Baukultur-Gemeindepreis 2021 geht an Mödling!

26.September 2021 in erfreulich, gestern & heute, GRÜN, konkret

Am 23. September 2021 wurde im Rahmen einer großen Feier im Kuppelsaal der TU Wien der Baukutur-Gemeindepreis 2021 vergeben.

Gefragt waren innovative Ansätze in Gemeinden, Lösungen und die Wege dorthin.

Der Preis wird – heuer zum vierten Mal – ausgeschrieben vom Verein LandLuft, Verein zur Förderung von Baukultur in ländlichen Räumen in Kooperation mit dem Österreichischen Gemeinde- und dem Städtebund, gefördert von drei Bundesministerien und ist eine der höchsten Auszeichnungen im Bereich der Raumordnung und -planung in Österreich.

Entsprechend breit war die Berichterstattung in den Österreichischen Medien.

Und Mödling hat einen – der vier – Hauptpreise gewonnen; als einzige Gemeinde im Osten Österreichs.

KURIER am 25. September 2021
Standard am 25. Septermber 2021

Über diese Auszeichnung kann sich die Stadt als ganze freuen, ist sie doch ein Zeichen, dass Politik in unserer Stadt als innovativ anerkannt wird und Mödling insgesamt Beachtung in der Fachwelt findet.

Entscheidende Kriterien für die Preisverleihung an Mödling waren „nachhaltige Ansätze in allen Gestaltungsbereichen einer Gemeinde: von Mobilität und Partizipation über Ortskernstärkung bis zu Strategien gegen Leerstand und Zersiedlung“ (www.landluft.at). Wesentliches Kriterium waren die Einbindung der Bevölkerung und die Beiziehung von Expert*innen (in Mödling in Form des Gestaltungsbeirats).

Eines der Vorzeigeprojekte war die Gestaltung des Fliegenspitzes, die Abwicklung der Planung für des Neusiedlerviertel, das Areal um die Hyrtlkirche mit dem Neubau am Gelände des früheren Rot-Kreuz-Lagers mit der endlich erreichten Durchquerung von der Wienerstraße zum Mödlingbach für Fußgänger- und Radfahrer*innen, aber auch die Sharrows auf der Radroute vom Bahnhof zur HTL waren Pluspunkte für die Jury.

Besonders stolz kann – denk ich – Rainer Praschak sein, der in den Jahren zwischen 2015 und 2020 als GRÜNER Stadtrat für Raumordnung massgeblich für die Projekte verantwortlich zeichnete, die nun Grundlage der Preisverleihung waren.

Ich persönlich glaube, dass wir auch als Mödlinger GRÜNE insgesamt stolz sein dürfen, denn wir haben während der Zeit unserer Regierungskoalition auf mehreren Ebenen die Stadt mit zukunfstsweisenden Planungen und professioneller Umsetzung vor den Vorhang geholt: der Baukuturpreis ist eine ganz besondere Auszeichnung, aber auch die 4 „e“s bei der erstmaligen Einreichung als energieeffiziente Gemeinde waren ein Zeichen für erfolgreiche Arbeit der GRÜNEN in ihrer Verantwortung in der Stadregierung.

Ein bisschen sonnen darf sich auch unser Bürgermeister für Auszeichnungen wie diese. Und er wird sicher keine Gelegenheit auslassen, die Leistungen der Stadt unter seiner Führung zu betonen. Soll er doch. Aber es wäre schön, wenn er dafür sorgen würde, dass auch in der jetzigen ÖVP-SPÖ-Koalition zukunftsweisende politische Strategien verfolgt werden. Die Ankündigung, einen errichteten Radweg beim Krankenhaus aus persönlichem Ärger über unzisziplinierte (?) Radfahrer*innen wieder rückbauen zu lassen, ist leider ein Indiz für ein anderes Verständnis von Politik…

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Internationaler Klimastreik 24.9.

24.September 2021 in erfreulich, wichtig !!!

Auch in Wien wurde demonstriert. Und Mödling war dabei.

Hier ein paar Eindrücke von einer sehr wichtigen, gleichzeitig entspannten und sehr, sehr sympatischen Kundgebung.

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Bäume in der Stadt: konkret 2

29.August 2021 in interessant

Zuletzt habe ich über Bäume am Grundstück Babenbergergasse 3 geschrieben.

Es gibt leider mehr als ein Grundstück, dessen Bäume von einer Bebauung akut bedroht sind.

Ein weiteres Beispiel sind die Grundstücke Gumpoldskirchnergasse 8 – 10.

Eigentlich sind es 3 Grundstücke:

Die betroffenen Grundstücke fügen sich zu einem länglichen Baufeld. Im hinteren Bereich darf kein Gebäude errichtet werden. In Mödling dürfte er aber vollständig asphaltiert werden.

