenden Bus in der Seestadt

Eine besondere Attraktion ist der selbstfahrende Bus in der Seestadt: 2 davon gibt es und sie fahren – sicherheitshalber – mit einem Fahrer, der bei heiklen Situationen eingreift. Heikel ist dabei übertrieben: wann immer der Bus eine ungewohnte Situation erkennt, bleibt er – einfach stehen.

Der Fahrer setzt die Fahrt dann – per Joystick! – fort.

Maximalgeschwindigkeit übrigens 10km/h.

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Scheffergasse: Geh-/Radweg eröffnet

13.Dezember 2019 in erfreulich, interessant, konkret

Es hat ziemlich lange gedauert, aber heute haben wir den Geh-/Radweg in der Scheffergasse für die Benutzung frei gegeben.

Das ist der Weg – ungeräumt… – in Blickrichtung Süden
Und so sieht der Weg in Richtung Norden aus

Die Scheffergasse war seit vielen Jahrzehnten auf ca. 40m unterbrochen. Die Anrainer*innen hatten zwar – zum Teil vor mehr als 100 Jahren – die Flächen in das öffentliche Gut abgetreten, aber weiter privat genutzt. Das war nicht illegal und auch nicht unüblich. Allerdings kann die Stadt auf derartige Flächen zurück greifen, wenn der Bedarf gegeben ist.

Und so hat´s vorher ausgesehen: von der Bernhardgasse kommend war bald Schluss…

Und die Stadt wollte nun einen Weg, zumindest für zu-Fuß-Gehende und für Radfahrer*innen. Ich versteh´ schon, dass das für die Anrainer*innen ein bissl hart war, einen Teil des von ihnen seit Ewigkeiten genutzten Grundes herzugeben. Aber ich möchte mich bei diesen Anrainer*innen hier für die letztlich positive Zusammenarbeit bei der Realisierung des Projekts bedanken.

„Eröffnung“ heute früh gemeinsam mit Bürgermeister Hans Stefan Hintner, Herrn Geissler (Fa. ABO), und links die beiden evangelischen Pfarrer Heinz Lintner und Anne Tikkanen-Lippl.

Tatsächlich ist es ein neuer „kurzer Weg“ in unserer Stadt, während man vom Neusiedlerviertel (also aus der Umgebung von Zwillinggasse, Quellenstraße und den neuen Reihenhäusern entlang der Grutschgasse) am Weg in´s Stadtzentrum (oder zur evangelischen Kirche) bisher Umwege über die Rieger- oder die Neusiedlerstraße in Kauf nehmen musste.

Ich freu mich wirklich!

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