Autofreier Tag & Wetterunbill: wie weiter?

23.September 2018 in ärgerlich, persönlich, vermischt

Der Infostand von „OpenDoor Mödling“, einem tollen Projekt, im Rahmen dessen viele Winkel der Stadt für einen Tag öffentlich zugänglich gemacht werden. Im Hintergrund die Fahrradtaxis, die man für die Fahrt zu diesen Plätzen nutzen konnte.

Am Samstag, den 22. September war – wieder – AutofreierTag. Nicht nur in Mödling, sondern europaweit.

Wir in Mödling hatten wieder ein breites Programm zusammen gestellt: viel Information über die wichtigsten (Verkehrs-)Planungsvorhaben verbunden mit Musik, einem bunten Mix an Verkaufsständen, spannende Attraktionen für Kinder und Jugendliche – und natürlich die mit 200m längste Frühstückstafel, die von Mödlinger GastronomInnen „versorgt“ werden sollte.

Sollte.

Denn während am Freitag, am Tag davor, ungetrübt blauer Himmel und Temperaturen wie – früher – im Hochsommer die SonnenanbeterInnen erfreuten, habe ich als Verantwortlicher das Fest zum Autofreien Tag abgesagt. Denn alle verfügbaren Wetterberichte sagten für die kommende Nacht einen „dramatischen“ Wetterumsturz voraus und viele der an dem Straßenfest Beteiligten ersuchten um eine frühzeitige Entscheidung – also am Freitag vormittags.

Es hat dann tatsächlich geregnet – bis ca. 8 Uhr. Der Aufbau in der Hauptstraße hätte um 7 Uhr beginnen sollen. Also hätte ich auch noch am Samstag um 7 Uhr für Absage entschieden.

Tatsächlich war es dann den restlichen Tag über trocken, zwar ziemlich kühl und windig, aber das Fest wäre wahrscheinlich machbar gewesen. Allerdings nicht sehr gemütlich…

Übrig geblieben vom Autofreien Tag sind nur die FAXIs, die Fahrradtaxis, die InteressentInnen zu den Orten des OpenDoor-Projekts geführt haben. (Immerhin).

Ich werde in den nächsten Tagen und Wochen mit allen, denen dieses Mobilitätsfest ein Anliegen ist, darüber diskutieren, wie wir in Zukunft vorgehen sollen: wollen wir einen Ersatztermin für Schlechtwetter vorsehen (mit dem Risiko, dann aus der europaweiten Koordination herauszufallen)? Oder wollen wir Aktionen setzen, die – abseits des Fests – die Mobilität im Umweltverbund propagieren können? Eine Woche Busse zum Nulltarif, zum Beispiel?

Schreiben Sie mir Ihre Ideen! Ich werde sie gern in die Überlegungen miteinbeziehen.

 

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Flohmarkt der FAIRteiler: wieder ein mega-Erfolg

15.September 2018 in erfreulich, konkret, persönlich

Heute, am 15. September haben Elisabeth Engel und ihre FreundInnen wie jedes Jahr ihren Charity-Flohmarkt am Mödlinger Schrannenplatz veranstaltet. Alle angebotenen Gegenstände und Kleidungsstücke wurden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Ergebnis = €3.319,-

Der gespendete Betrag kommt dem Projekt OMO CHILDREN Ethiopia zu Gute, einem Kinderprojekt in einer besonders armen Region in Äthiopien.

Danke Elisabeth und allen, die mitgeholfen und die gespendet haben (Waren, aber auch Geld).

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Radfahren am Marchfelder Kanal

5.August 2018 in interessant, persönlich

Vergangene Woche hab ich mit zwei Freunden den Radweg am Marchfeldkanal befahren.

OK: es war gefühlt der heisseste Tag des Jahres, aber trotzdem schön 🙂

Dieser Radweg führt im Norden am Rand von Wien in Richtung und schließlich quer durch das Marchfeld. Obwohl er so nahe liegt und bequem erreichbar ist, kennt ihn kaum jemand. Das ist merkwürdig – und schade, denn es ist eine über weite Strecken sehr beeindruckende Tour.

Das Marchfeldkanalsystem wurde in den Jahren 1986 bis 2004 errichtet um die wasserwirtschaftliche und naturräumliche Situation in der Region Marchfeld zu verbessern. Dazu gehören die langfristige Sicherung der Wasserversorgung, die Steigerung der Wasserqualität, die Verbesserung des Hochwasserschutzes und die Revitalisierung der Fließgewässer. Im Kern besteht das Marchfeldkanalsystem aus einem neu geschaffenen Gewässernetz, mit dem Donauwasser in das Marchfeld geführt wird. Durch die naturnahe Bauweise gilt das Projekt als gelungene Verbindung wasserwirtschaftlicher, ökologischer und touristischer Zielsetzungen.

Q: Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal

Der Radweg beginnt in Langenzersdorf gleich beim Bahnhof (an der Strecke nach Stockerau) und endet beim Schloß Hof nach 62km. Wir sind – auch wegen der Hitze – nach ca. 45km nach Süden in Rictung Hainburg abgebogen und von dort bequem mit dem Zug wieder nach Wien gefahren.

Im letzten Drittel gibt es nämlich einige Umleitungen, sodass man zur Zeit über weite Strecken nicht mehr am Kanal entlang fahren kann und auf (Neben-)Straßen ausweichen muss. Da sind wir dann gleich abgebogen.

Insgesamt waren es dann von Langenzersdorf bis Hainburg knapp 75km.

Der Marcheldkanal wurde im Zug der Errichtung des Kraftwerks Freudenau gebaut, um dessen Wirkungen auf das Grundwasser im Marchfeld zu kompensieren.

Beeindruckend ist aber die naturnahe Gestaltung dieses eigentlich modernen Bauwerks. Jedenfalls in der westlichen Hälfte des Kanals ist er eingebettet in eine wunderschöne, bunte (und ruhige) Uferlandschaft. Wenn´s dann mehr ins Innere des Marchfelds geht, wird´s dann ein bißl eintöniger. Aber es ist auch interessant, einmal das Marchfeld langsam zu durchqueren.

Der industrielle Charakter der Landwirtschaft im Marchfeld bleibt nicht verborgen…

Das Bahnhofsgebäude steht noch, während die Gleise schon lange nicht mehr vorhanden sind.

Von hier aus ist Kaiser Karl am 23. März 1919 – das letzte Mal im Hofzug – in die Schweiz ausgereist. (Die Nationalversammlung hat ihn später formell des Landes verwiesen).

 

Abseits des Marchfeld-Radwegs: ein Blick von der Donaubrücke in die Hainburger Au…

… und auf die Donau selbst (mit Niedrigwasser).

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Fotos im Biosphärenpark Wienerwald

16.Mai 2018 in konkret, persönlich

Eine kleine persönliche Geschichte:

Ich fotografiere – so weit ich halt dazu komm´ und sicher recht amateurhaft. Aber mit viel Freude…

Vor ein paar Monaten gab es eine Ausschreibung für einen Fotowettbewerb durch den Biosphärenpark Wienerwald.

Mit dem Foto vom Liechtensteinischen Amphitheater in Ma. Enzersdorf hab ich eine Kategorie gewonnen.

Preis war eine Fotoworkshop mit einem der besten Natur-Fotografen Österreichs, mit Marc Graf, der auch bei dem sensationellen Projekt „Wiener Wildnis“ mitgearbeitet hat.