Auf den Grundstücken finden sich einige große Bäume:

Auf diesen Grundstücken sollen 16 (sechzehn) Wohneinheiten errichtet werden!

Von den Bäumen wird keiner überleben.

Es kann nicht sein, dsas die Stadt in solchen Fällen keine Möglichkeit hat, Bäume zu schützen – auch wenn es sich um einen Privatgrund handelt.

Die GRÜNEN Mödling unterstützen eine Baumschutzinitiative. Mehr unter Die Grünen Bezirk Mödling – Initiativantrag – Baumschutz in Mödling – Jetzt unterstützen! (gruene.at).

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Bäume im Mödlinger Stadtzentrum

5.August 2021 in dramatisch, wichtig !!!

Ich will mich nicht lange mit der Frage aufhalten, ob – insbesondere große – Bäume im Stadtzentrum wichtig sind. Sie sind es.

Im Zentrum der Stadt, in der Babenbergergasse 3 stehen auf einem Grundstück, verdeckt von einem baufälligen Haus eine riesige Kastanie und ein paar weitere, alte Bäume. Es ist das Grundstück vis-a-vis des Hotels Babenbergerhof und es reicht hinten unmittelbar an den Mödlingbach.

Das ist das Grundstück Babenbergergasse 3 mit dem Baumbestand
Der aktuelle Bebauungsplan

Das Grundstück wurde von Investoren gekauft und wird entsprechend geplant – und beworben.

Die aktuelle Planung ist im Internet zu sehen, wo auch gleich um Finanz-Investoren geworben wird (6,8% Rendite!).

Die Bäume sind im Plan alle entfernt. Dafür wird – in der Fuzo! – mit einem Autoabstellplatz geworben.

Tatsächlich gilt für den Teil der Stadt, in dem auch dieses Grundstück liegt, zur Zeit eine Bausperre. Und Details der Flächenwidmung und der Bebauungsvorschriften sind gerade in Ausarbeitung. Unmittelbar kann also kein Plan eingereicht werden (skurril ist das Werben um Investoren in einem solchen Stadium…).

Aktuell gilt für das Grundstück eine maximale Höhe von 7m (Traufe). Die maximale Bebauungsdichte ist nicht angegeben. (Die Dichte wurde in Schutzzonenbereichen der Stadt, wie eben hier offen gelassen, um im Einzelfall flexibler zu sein.)

Die Stadt hat also bei diesem Vorhaben sehr wohl den berühmten „Fuß in der Türe“. Wir meinen: sie sollte ihn auch dort lassen und eine Lösung erreichen, die für die Stadt passt. Und dazu gehört auch, die alten Bäume zu erhalten.

Das mögliche Bauvorhaben schlägt schon medial Wellen

Im KURIER wir der Bürgermeister mit den Worten zitiert, dass er „wenig Freude mit dem Bauprojekt“ habe. „Gegen eine Rodung der Bäume sei die Stadt (…) machtlos“, weil es keine Baumschutzverordnung gibt.

Wir meinen, in Zeiten wie diesen, in denen die Bedeutung von Bäumen in städtischen Zentren überall betont wird, ist genau dieses „machtlos“ ein Offenbarungseid. In Wirklichkeit ist es längst an der Zeit, dass wirksame Maßnahmen zum Schutz eber dieser verbliebenen Bäume im Stadtzentrum getroffen werden. Und da werden auch Bäume auf Privatgrund miteinzubeziehen sein. Angesichts des Klimawandels sind Bäume in ihrer Funktion für das Gemeinwesen nicht nur Angelegenheit des Privateigentums.

Im konkreten Fall sind wir GRÜNE auch der Meinung, dass durch entsprechende Festlegung der Bebauungsbestimmungen eine Bebauung bis zum Rand des Mödlingbachs verhindert werden kann und hier auch (noch) ohne Baumschutzverordnung die Bäume erhalten werden können.

Eine frühere GRÜNE Gemeinderätin, Mag.a Susanne Bauer-Rupprecht hat aus Sorge um das Stadtklima eine Initiative gestartet. In dieser geht es in erster Linie um einen wirksamen Baumschutz, sowie um das Verhindern von vollständigen Versiegelung von Grundstücken.

Der Antrag kann ausgedruckt und unterschrieben werden. (Bitte darauf achten, dass der Antrag beidseitig gedruckt wird; sonst zählt die Unterschrift nicht.)

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Einen Radweg rückbauen? Jetzt? In Mödling?

