STOLPERSTEINE gegen das VERGESSEN - neue Steine 29. April 2022

29.April 2022 in gestern & heute, interessant

BM Hans Stefan Hintner, Gerhard Wannenmacher, StR Stephan Schimanowa, GR.in Barbara Kreuzer bei den Stolpersteinen für David und Johanna Rosenfeld

Heute, am 29. April 2022 wurden durch zwei Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt neun weitere Stolpersteine in Mödling verlegt.

Jakob und Gisela Hansel in der Ungargasse 24
Maximilian und Irma Hecht in der Meranergasse 2
Siegfried Kohn in der Hauptstraße 62
David und Johanna Rosenfeld in der Babenbergergasse 5
Charlotte Sensky in der Schillerstraße 54
Josefine Wolfsholz in der Payergasse 28

Es gibt eine umfangreiche Dokumentation über alle Mödlinger*innen, für die Stolpersteine in den Straßen der Stadt liegen: www.moedling.at/stolpersteine

Noch keine Kommentare Kommentieren

STOLPERSTEINE gegen das VERGESSEN: die ersten Steine in Mödling

27.April 2022 in interessant

Am 25. Juni 2004 wurde im Mödlinger Gemeinderat – auf Antrag von Stadtrat Mag. Berhard Knipel (ÖVP) – einstimmig beschlossen, „die Aktion Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig (…) durchzuführen und (…) zu gestatten, die entsprechenden Stolpersteine im Gehsteig vor den Wohnhäusern der Opfer einzusetzen“.

Zu diesem Zeitpunkt lagen in Österreich erst 3 Stolpersteine – seit 1997 – in St. Georgen (Salzburg), seit damals aber keine weiteren und somit auch in Niederösterreich keine.

Mödling war damit also Pionier in Sachen Gedenkkultur.

Zuerst musste jedoch recherchiert werden: durch die Arbeit des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands (DÖW) und des Archivs von Yad Vashem in Jerusalem (was die jüdischen Opfer betrifft) ist gut dokumentiert, wer während der Nazi-Herrschaft ermordet worden war.
Weniger klar waren die Lebensumstände und auch der letzte freiwillige Wohnort der Opfer. Gerade letzteres ist aber für das Verlegen der Stolpersteine essenziell.
Ein Meldewesen wie heute bestand vor 1938 nicht, zudem sind viele Unterlagen gerade auch in den letzten Kriegstagen verloren gegangen oder vernichtet worden. Eine besondere Schwierigkeit war die Eingemeindung von Mödling nach Groß-Wien im Herbst 1938, wodurch Aufzeichnungen transferiert und 1954 nicht wieder zurückgestellt worden waren.

Es war also einige Arbeit, um am 14. August 2006 dann endlich die ersten 14 Stolpersteine verlegen zu können.

Das mediale Echo war enorm: der ORF brachte einen Bericht sogar in der ZIB1 (2006 war das bedeutend!).

Der Standard, 11. August 2006
Gunter Demnig mit – im Uhrzeigersinn – Mag. Fastenbauer (IKG Wien), Gerhard Wannenmacher, Peter Gieler (Verwandter von Familie Kohn, für die an dem Tag 3 Stolpersteine verlegt wurden), Pfarrer Josef Denkmayr, SR Hilda Daurer (vom Orden der Hartmann-Schwesters, dem auch SR Restituta / Helene Kafka angehörte), Pfarrer Klaus Heine, StR Bernhard Knipel, StR Stefan Schimanowa und Bürgermeister Hans Stefan Hintner (damals auch Abg. z. NÖ Landtag).

Am Abend des Tags der Verlegung dieser ersten Stolpersteine fand im Festsaal des Landeskrankenhauses eine Veranstaltung zur Erinnerung an die Opfer der Nazi-Diktatur statt.

Mag. Fastenbauer, der damalige Generalsekretär der IKG-Wien

Den 14 Stolpersteinen 2006 folgten 8 weitere 2007 und 9 weitere im Jahr 2011.

Während dieser 5 Jahre machte das Beispiel Mödling auch in anderen Städten in Österreich „Schule“, wobei wir in Niederösterreich bei der Gründung der Projektgruppen in Wr. Neustadt und in Neunkirchen mit unseren Erfahrungen ein bisschen helfen durften.