Mit Marc waren wir (5 Preisträger) u.a. auf der Perchtoldsdorfer Heide und haben versucht, seine Tips umzusetzen.

Ein paar Beispiele:

Der Workshop war sehr interessant, informativ und spannend.

Aber vor allem: beim Fotografieren sieht man erst, wie schön die Landschaft bei uns ist!

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Grado 2018

6.April 2018 in persönlich

Es ist aus mehreren Gründen schön, hie und da einmal nach Grado zu fahren. Zum Beginn des Frühlings erst recht, weil es im Süden die entscheidenden Grade wärmer ist.

Aber sind ist nicht nur der Blick auf´s Meer, die Altstadt, die Lagune – und das Essen, das Grado interessant macht.

Wenn man sich ein bißl mit der Geschichte der Stadt beschäftigt, stößt man unweigerlich auf einen – kleinen – Teil von Österreich.
Zum Beispiel auf das Ehepaar Emma und Josef Maria Auchentaller. Emma A. hat bald nach der Jahrhundertwende die damals bis Wien bekannte Pension Fortino gebaut und betrieben (das Gebäude steht in seinen Umrissen noch, wurde aber „entkernt“ und auch sonst von allen künstlerischen Spuren bereinigt). Aber es war damals eines der ersten Beherbergungsbetriebe der Stadt und hat  viele bedeutende Persönlichkeiten – meist aus Wien – zu seinen Gästen zählen dürfen. Grado war bis 1914 ein wichtiger Kurort der Monarchie – in ähnlicher Größenordnung wie Gastein oder der Semmering. Josef Maria A. war einer der Gründungsväter der Secession in Wien und hat unter vielem anderen auch für die Secessionsausstellung 1902 den großen Fries Freude schönen Götterfunken, der dem von Gustav Klimt realisierten Beethovenfries gegenüberstand, geschaffen.

Aber er hat eben auch viele Ansichten von Grado geschaffen, die man heute kennt und überall sieht – meist, ohne zu wissen, wer sie entworfen hat…

Interessant auch: das Ehepaar Auchentaller hatte neben Grado noch zwei weitere Wohnsitze. Einen am Grundlsee und einen in Maria Enzersdorf.

Christine Casapicola hat vor kurzem ein Buch „Briefe aus Grado“ im Braitan-Verlag herausgegeben, das diese ersten Jahre des Fremdenverkehrs in Grado aus Sicht von Emma Auchentaller zum Gegenstand hat. Klingt nicht fesselnd – ist aber doch sehr interessant (wenn man Grado mag…). Es gibt auch einige Spuren im WEB…

 

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Ein gutes Neues Jahr!

31.Dezember 2017 in herausfordernd, persönlich

Ich wünsche allen, die meinen Blog lesen, ein gutes, weil spannendes, interessantes, gesundes und insgesamt zufriedenstellendes Neues Jahr.

Ohne – besonders heute – Pessimismus verbreiten zu wollen, fürchte ich doch, dass es eigentlich nur besser werden kann.

In diesem Sinn: Alles Gute für 2018!

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Frohe Weihnachten!

23.Dezember 2017 in persönlich

Wie jedes Jahr ist unsere Weihnachts“spende“ an die Stadt ein gespraytes x-mas-Plakats-Unikat. Es hängt noch bis Jahresende an der Ecke Wienerstraße / Gabrielerstraße. Ich hab für meinen Blog ein Foto mit „Rundherum“ gewählt, weil es deutlich macht, dass dort – und nicht nur dort – eine große Baustelle besteht und der neue Bau das Bild der Stadt verändern wird (wie auch die anderen Baustellen).

Also ein bißchen zum Thema „Veränderungen“…

Ich wünsche allen LeserInnen meines Blogs wunderschöne Weihnachten mit ihren Lieben, möglichst angenehm, fein, kommunikativ, nicht zu arbeitsam, ohne Aufregungen, konfliktfrei – einfach so, dass man sich lange mit Freude daran erinnert.

Über die Zukunft machen wir uns nach Weihnachten Gedanken (und Sorgen).

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wie weiter?

19.November 2017 in GRÜN, herausfordernd, persönlich

5 Wochen sind vergangen seit dem für uns GRÜNE katastrophalen Wahltag. (OK: das Schicksal der GRÜNEN ist nicht das wichtigste auf der Welt. Der Wahltag war – abgesehen von den GRÜNEN – für Österreich insgesamt katastrophal.)

Meine persönliche Stimmung ist immer noch traurig, ratlos – und wütend.

Wütend auch, weil wir einiges von der schlechten Stimmung schon längere Zeit geahnt hatten: gerade wir aus Stadt und Bezirk Mödling haben ja rund um die Nominierung der KandidatInnen für Nationalsrats- und Landtagswahl einige Konflikte ausgetragen (und verloren). Und da ist es schon auch um einige Entwicklungen gegangen, die jetzt auch zu dem Desaster beigetragen haben:

Was mich schon im vergangenen Winter so irritiert hat, war die deutlich werdende Durchorganisation der Parteistrategie von oben. Da wurde eine Linie verfolgt, die weder deutlich kommuniziert, noch diskutiert wurde, die im wesentlichen bedeutet hat, einen einheitlichen Auftritt bei den Wahlen vorzubereiten, mit viel professioneller Werbung und keinerlei, auch nur kleinen Abweichungen von der Linie durch wen immer. Mödling als stärkster – und selbstbewusstester – Bezirk im Land war da schon verdächtig. Und entsprechend wurde am Landeskongress im März ein offener Konflikt mit Stadt und Bezirk Mödling gesucht und unsere KandidatInnen durchgereicht. (Zum Drüberstreuen gab´s dann noch eine Statutenänderung, wo den Bezirken die Möglichkeit genommen wurde, die lokalen (Spitzen-)KandidatInnen selbst zu bestimmen – eine „Lex Mödling“.)

Diese Parteistrategie (stringente Ausrichtung auf den Wahltag und maximale Disziplin) wurde dann auch beim Konflikt mit der GRÜNEN Jugend deutlich und auch bei der Abwahl von Peter Pilz. Mit P.P. gab es ja schon länger „Probleme“, auch und gerade im Parlamentsklub. Und – sicher nicht erst wegen irgendwelcher Übergriffe – sondern wegen seiner ganzen Art, sich nicht unterzuordnen, war er bei maßgeblichen Leuten im Klub schon längst auf der Abschussliste. Ihn hinauszudrängen, aber nicht nachzudenken, was das für die GRÜNEN für Folgen haben würde, stellt diesen Strategen ein jämmerliches Zeugnis aus.

Noch schlimmer für mich wurde es dann aber erst nach der Wahl. Angesichts einer drohenden rechts-rechts-Regierung hätte der Rest der Partei sich auf diese Herusforderung einstellen müssen. Das Schicksal der GRÜNEN Partei ist natürlich eine unglaubliche Herausforderung, aber es sollte schon primär um die politische Entwicklung in Österreich insgesamt gehen.

Statt dessen redet die Republik seit Wochen über die inneren Befindlichkeiten der GRÜNEN. Ich bin überzeugt, dass die Vorwürfe gegen P.P. betr. die Beschwerde der Mitarbeiterin im Parlamentsklub aus dem innersten Kreis der GRÜNEN kamen – und zwar von den immer gleichen Strategen. Vorrangig war, P.P. zu schwächen – im Hinblick auf etwaige Kandidaturen bei Landtagswahlen und auch ein bißl aus Rache. Wenn es um die politische Entwicklung im Land gegangen wäre, hätte man sich überlegen müssen, wie eine Zusammenarbeit mit und – ja! – Unterstützung von P.P. aussehen könnte in einer Situation, wo er die einzig echte Opposition gegen die rechts-rechte Regierung im Parlament ist.