15.Juli 2021 in interessant, jenseits, sehr ärgerlich

Es war einmal der Neubau des Krankenhauses in Mödling. Ende 2019 war der Bau am Fertigwerden. Und so waren die Fragen der Verkehrsorganisation rund um das neue Haus aktuell.

Ich war damals Verkehrsstadtrat und so unmittelbar an den Entscheidungen beteiligt.

Eine Frage war die Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen Verkehr: Der Citybus wurde (neu) zum Haupteingang in die Restitutagasse verlegt.

Statt der ursprünglich geplanten Tiefgarage wurde vor dem Haupteingang in der Restitutagasse ein Parkplatz an der Oberfläche errichtet und nun musste auch die Zufahrt zu diesem organisiert werden: die Restitutagasse wurde deshalb geteilt betrachtet. Westlich von der Einfahrt zum Parkplatz (also zur Gabrielerstraße hin) war die Restitutagasse in beide Richtungen befahrbar, östlich der Einfahrt (also zur Payergasse hin) ist die Restitutagasse Einbahn.

Bleibt die Frage nach der Zufahrt mit dem Rad. (Damals wurden sämtliche Straßenbauprojekte auf Möglichkeiten zum Radfahren geprüft). Die Restitutagasse ist zwar 30km-Zone und in vielen Straßen mit diesem Tempolimit in Mödling ist Radfahren auf der Fahrbahn grundsätzlich vertretbar. Im Fall der Restitutagasse war aber doch viel Verkehr zu erwarten, ggf. auch in Notfällen mit höherer Geschwindigkeit (obwohl die Haupt-Rettungszufahrt in der Buchbergergasse liegt, ist die Notfall-Zufahrt für Private beim Haupteingang), führt eine Buslinie durch die Restitutagasse und ist sie wegen der geteilten Einbahnführung zusätzlich heikel. Und durch die Neuerrichtung der Restitutagasse war der Platz vorhanden. Also haben wir als Zufahrt zum Krankenhaus für Mitarbeiter*innen und Besucher*innen einen Radweg durch die Restitutagasse vorgesehen. Auf ausdrücklichen Wunsch des Bürgermeisters (!) wurden entlang der Restitutagasse Rad- und Gehweg getrennt. So wurde die Restitutagasse geplant, am 25. September im Stadtrat (natürlich mit den Stimmen der ÖVP) beschlossen und in Folge auch genau so gebaut.

Der Radweg entlang der Restitutagasse ist Teil einer Verbindung durch die Schöffelstadt

Der Radweg entlang der Restitutagasse steht im Zusammenhang mit der Radwegeverbindung vom Bahnhof in Richtung Ma. Enzersdorf / St. Gabriel. 2019 wurde anlässlich des Umbaus der Gabrielerstraße im Abschnitt von der Wiener Straße bis zur Managettagasse beidseitig ein 2m breiter Mehrzweckstreifen fertig gestellt. Der Abschnitt zwischen der Managettagasse und der Restitutagasse soll(te) im Zug der Lösung beim Leiner-Gebäude realisiert werden. Am (östlichen) Ende der Restitutagasse ist ein gemischter Geh-/Radweg entlang der Payergasse bis zur Buchbergergasse und dann weiter entlang der Buchbergergasse bis zur Passauergasse geplant und bereits von der Verkehrsabteilung der BH genehmigt. Für diese Radverkehrslösung wurden vom Land Grundstreifen entlang der Payergasse und entlang der Buchbergergasse zur Verfügung gestellt. Die Weiterführung der Radverbindung sollte heuer (2021) errichtet werden.
Die Verbindung zur Grenzgasse und damit zur Ortsgrenze nach Ma. Enzersdorf führt über die Passauergasse, die tatsächlich wenig Verkehr aufweist und für Radfahrer*innen gegen die Einbahn benutzt werden kann.
Diese Radverkehrsanlagen würden also eine Verbindung vom Bahnhof nach St. Gabriel, gleichzeitig auch die Erreichbarkeit der Krankenhauses und eine zumindest teilweise Erschließung der Schöffelstadt für Radfahrer*innen bewirken. (Mir wäre eine Verbindung durch das Krankenhausareal lieber gewesen, aber die Gespräche mit den Planer*innen des Krankenhauses waren in dem Punkt nicht erfolgreich.)

Am Plan sehen Sie:
grün = Bestand
blau = Radfahren gegen die Einbahn
rot = Planung abgeschlossen
violett = Planung offen

Alle diese Anlagen sind fertig geplant, genehmigt und zum Teil (Gabrielerstraße und Restitutagasse) bereits fertig gebaut. Die Kosten für die Restitutagasse waren übrigens €216.000,-

Bei der Gemeinderatssitzung am 8. Mai hat der Bürgermeister mit einer Meldung für Aufsehen gesorgt, dass er den Radweg entlang der Restitutagasse für unnötig hält und für den Rückbau plädiert!