Insgesamt hat Gunter Demnig bis Ende 2021 rd. 75.000 Stolpersteine zum überwiegenden Teil selbst verlegt. Und auch die Steine selbst werden sämtlich händisch gefertigt. Auch das ist dem Künstler ein wichtiges Anliegen: Die einzelne, händische Fertigung jedes einzelnen Stolpersteins ist ein Akt des persönlichen Respekts jedem einzelnen Opfer gegenüber.

Zum Projekt an Ganzem gibt es eine große Zahl an Dokumentationen.
Hier die URL der Original-Seite: https://www.stolpersteine.eu/. Und auch in Wikipedia kann man über das Projekt nachlesen.

In vielen Orten in Europa sind Stolpersteine mittlerweile oft zu sehen: hier 2 Steine in Berlin. Ich finde, dass jeder einzelne Stein ein kleiner Teil in einem Gesamtprojekt ist. Deshalb bin ich froh und finde es nach wie vor richtig, dass wir Teil des Werks von Gunter Demnig sind (auch wenn die Herstellung der Gedenksteine bei anderen „Lieferanten“ vielleicht billiger wäre – wie in Wien oder St. Pölten).

Noch keine Kommentare Kommentieren

STOLPERSTEINE gegen das VERGESSEN (Vorgeschichte)

24.April 2022 in interessant

Am Freitag, 29. April werden / wurden in Mödling weitere 9 Stolpersteine für von den Nazis ermordete Mödlinger*innen gelegt.

Stolpersteine werden in Mödling seit 2006 verlegt. Mit den neuen werden dann insgesamt 41 Stolpersteine in den Straßen der Stadt liegen.

„Stolpersteine“ sind ein Projekt des deutschen Künstlers Gunter Gemnig. Demnig beteiligte sich bzw. initiierte schon früh diverse politische Kunstprojekte: so zog er in den 70er-Jahren mit einer Markiermaschine, die wir von den Tennisplätzen kennen, eine weiße Linie zwischen Berlin und Paris als Zeichen der Verbindung der Haupstädte der beiden Länder, deren Kriege in den vergangenen 150 Jahren Millionen Tote in Europa verursacht haben.

Ende der 90er-Jahre wurde Demnig aber vor allem mit den „Stolpersteinen“ bekannt. Messingplatten verlegt an den letzten freiwilligen Wohnorten von Opfern der Nazi-Herrschaft sollen den Opfern ihren persönlichen Platz wiedergeben. Die Erinnerung findet nicht (nur) in der Erwähnung in einer geschriebenen Dokumentation oder einem zentralen Denkmal statt, sondern dort, wo die Menschen tatsächlich gelebt haben. „Stolpern“ soll man nicht physisch (die Stolpersteine sind plan verlegt), sondern gedanklich. Die Stolpersteine in den Gassen der Orte sollen auch deutlich machen, dass es um Menschen geht, die Tür an Tür mit ihren wegschauenden Nachbarn gelebt haben – und von einem Tag auf den anderen nicht mehr da waren.
Bis heute sind rd. 75.000 Stolpersteine in all den Ländern verlegt worden, in denen die Chergen der Nazis Menschen aus politischen und rassischen Gründen ermordeten. Die Stolpersteine sind somit als Netzwerk das größte – dezentrale – Mahnmal der Erde.

Mödling hatte 1938 eine kleine, aber nicht unbedeutende jüdische Gemeinde. In der Kultusgemeinde eingetragen waren ca. 350 Personen, in der Enzersdorferstraße stand eine repräsentative Synagoge, Juden beteiligten sich am Leben der Stadt – und angrenzend an den Friedhof der Stadt am Abhang des Eichkogels lag (und liegt heute noch) der jüdische Friedhof.

Nach 1945 waren keine Juden mehr in Mödling – und es wurde Jahrzehnte nicht über die geredet, die bis kurz davor noch als Arzt, Rechtsanwalt oder Geschäftsinhaber allgegenwärtig waren. Die Reste der Synagoge standen noch – überwuchert hinter einer Plakatwand. Der jüdische Friedhof wurde nicht mehr genutzt und zunehmend von Lianen und Knöterich in Beschlag genommen.

Ein Teil Lebens der Stadt war wie vom Erdboden verschwunden.