Leider reissen die inneren Konflikte beim Rest der GRÜNEN nicht ab und man hat schon Angst, in die Zeitung zu schauen. Ich weiß nicht, welche Überlegung jemand leiten kann, jetzt die Vizebürgermeisterin in Wien in Frage zu stellen. Sie ist aktuell wahrscheinlich die wichtigste RepräsentatIn der GRÜNEN in Österreich. (Dass sie das personifizierte Feindbild von allen ist, die an der bestehenden Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik festhalten wollen – und die zudem keine Frau und schon garnicht eine Frau mit ausländischen Wurzeln akzeptieren wollen, macht sie für mich zu einer der Mutigsten in diesem Land. In Ihrer Verantwortung werden schon auch Fehler passiert sein. Aber ich will mir nicht anmaßen, das zu beurteilen. Sie repräsentiert die GRÜNEN und unsere Sicht auf die Entwicklung einer Stadt – und sie verdient unser Vertrauen). Aber das ist leider nicht die einzige Grausligkeit, die die GRÜNEN landauf / landab betreiben. (Die Anwürfe gegen Christoph Chorherr wegen seines Entwicklungshilfeprojekts aus Rache für die Heumarkt-Geschichte; die Abwahl der Innsbrucker Vizebürgermeisterin als Spitzenkandidatin für die nächste Gemeinderatswahl; der unwürdigen Krieg um Positionen in Kärnten; …).

Es gab in den letzten Jahren zu wenig ehrliche Auseinandersetzung, keinen Platz für Erörterungen und schon garnicht für Kritik. Es gab klare Machtstrukturen und ein sichtbares „Entscheidungsmanagement“ – und schon lange keine Basisdemokratie mehr. Dadurch haben sich wohl eine ganze Menge von Ressentiments aufgestaut, haben sich Gräben aufgebaut, die von der Fassade verdeckt wurden, aber jetzt umso hässlicher ans Tageslicht kommen.

Ich finde, dass alle diese Entwicklungen schon mit der Form zu tun haben, wie sich die GRÜNEN organisiert haben – als Partei im immer stärker klassischen Sinn. Das passt aber nicht  zu uns. Und zwar nicht erst jetzt, wo überall in der politisch zivilisierten Welt die Skepsis gegenüber diesen (Kader-)Parteien dramatisch wächst und offensichtlich wird, dass „die Menschen“ sich von Parteien dieser Art nicht vertreten fühlen. Ich bin mir ja nicht sicher, ob das generell eine gute Entwicklung und ob das „statt dessen“ besser ist: in den letzten Jahren sind „Volkstribunen“ zunehmend in dieses Vakuum vorgestoßen – mit meist katastrophalen Folgen. Aber klar ist: die alten Parteien erreichen die Menschen nicht mehr. Und in dieser Zeit machen sich die GRÜNEN in Österreich auf, endlich eine „echte“ Partei zu werden, wie sie in Politologie-Skripten beschrieben sind…

In dieser Partei alten Stils sind natürlich logischerweise Apparate entstanden. Mit Geld und mit Jobs. Und dann geht´s in der Partei plötzlich mehr um Auftragsvergaben und um Jobs, als um die Politik. Dann kommen immer mehr Parteiangestellte auf die KandidatInnenlisten – und solche, für die Wahlen eine persönliche Berufsperspektive, Einkommen und Sicherheit versprechen. Diese Entwicklung war absehbar.

 

In den vergangenen 5 Wochen gibt es bei den GRÜNEN viele Diskussionen über das „wie weiter?“. Ich bekomm´ manche mit – andere nicht. Es gibt aus meiner Sicht viele gute Ideen – und vieles, das ich nicht teilen kann.

Aber es gibt diese Debatten. (OK: nicht moderiert, nicht begleitet und nicht einmal systematisch dokumentiert, was eigentlich eine Aufgabe der Partei sein müsste. Aber die hat im Moment andere Sorgen und wahrscheinlich ist das eh gut, dass die Diskussionen ein bißl chaotisch ablaufen.)

Einen Gedanken aus den Diskussionen find ich bedeutend: dass es uns als ökologisch Engagierte in erster Linie um die Bewegung gehen sollte und nicht um eine Partei. Wichtig ist, dass alle, die sich für Klimaschutz, für Nachhaltigkeit, für soziale Gerechtigkeit, für Humanität einsetzen, adäquate Wege finden, sich zu organisieren und ihre Ziele im Rahmen der demokratischen Strukturen zu verfolgen. Und wenn eine „Partei“ nicht das richtige Instrument dafür ist, dann brauchen wir eine solche Partei nicht (mehr).

Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht ein bißl befangen, weil meine persönliche politische Ebene seit mehr als einem viertel Jahrhundert die Kommunalpolitik ist. Aber ich glaube fest, dass die lokalen Organisationen das Rückgrat einer ökologischen Bewegung sind – und noch stärker sein sollten. Dort ist man direkt bei den Menschen und in der Lage, die Herausforderungen in konkrete Ziele zu übersetzen. Wir – besser: unsere Werbeagenturen – waren zuletzt der irren Meinung, dass es reicht, wenn eine GRÜNE Partei „Klimawandel“ plakatiert und sie wird gewählt. Das war ziemlich anmaßend – und hat ganz offenbar nicht gereicht. Wir müssen den Menschen konkret deutlich machen, was Klimawandel heisst, weshalb es so notwendig ist, sich um die Klimaveränderungen zu kümmern und wie Maßnahmen aussehen können – und müssen. Der Klimawandel muss ein Anliegen der Vielen werden – und nicht Exklusivthema einer Partei. Was bedeutet, dass die Klimapolitik dann insgesamt Schaden nimmt, wenn die Partei, die dieses Thema für sich usurpiert hat, Probleme hat. Das wäre (ist) dann wirklich ein Drama!

Ich glaube, dass es darum ginge, lokale Initiativen und Gruppen als Rückgrat der Ökobewegung zu sehen. Die Herausforderung ist, die lokalen Initiativen zu vernetzen und so zu größerer politischer Wirksamkeit zu kommen. Diese Vernetzung wäre eine Aufgabe einer „Partei neuen Stils“: möglichst schlank, optimal durchsichtig und tätig im Auftrag der lokalen Organisationen. Verpflichtet ist das Netzwerk den Aufgaben des Klimaschutzes – und zwar mit einer großen Bandbreite und Vielfalt.

Das sind alle Ideen und Gedanken ohne Anspruch auf Konsistenz, Vollständigkeit und Realisierbarkeit. Aber ich finde, dass wir diese Gedanken weiter spinnen sollten. Auch, weil im Moment die vielen lokalen GRÜNEN Gruppen völlig überrumpelt sind und ihnen die Entwicklung der GRÜNEN Partei auf den Kopf fällt. Es gilt, die lokalen Strukturen zu retten und nicht jetzt viele Leute zu verlieren, die sich (mit einem gewissen Recht) von der Politik abwenden und sagen, dass sie mit slchen Entwicklungen nichts zu tun haben wollen. Und alleine dazu ist es notwenig, die Diskussionen über die Zukunft offen und ehrlich zu führen. Und – ich sag´s ganz offen: diese Debatten sind für mich wichtiger, als ob wir mit more-of-the-same wieder in einen Landtag einziehen und dort so bescheidene Möglichkeiten haben, wie in Niederösterreich. (Ich will damit nicht gesagt haben, dass wir uns nicht um Regierungsbeteiligungen bemühen sollen. Wenn wir die Möglichkeit haben, tatsächlich Einfluss zu nehmen und zu gestalten, müssen wir das tun. Aber wirksam werden kann man auch ohne Regierungsbeteiligung und es bleibt jeweils die Frage, was wir dem Schielen auf Machtpositionen opfern.)