Und das in einer Zeit, in der weltweit und so auch in Österreich über die Notwendigkeit der Förderung des Radfahrens geredet wird, auch die NÖ Landesregierung das Radfahren zu einem priorisierten Ziel der Politik erklärt hat. In dieser Zeit denkt der Bürgermeister der Stadt Mödling ernsthaft darüber nach, einen gerade erst errichteten Radweg wieder zurück zu nehmen, den er selbst mit beschlossen hat! Und ich rede noch nicht vom Geld: zwei Jahre nach Errichtung eines Radwegs Steuergeld in die Hand nehmen, um den gerade gebauten Radweg wieder zu entfernen!

Gibt es so etwas irgendwo sonst auf der Welt?

P.S.: Insbesondere die SPÖ hat schon 2019 gegen den Radweg gestimmt und seither immer wieder Stimmung in der Richtung gemacht. Grund: „Asphaltwüste“. Der Bürgermeister – jetzt in Koalition mit der SPÖ – hat sich diese Sicht nun offenbar zu eigen gemacht.

Ja, auch ein Radweg wird asphaltiert. Tatsächlich könnten an Stelle des Radwegs in der Restitutagasse keine Bäume gesetzt werden, weil dort unter der Erde eine Gasleitung verläuft. Und auf Gasleitungen dürfen keine Bäume gesetzt werden. Allerdings hat die Krankenhausplanung am Rand des Parkplatzes – also zur Restitutagasse hin – erfreulicherweiss eine Reihe von Bäumen gestzt.

Aber, ja: wenn man dem Radverkehr Platz einräumen will, muss man Entscheidungen treffen. An der Südseite der Restitutagasse könnten übrigens Bäume gesetzt werden. Dort gibt es allerdings Parkplätze und die sind für ÖVP und SPÖ tabu. Es wurden und werden also Prioritäten gesetzt. Die Frage ist nur, welche.

Dass ausgerechnet die SPÖ ausgerechnet bei einem Radweg der Asphalt stört, ist schon bemerkenswert: die Versiegelung des Innenhofs in der Payergasse 28-32 (gleich um die Ecke) und das Fällen von 5 alten Bäumen zu Gunsten dieses Parkplatzes stört die SPÖ nicht (den Bürgermeister übrigens auch nicht). Und natürlich sind alle fanatisch für die Lobau-Autobahn in Wien. Aber bei einem Radweg fällt ihnen der Asphalt auf…

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"Cylophobie": gibt´s das? In Mödling schon!

30.Mai 2021 in ärgerlich

Seit Wochen läuft eine große Umfrage „Mödling gut zu Fuß“, wobei die Bevölkerung nach Schwachstellen und Behinderungen im Fußwegenetz gefragt wird. Ziel sind Verbesserungen für FußgängerInnen, die sukzessive in die Planungen und Straßenbaumaßnahmen einfließen sollen. Das ist gut so!
Mitte Mai gab es im Rahmen dieses Projekts eine Vor-Ort-Begehung am Bahnhofsplatz.
Die NÖN (2021#21, s. 10 + 11) berichtete. Dabei wurde auch der Bürgermeister zu dem Vorhaben befragt.

Hier seine Antwort zum Thema „Zu-Fuß-Gehen in der Stadt“:

Als Bürgermeister einer Stadt, die den mit höchsten Anteil an RadfahrerInenn in Niederösterreich hat (und der darüber froh sein sollte); in einer Zeit, in der selbst das Land NÖ die Förderung des Radfahrens zu einer Aufgabe mit höchster Priorität erklärt, lässt der Bürgermeister keine Gelegenheit aus, gegen das Radfahren zu polemisieren.

Er hat keine Perspektive für die Stadt und kein Verständnis für die Entwicklungen (und Notwendigkeiten) der Zeit. Schade.

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Parkraumbewirtschaftung - auch in Wien

27.Mai 2021 in ärgerlich, wichtig !!!

Vor kurzem hat die Wiener Stadtregierung bekannt gegeben, dass ab 2022 in Wien flächendeckend der Parkraum bewirtschaftet wird. Überraschung? Keine.

Erstens stand die entsprechende Ankündigung schon im rot-pinken-Regierungsprogramm. Aber onehin ist die Regulierung des ruhenden Verkehrs eine der großen Herausforderungen einer verantwortungsvollen Mobilitätspolitik. Es geht ja nicht nur um die vom fossilen Verkehr (mit-)verursachten Klimaprobleme: wir haben uns ja offenbar an das Paradoxon gewöhnt, dass die Städte mit Autos zugeparkt sind, diese aber im Schnitt weniger als 1 Std. am Tag genutzt werden. Und so blockieren diese „Stehzeuge“ wichtigen Lebensraum in der Stadt und verunmöglichen eine Gestaltung des Lebensraum der BürgerInnen.