Bis in der 80er-Jahren drei Historiker aus Leidenschaft das Leben der Juden in Mödling zu rekonstruieren begannen: Roland Burger, Franz Rinner und Franz Strobl. Das Ergebnis ihrer Arbeiten veröffentlichten sie 1988 im Buch „AUSGELÖSCHT“ in der Edition umbruch, einem Mitte der 80er-Jahre gegründeten Mödlinger Autorenverlag.

Es war wohl die Initialzündung für eine schrittweise Befassung von zuerst wenigen Interessierten in der Stadt mit dem Schicksal der jüdischen Gemeinde und ihrer Mitglieder.

Auch im Gemeinderat war damals noch das provinziell-dumpfe Denken vorherrschend, das nichts von der eigenen Geschichte wissen wollte. Ein Vizebürgermeister der damaligen Zeit „zeichnete sich“ nicht nur durch die Suche nach Quellwasser, sondern auch immer noch durch seinen Fundus an Juden-Witzen „aus“. Und so lief auch die Diskussion im Gemeinderat anlässlich einer geplanten Ehrung für den Mödlinger Albert Drach 1991 nach dessen Ehrung mit dem Büchner-Preis. Aber letztlich wurde Drach – trotz Widerstands (!) – geehrt und auch unter den Gemeinderät*innen wollten sich einige nicht mehr länger mit dem „blinden Fleck“ in der Geschichte abfinden.

Es war der Initiative der Gemeinderätin Sylvia Unterrader und des jungen Stadtrats Bernhard Knipel zu verdanken, dass um die Jahrtausendwende die Idee eines würdigen Mahnmals für die zerstörte Synagoge und für ein Zusammenkommen mit aus Mödling Vertriebenen Gestalt annahm.

Im Herbst, anlässlich der 1.100-Jahrfeier der erstmaligen Erwähnung von Mödling wurde knapp neben dem früheren Platz der Synagoge in der Enzerdorferstraße ein Denkmal eingeweiht und wurden aus diesem Anlass ehemalige Mödlinger Familien zu einer „Reunion“ eingeladen. Zu der Zeit hatte sich eine Gruppe gebildet, die die Veranstaltung vorbereitet, die Gäste während ihres Aufenthalts betreut und in Folge versucht haben, die Kontakte aufrecht zu erhalten.

Empfang in der Hofburg

Die Gruppe, die das Reunion-Treffen begleitete war in Folge Kern bei den ersten Schritten auf der Suche nach Spuren von ermordeten Mödlinger*innen. Diskutiert wurde auch die Frage, in welcher Form ein würdiges Gedenken an diese Opfer in der Stadt möglich wäre. Berhard Knipel, der aus privaten Gründen bereits knapp vor seiner Übersiedlung nach Köln stand, hatte dort die ersten Stolpersteine von Gunter Demnig gesehen und uns in Mödling Gebliebene mit dem Projekt bekannt gemacht. Und wir fanden die Idee gut…

(Fortsetzung in meinem BLOG).

Noch keine Kommentare Kommentieren

Eigentlich kein Auto mehr nötig...

11.Dezember 2021 in erfreulich, interessant, konkret

Mit 1. Dezember 2021 startet(e) das POSTBUS-Shuttle in der Mobilregion Mödling.

Es ist eine Form eines Anruf-(Sammel-)Taxis, die – mit Ausnahmen – den ganzen Bezirk Mödling abdeckt.

Durch Draufklicken kommen Sie zur Seite des POSTBUS-Shuttle

Ich will dieses Shuttle-Service jetzt nicht ganz als GRÜNES Projekt vereinnahmen. Tatsächlich haben wir GRÜNE im Bezirk Mödling aber seit Jahren eine Vereinheitlichung der unterschiedlichen und inkompatiblen lokalen Taxisysteme gefordert: jeder Ort hatte seine P-/ME-/Neudorf-Card, mit der die Bewohner*innen der verschiedenen Orte zusätzliche zum regionalen Öffentlichen Verkehr preisgünstig befördert wurden. Alle mit unterschiedlichen Tarifsystemen, unterschiedlichen Geltungsbereichen, unterschiedlichen Betriebszeiten – und alle von den jeweiligen Orten subventioniert.

Auch wir in Mödling hatten unser sog. „Anschlusstaxi“ (ein wirkliches GRÜNES Projekt), das Menschen, die mit dem Zug am Bahnhof ankamen nach einem bestimmten Fahrplan nach Hause brachten.