Ich schreibe diese Zeilen als eine Momentaufnahme meiner Überlegungen. Es wäre schön, wenn ich das eine oder andere Statement von den BesucherInnen meines Blogs bekommen könnte. Danke im Vorhinein!

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Elektrisch nach Berlin - ein (kleines, aber CO2-freies) Abenteuer

6.August 2017 in heikel, herausfordernd, konkret, persönlich

Ja, ich weiß: man/frau kommt ganz easy elektrisch mit der Bahn nach Berlin. Soweit es die ÖBB betrifft, würde man sogar mit nachhaltig erzeugtem Strom fahren, weil unsere Bahn mit Energie aus Speicherkraftwerken fährt. Bei den Tschechischen Staatsbahnen will ich’s – glaub ich – nicht genau wissen (Temelin). Und in Deutschland bin ich mir auch nicht sicher, wo der Strom herkommt (Kohle?).

Ja, ich weiß auch, dass elektrisch betriebene Autos zwar keine Emissionen über den Auspuff abgeben, aber genauso viel Platz verbrauchen, wie ihre Brüder mit Verbrennungsmotoren, auch Stau verursachen, auch Feinstaub durch Reifenabrieb und Nutzung der Bremsen erzeugen. Und, ja: die Produktion auch eines elektrisch betriebenen Autos kostet Energie und Rohstoffe und die Herstellung der Batterien speziell. (Obwohl ich die Einwürfe aus der Richtung der konservativen Teile der Autoindustrie gegen die eMobilität mehr dem Prinzip „haltet den Dieb!“ zuordne).

Nein, es ist nicht wirklich logisch, mit einem Elektroauto nach Berlin zu fahren.

Ich fahr trotzdem am Montag, 7. August – alleine – mit meinem KIA SOUL ev nach Berlin-Köpenick und besuche meine Schwester.

Es ist eine Art „Selbstversuch“, auch, weil mir das Gejammere wegen der geringen Reichweiten der eAutos auf die Nerven geht. Aber ich seh es tatsächlich als einen kleines Abenteuer, denn so ganz sicher bin ich mir ja nicht, wie einfach das wirklich ist.

20151211_103036Denn: ich fahr‘ nicht mit einem TESLA, sondern eben mit dem SOUL ev, Baujahr 2015. Und das bedeutet 27KWh Batteriekapazität. Ich bin mit diesem Auto bisher rd. 19.000 km gefahren, vorzugsweise in Wien und Umgebung. Ein paar Mal ins Waldviertel, im Schnitt einmal im Monat nach St. Pölten und als weitestes Ziel bisher der Grundlsee (320 km, 3x nachladen). An meiner privaten Wallbox voll geladen zeigt mein SOUL ev im Sommer ca. 175 km Reichweite an. Im Stadtverkehr + Südost-Tangente + Bezirk Mödling sind das dann realistisch 200+ km. Die Klimaanlage / Heizung kostet rd. 10km Reichweite. Auf 100km brauch ich im Schnitt 13KWh. Auf der Autobahn mit 130km/h schaut das aber anders aus, schon wegen der praktisch nicht genutzten Rekuperation: Viel mehr als 130 km gehen sich da nicht aus.

Auf längeren Strecken ist man/frau auf Schnelllader angewiesen: Ladesäulen mit an die 50KWh Ladeleistung. Meine 27KW wären dort rein rechnerisch in wenig mehr als 30min. wieder voll. Allerdings laden diese „Tankstellen“ die Batterie aus Sicherheitsgründen nur zu 80% voll. Das dauert zwar entsprechend kürzer, allerdings ist dann auch die Reichweite nicht so, wie wenn man/frau wirklich voll lädt: rechnerisch also etwa 145km. Und das bedeutet auf der Autobahn realistisch 110+ km.

Dazu kommt, dass es aktuell 3 Steckertypen zum Schnellladen gibt. Mein SOUL ev „kennt“ eines, das japanische System CHADEMO. Die üblichen Schnellladestationen haben von jedem Steckertyp genau einen Anschluss, u.a. CHADEMO. Wenn der besetzt ist, heisst es warten. (Und wenn er defekt ist, auf den nächsten ausweichen – wenn man/frau’s noch schafft…).

Ich fahr trotzdem sehr gern mit (m)einem eAuto. Es ist ein unvergleichliches Fahrgefühl: ruhig, gleichmäßig, stetig. Durch die Rekuperation bremst man/frau deutlich seltener und man merkt, wie Energie wiedergewonnen wird. Man weiß, dass man keine Abgase produziert (und weil man Ökostrom tankt, gibt auch anderswo keine). Man/frau fährt wesentlich (!) bewußter – schon wegen der Reichweite. (Das ist ja ein wichtiger Nebeneffekt der eMobilität: die Wahl der jeweils optimalen Art, von A nach B zu kommen. Nicht immer nur – gedankenlos – mit dem Auto zu fahren).
Und man hat das Gefühl, Teil eines Fortschritts zu sein, das auch…

Aber nun zu meinem „Abenteuer“: Ich werde nicht die kürzere Strecke über Tschechien nehmen. Es gibt dort zwar einige Schnellladestationen, aber von unterschiedlichen Providern, von denen kein einziger eine englische WEB-Site hat. Für alle bräuchte man eigene Berechtigungskarten, aber auch, wenn man sich die besorgt: wie verständigt man sich bei Problemen bei einer Hotline, wenn man sich – wie ich – auf Tschechisch mit Mühe und Not in einem Lokal ein Bier bestellen könnte? Das wär mir dann doch zu viel Abenteuer…

Ich fahr die gute alte Transitstrecke über Hof in Bayern. Lt. Michelin 884 km.

Zum Tanken braucht man/frau letztlich die entsprechenden Berechtigungen, meist RFID-Karten im Scheckkartenformat. Ich hab Karten von WienEnergie/EVN, ELLA, SMATRICS (für Österreich) und newmotion (Deutschland) mit. Die Deutsche Raststättenkette Tank&Rast lässt (hoffentlich wirklich) gratis tanken. Das mit den unterschiedlichen Ladekarten ist natürlich auch blöd, aber das ist das geringste Problem, weil die Karten liegen im Auto und stören keinen.

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Hier beginnt meine Chronologie (in chronologischer Reihenfolge):

*** 7.8.2017, 9.30h Es geht los.

Bissl später, als geplant, aber nach einem feinen Frühstück bei Mr. Beans in der Mödlinger Hauptstraße 🙂
Wetter optimal und Auto blatt´lvoll (errechnete 174km).

20170807_0907231. Ziel: Ybbs (Autobahnstation). 102km. (Kein Problem).