Beim Parkraum in Wien geht es aber natürlich auch um den Pendlerverkehr: täglich – jedenfalls vor Corona – kommen gegen 300.000 Menschen per Auto zur Arbeit nach Wien und interessanterweise besonders viele aus dem Süden. Trotz meist guter ÖV-Versorgung entlang von Südbahn, Badner Bahn und auch der Pottendorfer Linie kommen immer noch rd. 80% der PendlerInnen aus dem Süden mit dem Auto in die Hauptstadt. Das ist eine massive Belastung der Stadt, wogegen ein „Kraut“ hilft: die Parkraumbewirtschaftung. Es gäbe auch eine Citymaut, die aber von der SPÖ abgelehnt wird. Ich finde es völlig logisch und eigentlich eine Frage der Verantwortung der Wiener Stadtregierung, die tägliche Flut des Individualverkehrs nach Wien zu regulieren. Natürlich hilft eine Reduktion des Pendelns mit dem Auto auch der Klimabilanz, was die Maßnahmen zusätzlich vernünftig macht.

Ja, Maßnahmen der Stadt haben Auswirkungen auf die Menschen, die nach Wien pendeln und ja, es gibt Auswirkungen auf die Nachbargemeinden, weil wahrscheinlich einige PendlerInnen bis knapp außerhalb der bewirtschafteten Zonen fahren und das bedeutet bei der angekündigten Vorgehensweise eine Belastung der Gemeinden an der Stadtgrenze.

Darüber sollten die betroffenen Gemeinden schon längst nachgedacht haben. Haben die meisten tatsächlich: Vösendorf und auch Perchtoldsdorf sehen in den Ortsteilen nahe der Wiener Stadtgrenze lt. NÖN (Ausgabe 19/2021, s. 20) ebenfalls Kurzparkzonen vor. Das ist vernünftig und legitim.

Anders Mödling. In der besagten Ausgabe der NÖN spricht Bürgermeister Hintner von einem „unfreundlichen Akt“ seitens der Stadt Wien. Kein Wort von vorausschauenden Planungen, wobei Mödling wegen der Entfernung von der Landesgrenze kaum von Verdrängungseffekten betroffen sein würde. Aber es wäre schon naheliegend, darüber nachzudenken, wie die PendlerInnen aus der Region um Mödling besser und schneller zum Bahnhof und damit zu den ÖV-Verbindungen nach Wien gebracht werden können (sprich: zum Beispiel Neuorganisation des Bahnhofsplatzes). Statt dessen wie immer seit mehr als 100 Jahren Keppeln gegen Wien: DAS Alleinstellungsmerkmal von rechten Christlichsozialen.

Dabei gäbe es auch in Mödling zumindest zwei Gebiete, in denen eine Parkraumbewirtschaftung der dortigen Wohnbevölkerung Erleichterung bringen könnte: das Areal um die HTL und die Schöffelstadt rund um das Landesklinikum. Vor allem rund um die HTL werden regelmäßig auch Hauseinfahrten von SchülerInnen zugeparkt, die offenbar im letzten Abdruck zur Schule kommen. Ganz so schlimm ist es rund um´s Spital nicht, aber für beide Stadtteile verunmöglicht der starke Parkplatzdruck das Setzen zusätzlicher Bäume, das Aufstellen von Bankerl´n, die Errichtung von Radwegen, weil einfach kein Platz da ist. Und – Logik der ÖVP – kein Parkplatz solchen Unnötigkeiten geopfert werden darf.

Was mich bei der Diskussion zur Parkraumbewirtschaftung schon ewig aufregt: in Wirklichkeit ist dieses völlige Abblocken der Bepreisung von Parkplätzen für private PKWs eine schreiende Ungerechtigkeit. Seit fast 30 Jahren verlangt die Stadt in Umsetzung der Bauordnung für jede neu errichtete Wohnung den Bau eines PKW-Stellplatzes. Wenn das ein Platz in einer Tiefgarage ist, bedeutet das zusätzliche Kosten von plus/minus €20.000,-. AutobesitzerInnen, die in älteren Wohnungen leben, haben sich diese Kosten erspart – ohne irgend eine spätere Kompensation. Im Gegenteil: die ÖVP verteidigt ihr Recht, öffentlichen Raum gratis zu nutzen, mit Zähnen und Klauen. (Versuchen Sie einmal, Ihren Kleiderkasten auf einen Parkplatz zu stellen; etwa, weil sie in der Wohnung keinen Platz mehr haben. Der Ruf nach einem Arzt wird das Mindeste sein, was Sie an Reaktion erwarten dürfen.)

Auch der Umgang mit dem ruhenden Verkehr ist eine Nagelprobe für verantwortungsvolle Stadtentwicklung. Bei einer ÖVP, wie der in Mödling regierenden, komplette Fehlanzeige. Das bedingungslose Verteidigen von Verhältnissen wie vor 50 Jahren wird den Herausforderungen unserer Zeit aber keineswegs gerecht. Und da gehört das Keppeln gegen die Hauptstadt dazu.

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Der Bürgermeister zum Radweg Brühlerstraße...

12.April 2021 in interessant

Zum Thema eines Radwegs entlang eines Stücks der B11 (Brühlerstraße) hat der KURIER am 29. März einen Artikel gebracht und dazu auch Bürgermeister Hintner befragt:

Ich finde die Antwort des Bürgermeisters in einigen Punkten ziemlich merkwürdig:

  • „Straße mit LKW-Verkehr“ / „Sicherheitsaspekt“?
    Tatsächlich ist es eine normale Sanierung einer Landesstraße B (vormals „Bundesstraße“) nach den allgemeinen Standards.
    Ein Radweg parallel zur Fahrbahn ist kein Sicherheitsrisiko.
    Erst recht nicht, wenn ein Streifen zwischen der Fahrbahn und dem Radweg gebaut wird, was möglich wäre. Die Guntramsdorferstraße zeig´s vor.
    Und überhaupt: wir sind der Meinung, dass der Schwerverkehr durch Mödling reduziert gehört. Davon hört man allerdings vom Bürgermeister nichts.
  • Nötig wäre die „Reduktion der Fahrbahn auf das absolut mögliche Mindestmaß“?
    Nein. Das würde mit der Landesstraßenverwaltung auch nicht zu machen sein. 6,60m sind die Norm – und so wird gebaut (wie übrigens auch auf der Guntramsdorferstraße vor 2 Jahren).
    Neben den 6,60m und einem 1m-breiten Streifen ginge sich ein bequemer Radweg aus.
  • Wir schlagen einen Radweg „aus ideologischen Gründen“ vor?
    Vielleicht fahren wir auch aus ideologischen Gründen mit dem Rad?
    Ich weiß nicht genau, was der Bürgermeister meint, wenn er „ideologisch“ meint. Ich vermute, er deutet an, daß es nicht um die Sache geht, sondern um parteipolitische Spinnereien.
    Für uns – und mittlerweile sogar auch für die Verkehrsplaner des Landes – hat das Radfahren als Teil der „aktiven Mobilität“ Priorität in der Mobilitätspolitik zur Erreichung der Klimaziele. Nur, wenn wir es schaffen, einen wesentlichen Teil des (fossilen) PKW-Verkehrs durch Zu-Fuß-Gehen, Radfahren und Öffis zu ersetzen, werden wir in der Klimapolitik Erfolg haben. Das bedeutet, dass im innerstädtischen Bereich die Bedingungen zum Radfahren – wo immer es möglich ist – verbessert werden müssen, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Wege so gut wie möglich mit dem Rad zu bewältigen.
    Der zuständige NÖ-LRat Schleritzko hat erst am 15. März bei einer Pressekonferenz verkündet: „Man [das Land] hebt damit die Bedürfnisse von Radfahrer und Fußgänger auf eine Ebene mit jenen der PKW-Nutzer und der Fahrgäste in den Öffis.“
    Oder ist die Klimapolitik für „unseren“ Bürgermeister eh auch „ideologisch“…?

Es gibt keinen vernünftigen Grund, die Gelegenheit nicht zu nutzen, die Radverbindung zwischen der Vorderbrühl und dem Zentrum / dem Bahnhof zu verbessern. Außer, man ignoriert moderne Verkehrspolitik und lebt nostalgisch in den 60er-Jahren. Das hat Mödling nicht verdient!

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Radweg in der Klausen? brauch´ma net!

15.März 2021 in ärgerlich, konkret, traurig

Mödling ist eine Stadt mit einem hohen Anteil an Radfahrenden. Das ist gut so. Und dazu beigetragen hat wohl auch der Bau von Radfahranlagen während der vergangenen Jahre.

Nun spricht es sich langsam im ganzen Land herum, dass das Radfahren nicht nur gesund, sondern auch ein Hebel in der Klimapolitik ist, indem Fahrten mit (fossil angetriebenen) Fahrzeugen ersetzt werden können. Förderungen für Radwege gibt´s heute so viel wie noch nie. Und nicht zuletzt auch das Land NÖ setzt ganz offen auf das Radfahren als Mittel der Mobilitätswende: heute, am 15. März wurde die Strategie „Aktive Mobilität“ von LRat Schleritzko in St. Pölten vorgestellt.