*** 11.30h Ybbs

Na ja, tatsächlich los gekommen bin ich erst um 10h…
Viel los auf der Autobahn. Ich hab den Tempomat auf 120km/h eingestellt, aber meistens waren´s weniger.
Aber ich bin in die erste Falle gelaufen: obwohl mich eine eAutofahrerin (Danke, Monika, wenn Du das liest) gewarnt hat, dass ich nicht nur die Autobahnstationen im Auge haben soll, sondern auch auf welcher Seite der Autobahn die Ladestation liegt, bin ich in Ybbs reingefallen: es gibt nur auf einer Richtungsfahrbahn die SMATRICS-Ladestation – und zwar an der Richtungsfahrbahn nach Wien. Also 7km weiter, von der Autobahn runter und in der Gegenrichtung zur „richtigen“ Raststätte 🙁

Ich hab aber eh Puffer gehabt, also war das nicht das erste existenzielle Problem…

Hier ist die Ladesäule zum Glück frei und mein KIA wird grad geladen. Durchschnittlicher Verbrauch bisher 16,7KWh/100km. (Das wären rein von der Energie her 2l Benzin). Damit bin ich zufrieden.

Nächster Halt ist beim MERKUR in Wels (94km). Wird auch (?) kein Problem sein…

*** 12.55h Wels

War tatsächlich kein Problem. Ich bin in Ybbs um 11.55h losgefahren und mit 40km Reserve in Wels beim MERKUR angekommen.

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stilgerecht …

Ich glaub, ich geh mir jetzt im MERKUR eine Wurstsemmel holen.

20170807_132050

Nächstes Ziel ist schon in Deutschland: Passau, Autobahnraststätte Donautal Ost (die Fahrtrichtung hab ich gecheckt…). 88km Entfernung. Die werden wir schnupfen 🙂

Ich bin aber gespannt, wie das mit dem Tanken dort funktioniert: die Ladestation, die ich jetzt ansteuere, ist angeblich gratis…

*** 14.40h Passau

20170807_142304

Das war die Ursache für den Stau. Was wohl in den Luftballons abgeht…?

Das war jetzt eher ungut: 10km hinter der Grenze ein Mega-Stau wegen einer Grenzkontrolle – hat mich ca. 30 Minuten gekostet.

Jetzt bin ich aber bei der Raststätte und hab mich angeschlossen: es funktioniert!

Beim letzten Abschnitt sind mir 55km Reichweite übrig geblieben – ob ich zu vorsichtig bin? Regensburg sind 110km. Eigentlich hatte ich eine Ladung dazwischen geplant, aber wenn das so gut geht, probier ich es in einem. In Regenburg gibts wieder einen anderen Provider (allegro). Ich hab eine Tankkarte, die bei allegro passen sollte und ich gehe davon aus, dass sie funktioniert.

*** 16.20h: Regensburg

Ja, funktioniert!
Das waren jetzt 107km und mir sind (wieder) 41km „übrig geblieben“. Und das trotz Klimaanlage. Ich hab mich jetzt für Wernberg als nächstes Ziel entschieden. Das sind zwar nur 74km, aber danach gibts eine gute Distanz von rd. 130km zum nächsten vernünftigen Ladepunkt an der A93.

Ich bin jetzt insgesamt 410km gefahren und war 4:50 Std. „in Bewegung“.

Also, wenn das alles weiter so funktioniert, dann ist das garnicht so ungut zu fahren: jede Stunde 20 min. Pause sind auszuhalten. Und dazwischen mit Tempomat versuchen, gleichmäßig und möglichst angenehm zu fahren.

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Mit vollen Hosen ist leicht stinken!

*** 17.45: Wernberg-Köblitz

Die Ladesäule (allegro) geht – schon wieder. Ich hab eine NewMotion-Karte und die funktioniert tatsächlich bei diesen „Tankstellen“.
Ich hab jetzt ca. die Hälfte am Weg nach Berlin. Jetzt wird es immer angenehmer zu fahren: kühler und weniger Verkehr:-)

OK: mit einem Verbrenner wäre mein Ausflug nicht der Rede wert (weiß ich schon). Aber, was mir noch auffällt: ich werd nicht müde beim Fahren. Das ständige Schauen auf den Verbrauch und die vielen Pausen machen so eine (normalerweise öde) Fahrt echt abwechslungsreich 🙂

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Der Berichterstatter an seinem Arbeitsplatz

*** 21.00: Hirschberg (Thüringen, knapp hinter der ehem. DDR-Grenze)

Zwischen dem letzten dokumentierten Halt und dem Platz hier, wo ich ein Hotel für heute Nacht gefunden hab (und von wo ich morgen weniger als 300km nach Berlin hab) lagen zwei Lerneinheiten:

Nach den guten Reichweiteerfahrungen bisher hab ich mir eine 128km-Etappe vorgenommen. Und das war dann doch zu viel (möglicherweise, weil die Strecke ziemlich bergig war, hab ich mehr „Sprit“ gebraucht. Ich hab´s mit weniger Tempo versucht, aber das ist erstens fad und war außerdem nicht so erfolgreich, dass ich hoffen durfte, das Ziel zu erreichen. Also bin ich zum letzten Ladepunkt zurückgefahren (an dem ich vorher vorbeigefahren war, als ich noch hoffte). 10km zurück – ist nicht die Welt, aber eine „Investition“ in Sicherheit. Also voll laden (problemlos, aber das schreib ich jetzt nicht mehr dazu) und noch eine ganze Etappe in Angriff genommen. Mittlerweile war ich dann an der bayrisch-thüringischen Grenze (neben der Autobahn steht noch ein Stück Mauer). Dort wäre ich dann gern geblieben, aber bei der Raststation gab´s zwar Strom, aber kein Hotel. (Noch etwas, an das man denken muss). Also noch ein Stück weiter – und da bin ich jetzt.

Ein bißl´ müde, aber zufrieden, dass es den ganzen Tag kein Problem gab, außer der eigenen Blödheit (und das beruhigt!).

Insgesamt bin ich 665km gefahren, hab 6 x nachgeladen und einen Stromverbrauch von im Schnitt 16,6KWh/100km.

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Guten Morgen!

Tag 2 meiner kleinen „Abenteuerfahrt“.

Zuerst geht´s einen Restabschnitt von ca. 50km bis zum nächsten Vollladen.

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So viel Zeit muss sein!

*** 9:45: Hersdorf (bei Gera)

Die Fahrt hierhin war ja easy: wenig Verkehr, schöne Autobahn (wie überall in der ex-DDR).

Mein Ziel war eine Raststätte – auf der anderen Richtungsfahrbahn. Und das ganze knapp vor einem riesen Autobahnkreuz. Also ich vorher runter von der Autobahn und versucht, die Raststätte hinten herum zu erreichen. Nach 20 Minuten hab ich aufgegeben, weil mich das Navi des Autos ständig auf Wege lotsen wollte, die Fahrverbot sind (Radwege! Auf denen wollen wir ja nicht – noch dazu nicht illegal – fahren). Zum Glück gibt´s McDonalds (in einem eAuto sitzend stimmt das wirklich!). Also in der Nähe gibt´s einen McD und zu dem hab ich mich dann durchgeschlagen.

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*** 11.20h: Raststation Köckern

Wieder ein McD!

Und das erste Mal ein Zusammentreffen mit einem anderen Elektrischen – aber ich war um 2 Minuten schneller als der LEAF aus Malmö.

Der Kollege war mit seiner Familie plus Hund auf Urlaub in Kroatien und ist jetzt wieder auf der Heimfahrt.