Mödling aber geht andere Wege…

Im heurigen Jahr wird – endlich – die Brühlerstraße (B11) von der Ortsgrenze zur Hinterbrühl bis zur Kreuzung mit der Alten Brühlerstraße, also ungefähr bis zu den Kletterfelsen saniert.

Dabei bietet sich eine einmalige Gelegenheit, die Radverbindung entlang der B11 zu verbessern.

Aktuell läuft die Radverbindung als gemischter Geh-/Radweg von den Kletterfelsen 10% bergauf und dann wieder bergab bis zu der Trafik, wo der Weg wieder die B11 erreicht. Landschaftlich ist diese Route sehr nett, für den Alltagsverkehr aber nicht angenehm: sie ist ziemlich steil, man teilt sich als RadfahrerIn den Weg mit SpaziergängerInnen und kommt oft auch den Kletterern ins Gehege, wenn Personen zur Seilsicherung mitten am Weg stehen. Außerdem wird dieser Weg bei Schneelage nicht vorrangig geräumt.

Der bestehende Radweg ist grün, der mögliche rot.

Die Brühlerstraße ist in diesem Bereich aber mit 8,60m sehr breit und das Land reduziert seit einiger Zeit anlässlich von Sanierungen die Kernfahrbahnen ohnehin auf 6,60m. Den Platz könnte man also ohne weiteres für einen Radweg neben der Fahrbahn nutzen. Es ginge sich sogar ein kleiner Grünstreifen zur Abgrenzung gegenüber der Kernfahrbahn aus.

In der Handskizze sieht man die Varianten: offiziell geplant wird neben der Fahrbahn ein (neuer) Streifen mit – Parkplätzen (!)

Und weil gerade von Förderungen für den (Alltags-)Radverkehr die Rede war: der Bund würde die Errichtung dieses Radwegs mit 60% fördern!

Na, gut: das wird ja wohl keine Diskussion wert sein, die Gelegenheit zu nutzen! Falsch: der Bürgermeister will darüber nicht einmal reden!

Das macht wirklich wütend. Denn wie man aus der Skizze sehen kann, wird der Streifen für die Parkplätze am nördlichen Rand der B11 errichtet. Und das bedeutet, dass man diesen nicht in nächster Zukunft für einen Radweg nutzen könnte, denn der ist ja – wegen der Anschlüsse – nur am südlichen Rand sinnvoll.

Hier wird also eine gute Gelegenheit für die Verbesserung einer innerörtlichen Radrelation für die nächsten Jahrzehnte fahrlässig zerstört, denn eine Landesstraße B (vulgo Bundesstraße) wird nicht so schnell wieder umgebaut.

Die jetzige Stadtregierung der beiden Wahlverlierer ÖVP und SPÖ sieht sich in der Verkehrspolitik in den 60er-Jahren. Das sollt eigentlich nicht wahr sein dürfen!

Hier führt der Weg für Radfahrende zwischen der Stadt und der Vorderbrühl – wohl auch noch die nächsten 30 Jahre 🙁

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Ein Jahr schwarz-rot in Mödling: Stillstand

11.März 2021 in ärgerlich

ÖVP und SPÖ feiern sich grad ab nach einem Jahr der „Verliererkoalition„.

Klar, dieses Jahr war fast vollständig überlagert von der Corona-Pandemie. Und die finanziellen Auswirkungen werden die schwarz-rote Zusammenarbeit auch in der Zukunft wesentlich behindern.

Also ist „Krisenbewältigung als wichtigste politische Aufgabe“ eine logische und nachvollziehbare Überschrift.

Dennoch: die Planung von Lösungen für die dringendsten Probleme der Stadt wäre auch während des Ausnahmezustands möglich (gewesen) – und notwendig!