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Man sieht extrem wenige eAutos unterwegs. Dafür gibts eigentlich eh ziemlich viele Lademöglichkeiten.

*** 13.35h: Beelitz (Spargelstadt)

Jetzt ist es passiert: das letzte Ziel war (mit viel Reserve) Linthe – wieder ein McD. Dort steht eine feine Schnellladestation, die mein eAuto – so wie bisher auf der ganzen Strecke – in ca. 20 min. zu 80% füllen sollte. Das erste Problem war, dass der Zugang zu dieser Ladesäule (das erste Mal auf meiner Berlin-Reise) zugeparkt war. Aber das war noch nicht das Schlimmste: die Ladesäule war defekt. Es war zwar eine hotline angegeben, aber nicht zu lesen, weil zugespayed (wie fast die ganze Anlage, die übrigens von innogy eRoaming betrieben wird).

Ich hatte noch 50km Reserve, aber in dieser Entfernung war keine andere Schnellladestation. Also hab ich mir die nächste mittelschnelle Ladesäule gesucht und dabei einige Dörfer im Süden von Berlin passiert. Und so bin ich in Beelitz gelandet. Statt mit 50KW „ziehe“ ich jetzt Strom mit 6,6KW…

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Rathaus von Beelitz (im September gibt´s Bundestagswahlen in Deutschland)

Aber ich brauch eh nur mehr Strom für 60km für den letzten Rest der Strecke nach Berlin.

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Das ist eine nicht so schnelle Ladestation.

*** 15.35h: Berlin !

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Es war ganz zuletzt doch noch spannend…

Ja, das passiert Dir mit einem Verbrennungsmotor nicht. Aber eigentlich war ich von den 900km davor verwöhnt: bis dahin keine Ladestation besetzt oder verparkt oder nicht zu finden oder nicht benutzbar.

Wenn man Zeit hat, macht auch das weit-Fahren mit dem eAuto Spass (wenn nicht, nicht). Und es hat schon etwas von einer Expedition an sich…

In Summe bin ich 954km gefahren und hab über alles 16,2KWh/100km gebraucht. 9 x nachgeladen. Gekostet hat der „Spass“ rein an Strom in Summe ca. €78,- Bei den Ladesäulen mit Verrechnung kostet die KWh in etwa €0,65, zu Hause €0,20. 3x hab ich unterwegs gratis geladen.

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Beweisfoto 1: Dorotheenstädtischer Friedhof

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Beweisfoto 2: Kuppel der Neuen Synagoge

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10.8.2017: wieder am Weg nach Mödling.

*** 14:50h Start in Berlin-Köpenick

Aufgeladen an der Schuko-Steckdose von Schwesters Garage und also 152km rechnerische Reichweite.

*** 15:35h Linthe
Das ist der Ladepunkt, bei dem ich bei der Hinfahrt Schwierigkeiten hatte (keine Lademöglichkeit, aber wenige Alternativen auf diesem Streckenabschnitt, deshalb ziemlich wichtig)

Ich wollte diesen Punkt wieder anfahren und hab in den 2 Tagen in Berlin den Betreiber (innogy eRoaming) im WEB ausfindig gemacht, die App eCharge installiert und studiert, woran es vielleicht gelegen, war, das ich dort nicht laden konnte. Sicherheitshalber hab ich noch beim Betreiber angerufen (sehr freundlich) und mich versichert, dass ich 1. alles richtig gemacht hab und 2. die Ladesäule auch tatsächlich in Betrieb ist.

Erst danach hab ich mich getraut, Linthe wieder anzufahren. Allerdings hatte ich mir zwei Alternativen überlegt (1. Dessau, allerdings ca. 140km von Berlin: das könnte knapp werden. Und 2. ein Rasthaus von Tank&Rast 2km hinter Linthe: dort war auf der WEB-Site des Rasthausbetreibers tank.rast.de eine Ladestation eingetragen, nicht aber in der App „wattfinder“ von goingelectric.de – verdächtig!).

Dort (Linthe) angekommen, App gestartet, alles angegeben (inkl. VISA-Konto): das System hat alle Angaben akzeptiert und die Ladung vorbereitet. Die Vorbereitung hat aber kein Ende genommen (Endlosschleife). Also an der Privat-Handynummer des Mitarbeiters des Betreibers angerufen. Der hat 30min herumgebastelt, 2x das System im Ladepunkt wieder hochgefahren, aber ohne Erfolg. Letztlich hat auch ihm das System gemeldet, dass der Ladepunkt „ready“ sei, aber noch kein Auto angeschlossen ist (war aber natürlich doch…). Also wieder kein Erfolg 🙁

Somit waren die beiden Alternativen gefragt.
Die erste war die unsichere: der größte Betreiber von Raststationen in Deutschland ist Tank&Rast. Auf deren Plätzen gibt es eine große Zahl von Schnellladesäulen – noch dazu (noch?) gratis. Ich hab einige Male bei Tank&Rast geladen. Auf deren WEB-Site tank.rast.de gibt es ein Verzeichnis von Ladestationen. In diesem Verzeichnis ist eine Lasestation bei der Raststation Fläming West angegeben. Und die war 2km weiter als Linthe. Nur: im wattfinder war dieser Platz nicht verzeichnet – und normalerweise ist diese App top verlässlich. Aber, was weiß ich: vielleicht haben sie eine Ladesäule bei sich nicht eingetragen… Ich also hin zu der Raststation. Aber – wie befürchtet – war da tatsächlich keine Ladestation. Wenn man sich nun die Zeit nimmt und auf der WEB-Site von Tank&Rast weiter „forscht“, gibt es irgendwo ein pdf-File zum Download, wo der Ausbauplan der Firma dokumentiert ist. Und dort (!) findet man dann die Erklärung für die Malaise: die Ladesäule Fläming West ist „in Planung“…

Also Alternative 2: Dessau war aktuell 58km entfernt und ich hatte noch 70km rechnerische Reserve. Da hatte ich schon ein bißl ungutes Gefühl…
Auf der Autobahn gab´s dann auch noch einen Mega-Stau. Der gab mir allerdings Gelegenheit, zu checken, wieviel das Auto „frisst“, wenn es 10km lang mit 5 – 8 km/h weiter geht. Ohne Klimaanlage braucht das eAuto mit nur geringer Bewegung fast keine Energie.

Dieser Stau war also eine Art von Energiesparhelfer und ich bin nach fast 140km beim neuen Ziel angekommen: Dessau.

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Die 125km sind der Ladestand beim aktuellen Laden. Aber die 139,6km sind die letzte Etappe!

*** 17.35h Dessau

Dort gibt´s bei einem BMW-Händler wieder eine funktionierende Säule. 20min geladen und mit 127 rechnerischer Reserve weiter.

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*** 18.55h Stößen (Autobahnraststation)

98km waren es bis hierher – kein Stress.

Bei den großen Raststationen in Deutschland sind die Lasesäulen nicht immer leicht zu finden. Jetzt hab ich´s aber – glaub ich – gecheckt:

Immer im Restaurant-Bereich (nicht bei der Tankstelle) und immer ein Stück hinter dem Haupteingang. Die hier ist – wieder einmal – gratis…

Nächster Halt: Selbitz (wieder in Bayern). 98km weit entfernt. An sich kein Problem, wenn – ja, wenn – man nicht während eines massiven Gewitters, wenn man fast nichts sieht und mit Ach und Krach mit 50km/h weiter kommt, an diesem Autohof vorbei fährt! Und gerade, wenn man sich auf anderes konzentriert, kommt man erst bei der übernächsten Ausfahrt drauf, dass man schon zu weit ist. Und dann wird´s doch eng.

*** 20.45h Autohof Selbitz

Zum Beachten: in Deutschland gibts Raststationen und Autohöfe. Raststationen liegen direkt an der Autobahn und haben eine eigene Ausfahrt. Raststationn haben Tankstellen (brauch ich nicht), Restaurants, etliche auch Hotels und – manche – auch Stromladesäulen. Aber Achtung: hier spielt die Richtungsfahrbahn eine Rolle. Zumeist gibt es keine Verbindung zwischen den Raststationen auf den beiden Seiten der Autobahn. Die Ladesäulen sind von Tank&Rast und zur Zeit (noch) gratis und auch ohne Berechtigungskarte zu nutzen.

Autohöfe wiederum liegen ein bißchen abseits, sind über eine „normale“ Ausfahrt zu erreichen (meist dann in einigen hundert Meter Entfernung), sind meist nicht so vielseitig ausgestattet (keine Hotels) – aber durch die Erreichbarkeit über die normalen Ausfahrten unabhängig von der Richtungsfahrbahn. Die Ladesäulen hier werden meist von allegro betrieben und die NewMotion-Karte funktioniert (die Ladung kostet aber).

*** 21.45h Autohof Thiersheim

*** 22.45h Autohof Wernberg-Köblitz

Dort war ich schon bei der Hinfahrt. Die Ladesäule steht unmittelbar neben einem Tesla-Supercharger. Wenn man in der App nicht tief genug zoomt, sieht man in der App nur den Supercharger (und den kann man mit „normalen“ eAutos nicht brauchen).

*** 0.00h Regenburg

Die Suche nach einem Hotel ist ein anderes Thema und hat nicht mit eMobilität zu tun. (Ist aber auch spannend).

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11.8.2017, 2. Tag der Rückreise

*** 10.30h Start in Regensburg

Geladen am Autohof am östlichen Stadtrand (wieder ein Standort neben TESLA).

*** 12.00h Passau (Autobahnraststätte Donautal)

Achtung, Wunder!

Die App wattfinder zeigt eine Ladesäule bei der Raststation in Richtung Westen an („Donautal Ost“). Bei der hab ich auch bei der Hinfahrt geladen. Wenn man in der „falschen“ Richtung unterwegs ist, muss man also ein Stück bis zur nächsten Ausfahrt weiter fahren und quasi umdrehen. (Und das ganze natürlich noch einmal, um wieder in die passende Richtung fahren zu können).

Ich wollte aber aus Neugier doch auf die gegenüberliegende Raststation schauen. Vielleicht gibt es ja doch Ladesäulen, die im wattfinder nicht eingetragen sind (und nicht nur solche, die eingetragen, aber nicht vorhanden sind, s. oben).

Und siehe da:

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Das ist die den eAutofahrerInnen verheimlichte Ladestation am Rastplatz Donautal West 🙂

*** 14:50h Wels (MERKUR)

*** 16:10h Ybbs

Diesmal war die Ladestation ja auf der richtigen Seite der Autobahn …

*** 17:30 Mödling

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Die Rückfahrt war mit 920km kürzer (weniger Fehler des Fahrers) und trotz viel Verkehrs (!) angenehmer und an sich völlig problemlos. Durchschnittsverbrauch 16,3KWh/100km. Wie bei der Hinfahrt insgesamt 9 x nachgeladen.

Fazit:

Ja, es war ein bißl von einem Abenteuer. Aber es hat eigentlich alles geklappt. (Dennoch: das nächste Mal fahr ich mit dem Zug).

  • Gelernt hab ich, das Tempo und damit den Stromverbrauch gut an die Entfernung anzupassen – das hat bei der Rückfahrt besser geklappt. Auf der Autobahn ist 110 – 115km/h offenbar ideal: dann ist die Reichweite tatsächlich so, wie vom Autocomputer nach der Ladung errechnet. Bei 130km/h kann man 10% von der Reichweite abrechnen.
    Man muss lernen, wie man die Angaben am Bordcomputer zu interpretieren hat. Im regionalen Bereich ist das egal – auf weiten Strecken nicht.
  • Ohne Navi und Smartphone geht so eine Fahrt garnicht! Es gibt zwar ausreichend Ladestationen, aber man muss die Fahrt exakt planen und die Ladepunkte genau anvisieren, sonst bleibt man unweigerlich hängen.
  • Ich bin mit der App „wattfinder“ gefahren. Ich hab immer wieder auch andere Apps angeschaut, aber da fehlen dann oft einzelne Standorte. wattfinder ist – fast – fehlerfrei und überdies ausreichend informativ, was die Eigenschaften der einzelnen Ladepunkte betrifft.
  • Das Tanken bei den Raststationen von Tank&Rast sind natürlich optimal – weil gratis.
    Die NewMotion-Ladekarte war aber unersätzlich: das Tanken mit dieser Karte ist nicht billig, funktioniert aber problemlos. (Zu bestellen bei de.chargemap.com). Die Karte kostet nichts und kommt nach ein paar Tagen per Post ins Haus: sie ist (am PC) frei zu schalten, wobei man insbes. seine Bankverbindung angeben muss. Mit dieser Karte – übrigens in NewMotion ein niederländisches Konsortium – kann man Ladestationen einiger unterschiedlicher Betreiber nutzen. (Die App wattfinder zeigt an, welche Karte für das Laden bei jeder Ladestation erforderlich ist).
  • In Österreich ist SMATRICS mit Schnellladestationen gut vertreten (3 Verrechnungsmodelle, eines davon ebenfalls ohne laufende Kosten); danaben gibt es einige Ladepunkte des Windkraftpioniers W.E.T, der Ladestationen unter dem Label ELLA betreibt. Der Rest in Österreich sind einzelnde versprengte Ladepunkte unterschiedlicher Betreiber.
  • Man muss immer damit rechnen, dass die Ladestationen nicht direkt an einer Schnellstraße/Autobahn liegen, sondern – wenn auch meist nur wenig – daneben. In Ländern ohne Autobahnmaut geht das, wenn man´s weiß. (In Italien oder Frankreich stell ich mir das schwieriger vor, weil die Abstände der Ausfahrten dort oft sehr groß sind).
  • Die Schnellladestationen laden die Batterien aus Sicherheitsgründen nie zu 100% voll. Beim meinem KIA ist bei 80% Schluß, beim LEAF kann man die Grenze angeblich selbst festlegen. Die Reichweite ist also in keinem Fall so hoch, wie wenn man zu Hause – langsam – lädt!
  • Und letztlich die Erfahrung: wenn man langsamer und gleichmäßiger fährt, kommt man weiter! Am Steuer eines eAutos ist das keine Allerweltsweisheit, sondern Realität. Und man lernt, dieses Fahren zu genießen!

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GRÜNE Sorgen - und kein Ausweg ?

2.Juli 2017 in GRÜN, heikel, persönlich, sehr ärgerlich

GRÜN in Bewegung

GRÜN in Bewegung

Jetzt ist gerade eine Woche seit dem GRÜNEN Bundeskongress vergangen und es ist Zeit, die Gedanken ein bißl zu sortieren.