  • Das Stadtbad, die Mega-Baustelle der Stadt. Es gibt offenbar keine Ideen für Verbesserungen, weder hinsichtlich der finanziellen Gebarung, noch hinsichtlich der erforderlichen technischen und baulichen Sanierungen. Statt dessen wurde – in „guter“, alter großkoalitionärer Vorgehensweise – ein neuer Leiter des Stadtbads mit einem SPÖ-Gemeinderat besetzt. Jobbesetzungen als Teil einer Regierungskoalition – das war leider zu erwarten. Sonstige Ideen? Fehlanzeige.
  • Der Eislaufplatz. Vollmundig erklärten ÖVP+SPÖ den Bau einer Halle zu einem ihrer wichtigsten Ziele. Seither zu sehen ist absoluter Pfusch in der Planung und nun – dank Corona – Stillstand. Andere Ideen zum Eislaufen in Mödling statt einer sündteuren Halle? Fehlanzeige.
  • Das Gemeindeamt. Vor rd. 10 Jahren wurde das alte Finanzamt in der Pfarrgasse gekauft, um die Erweiterung des Gemeindeamts aufzunehmen (inkl. Platz für ein BürgerInnenservice, das den Namen verdient). Vor mehr als 6 Jahren wurde ein Raumprogramm erarbeitet. Seither Sendepause. Mittlerweile ist das Stadtamt das baulich hässlichste, für die MitarbeiterInnen unpraktischste und für BürgerInnen unfreundlichste des ganzen Bezirks. Ideen? Fehlanzeige.
  • Knapp vor der letzten Wahl wurde – endlich – die aufgelassene Tankstelle in der Badstraße von der Stadt gekauft.
    Dieser so wichtige Platz am unmittelbaren Rand des Zentrums muss verantwortungsvoll und gut genutzt werden. Eine vorausschauende Planung dauert seine Zeit und sollte schon längst begonnen worden sein. An Ideen vom Bürgermeister hört man die Nutzung als Parkplatz (!) – sonst nichts. Gleichzeitig entwickelt sich das Grundstück mit der verfallenden Tankstelle zu einem Schandfleck in der Stadt. Ideen? Fehlanzeige.
  • Der Mödlinger Bahnhofspatz ist das Mobilitätszentrum des Bezirks, wird allerdings den Anforderungen bei weitem nicht mehr gerecht (unübersichtliche und weil nicht überdacht ungenügende Bus-Wartebereiche; schlechter Taxi-Wartebereich; keine passende Zubringermöglichkeit für Privatfahrzeuge). Dazu kommt die für AnrainerInnen schlechte Führung der Buswegstrecken (über die Demelgasse). Aber vor allem muss die laufende Planung der ÖBB für den 4-gleisigen Ausbau der Südbahn mit der Unmöglichkeit einer niveaugleichen Überfahrt entlang der Schillerstraße berücksichtigt werden! Die Umgestaltung des Bahnhofsplatzes ist höchst überfällig und wäre ein „Jahrhundertprojekt“. Im vergangenen – ersten – Jahr der Verliererkoalition passierte – nichts. Ideen? Fehlanzeige.
  • Am Gelände der Gendarmeriezentralschule gehen die Arbeiten weiter. Ein Grundstück (Ecke Quellenstraße / Grutschgasse) steht der Stadt zur Errichtung eines Parks zur Verfügung, der dem neuen Stadtteil auch Charakter geben soll. Während für alle anderen Baufelder konkrete Pläne existieren, gibt es für den Park seitens der Stadt – nichts. Ideen? Fehlanzeige.
  • Mödling ist einer der Orte in Niederösterreich mit dem höchsten Anteil an RadfahrerInnen. Der Anteil der Wege, die mit dem Mödling mit dem Rad zurück gelegt werden, wird nur von Universitätsstädten, wie Innsbruck und Graz übertroffen. Neben der gesundheitlichen Wirkung des Radfahrens hilft ein hoher Anteil an mit dem Rad bewältigter Mobilität bei der Lösung von Verkehrsproblemen und hilft beim Klimaschutz. In den vergangenen Jahren wurde das Netz an Radverkehrsanlagen sukzessive ausgebaut. 2020 kam kein Meter dazu…

Die altbackene schwarz-rote Koalition hat keine Ideen und keine Ambition, die wichtigsten Herausforderungen der Stadt auch nur anzudenken.

Statt dessen werden ungeniert Projekte verkauft, die noch in der früheren Koalition und meist sogar in GRÜNer Verantwortung geplant worden waren, wie das Elektronische Parkleitsystem und die Bausperre zur Verbesserung der Flächenwidmung.

Das Netz der Stromtankstellen soll an mehreren Standorten ausgebaut worden sein? Wo genau? Da passierte nämlich genau – nichts!

Und zu dem tollen Vorhaben der „1.000 Bäume für Mödling“ muss man leider sehen, dass nicht im Sinn einer Verbesserung beim Baumbestand der Stadt gearbeitet wird: in den beiden Straßen, die 2020 voll saniert wurden (Prießnitzgasse und In den Leinerinnen), kam nicht ein einziger neuer Baum; es wurde nicht einmal darüber nachgedacht.

Die Koalition hat´s nicht leicht in Zeiten von Corona. Aber verantwortungsvolles und kreatives Herangehen an Probleme sieht anders aus. Leider muss man feststellen, dass im Moment so gut wie nichts weiter geht in Mödling. Das ist mehr als schade…

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