Vorweg: ich bin sehr traugig und irritiert über die Entwicklungen und Entscheidungen bei den GRÜNEN auf Bundes- und Landesebene seit einigen Monaten. Nach der Wahl zum Bundespräsidenten, in der wir gezeigt haben, dass wir Bewegungen initiieren und in weiten Bereichen der Bevölkerung Wirkung erzielen können, sind bei manchen vielleicht die Bäume schon in den Himmel gewachsen und sie haben GRÜNE als fixen Teil einer neuen Bundesregierung gesehen. Aber nicht nur ist es nicht gelungen, die Dynamik der VdB-Wahlbewegung mitzunehmen – im Gegenteil. Das ganze Jahr 2017 ist für uns GRÜNE eine einzige Katastrophe. Und alles, was es an Positivem zu berichten gäbe, geht völlig unter: Ökostromnovelle, zB; Bildungsreform; U-Ausschuss zum Eurofighter (wenn etwas heraus kommt). Und nicht zu vergessen, was in vielen Bereichen lokal und regional erarbeitet und erreicht wird. Ich glaub´, dass wir hier in Mödling nach wie vor eine gute Arbeit machen und viel Zuspruch haben, aber natürlich macht uns die allgemeine Stimmung sehr zu schaffen: ich werde in Mödling ununterbrochen auf Peter Pilz angesprochen.

Was sich in allen heiklen Fragen dieses Jahres zeigt, dem Konflikt mit der Jugendorganisation und der Erstellung der Wahllisten auf Bundesebene, aber auch zu Jahresbeginn bei uns in NÖ, ist die Tatsache, dass die Auswirkungen der Entscheidungen auf die politische Stimmung völlig verkannt – unterschätzt – werden.

Auch aus einer Distanz zu den Gesprächen meine ich doch, dass die Art und Weise der Trennung von der GRÜNEN Jugend nicht in der maximal schädlichen Art und Weise erfolgen hätte müssen. Und auch die Abwahl von wichtigen Parlaments-Abgeordneten hätte anders gemanagt werden müssen (wenn die Strategen der Partei irgendwie ihrem Namen gerecht werden wollten). Dabei geht´s nicht nur um Peter Pilz (OK, der Konflikt mit ihm hat den größtmöglichen Schaden angerichtet); mir persönlich tut es um Bruno Rossmann noch mehr leid, einen ganz exzellenten Budgetexperten, der auch nicht mehr im Nationalrat vertreten sein wird.

Mehrere Entscheidungen der vergangenen Monate – und da gehört die Wahl der NÖ Landesliste dazu – erwecken den Eindruck, dass die GRÜNEN nicht (mehr) in der Lage oder willens sind, „schwierige“ Menschen in ihren Reihen auszuhalten und dazu neigen, KandidatInnen zu bevorzugen, die in erster Linie loyal und unkompliziert sind. Wenn das stimmt, ist es ein bedenkliches Zeichen, denn ich glaube, dass die GRÜNEN eine so weit wie möglich offene Partei sein sollten, die – auch interne – Diskussion nicht nur zulassen, sondern im Gegenteil fördern sollten. Noch vor Jahren waren an der Erstellung von KandidatInnen-Listen auch Nicht-Parteimitglieder stimmberechtigt. Ob das immer optimal war, sei dahin gestellt, aber wir haben den Dialog auch mit Bürgerinitiativen gesucht – und natürlich auch in unseren Reihen NonkonformistInnen gehabt. Ich glaube, dass das Widerstreiten ein unverzichtbarer Teil der Identität der GRÜNEN ist!

Die GRÜNEN auf Disziplin zu trimmen und so zu glauben, Erfolg bei Wahlen zu haben, ist ein Irrglaube!
Denn es geht beim Werben um unsere Ideen in erster Linie um Authentizität, um Glaubwürdigkeit, darum, für die eigene Meinung einzustehen – und nicht nur um Taktieren um Regierungsbeteiligungen (und die damit verbundenen Jobs). Diese offensichtliche Taktiererei ist ja das, was den Menschen auch in Österreich so unendlich auf die Nerven geht: dieses gegenseitige Belauern, das Einbetonieren am Justament-Standpunkt, dieser „Kampf“ um Zehntel-Prozente bei der nächsten Sonntags-Frage. Und ja: das Aufkündigen von Regierungsbündnissen, weil man sich kurzfristig Vorteile verspricht. Dieses Einengen auf eine Linie und deren taktische Verfolgung hat jetzt auch bei uns GRÜNEN Einzug gehalten – gerade zur Unzeit.

In Landes- und Bundeskongressen haben FunktionärInnen und Delegierte abgestimmt. Da gibt es natürlich unterschiedliche Informationsstände und da gibt es Vorschläge für Abstimmungsverhalten und natürlich – Absprachen. Dass jetzt einige meinen, diese Kongresse seien Ausdruck der Basis, die unvoreingenommen die Bewerbung der einzelnen KandidatInnen bewertet, ist eine Beleidigung der Intelligenz der EmpfängerInnen solcher Botschaften. Natürlich gibt´s eine Strategie auf solchen Versammlungen. Und die war sicher – nicht zum ersten Mal, nebenbei – Peter Pilz abzuwählen.

Ja: Peter Pilz ist ein ziemlicher Einzelkämpfer. Ja: er ist eine Diva und ich kenne niemand, der enger mit ihm zusammen gearbeitet hat, der ihn persönlich „aushält“. Und ich glaube auch, dass er seine Abwahl provoziert hat. Aber sein Name steht für vieles, wofür die GRÜNEN als Ganzes stehen. Er ist einer der profiliertesten Politiker Österreichs und er repäsentiert wie kein anderer die Bekämpfung der Korruption – eines unser „heiligen“ Ziele. Er war mit seiner Art auch erfolgreich – wenn auch nicht immer so erfolgreich, wie er es verkauft hat. Aber auch, wenn das Geld für die Eurofighter noch nicht wieder an Österreich zurück geflossen ist (wie er es vor Jahren angekündigt hat): seine Recherchen und die entsprechende PR haben die Öffentlichkeit sensibel und hellhörig gemacht. Und alleine dafür gebührt ihm uneingeschränktes Lob.

Er ist ein Mensch, der mit unheimlicher Energie seine Positionen vertritt; der uneingeschränkt für seine „Message“ steht; der glaubwürdig Politik als das vertritt, was sie ist: das Überzeugen von Menschen und für den genau diese Art von Politik offensichtlich auch Spaß macht. In diese Sinn war (und ist) Peter Pilz Vorbild für viele, vielleicht nicht nur bei den GRÜNEN.

Für uns in Mödling waren seine Beiträge meistens ein Ansporn und motivierend. (Zu) selten durften wir ihn in Mödling begrüßen, haben seine Besuche aber als politische Highlights immer sehr genossen.

Ob das sympathisch ist, was er jetzt andenkt, selbst und außerhalb der GRÜNEN zu kandidieren? Die StrategInnen der Partei hätten eine solche Reaktion jedenfalls vorher sehen müssen. Und auch den Schaden für die GRÜNEN. Das haben sie nicht getan, sondern ihre Linie durchgezogen. Der Eindruck in der Öffentlichkeit ist – 3 Monate vor der Wahl – verheerend. Und die GRÜNEN vor Ort – zum Beispiel in Mödling – sehen sich ratlos, obwohl sie sich eigentlich auf eine Wahlwerbung vorbereiten sollten. Aber zur Zeit steht der Motivationsbarometer ganz auf „Tief“.

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Prost …

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Dieter Brosz und Peter Pilz in Mödling.

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