Fast 20 Jahre gab es in Mödling das Anschlusstaxi – jetzt wurde es ersetzt durch das POSTBUS-Shuttle

Regionale AST-Systeme gibt es seit einigen Jahren im Marchfeld und im Bezirk Korneuburg, aber noch nicht in einem dichtbesiedelten Gebiet. Der Bezirk Mödling bot sich somit als Pilotregion für ein derartiges System an.

So um 2018 kam es zu ersten Gesprächen, in die von Beginn weg der VOR, das Land und – natürlich – die Gemeinden eingebunden waren. Ein bissl´ hat´s gedauert, auch weil einige Gemeinden zu Beginn ablehnend oder höchstens halbherzig mit im Boot waren, sei es aus Desinteresse oder, weil sie Angst hatten, ihre lokale Lösung zu verlieren.

Aber so nach und nach hat das „Ding“ dann doch Gestalt angenommen, weil einige Gemeinden federführend mit dabei waren: Mödling noch während der GRÜNEn Regierungsbeteiligung, aber vor allem auch Perchtoldsdorf (obwohl P´dorf der erste Ort mit eigener Taxi-Lösung war).

Zu erwähnen ist auch die positive Rolle des Mödlinger Abfall-Verbands, der schon seit Jahren über den ursprünglichen Aufgabenbereich hinaus viele Aufgaben der Kooperation im Bezirk wahrnimmt (Abgabeneinhebung, Planung der Radhighways und jetzt eben auch den Shuttle).

Nach langen Verhandlungen und einer aufwändigen Ausschreibung „läuft“ das Shuttle-Service nun seit 1. Dezember.

Die Idee ist, die Lücke des „letzten Kilometers“ am Weg von A nach B möglichst komfortabel, preisgünstig und flächendeckend zu schließen.

Das Versorgungsgebiet des Shuttles ist der ganze Bezirk Mödling mit Ausnahme der Gemeinden Achau, Laab/W. und Gaaden (wieso eigentlich?) und zusätzlich U1 Oberlaa, U6 Siebenbirten, S-Bahn Liesing, Bahnhof Baden und die Gemeinde Heiligenkreuz.

Hier sehen Sie die Haltestellen des neuen Shuttle (durch Anklicken wird der Plan größer)

Das Shuttle-Service ist wochentags zwischen 5.00 und 2.00h (!) in Betrieb, am Wochenende und Feiertag rund um die Uhr. Im Bezirk wurden rd. 900 Haltestellen für das Shuttle definiert, wobei sämtliche Bushaltestellen auch als Shuttle-Stops gelten. Die Wartezeit auf ein Fahrzeug sollte maximal 30min. betragen, wobei allerdings noch nicht ganz klar ist, von wann an die 30 Minuten zu laufen beginnen. In der App sieht man aber genau die Ankunftszeit des Shuttles.

Das System ist für vorerst 3 Jahre angelegt und wird vom Land NÖ sehr großzügig finanziell unterstützt. Und – OK – die Gemeinden zahlen auch mit.

Man wählt per App oder mit einem Anruf eine Strecke zwischen definierten Haltestellen und wird vom Shuttle gefahren. Falls jemand die gleiche Strecke fahren will, werden mehere Personen transportiert. Wenn auf der Strecke zu der gewünschten Zeit ein Bus / ein Zug fährt, wird man allerdings auf diesen „höherrangigen“ Öffentlichen Verkehr verwiesen.

Für die Fahrt ist ein Betrag entsprechend der Entfernung zu bezahlen, allerdings gelten sämtliche Zeitkarten und natürlich auch das Klimaticket. In diesen Fällen muss dann nur der „Komfortzuschlag“ von €2,- je Fahrt und Fahrgast gezahlt werden. (Mödling und Wr. Neudorf übernehmen für ihre Einwohner auch den Komfortzuschlag – das funktioniert aber administrativ Mitte Dezember noch nicht).

Ich finde, dieses Service ist ein Quantensprung im Öffentlichen Verkehr: mit relativ geringen Beträgen ist man wirklich komfortabel und praktisch jederzeit ohne eigenes Auto unterwegs.
Zudem gibt es ja im Bezirk ein gut ausgebautes eCarsharing.

Die Berücksichtigung der U-Bahnstationen macht in der Zukunft die Elterntaxis Mitten in der Nacht überflüssig. Und erstmals sind auch die entlegeneren Gebiete im Wienerwald gut an den ÖV angeschlossen.

Eine sehr gute Einrichtung, dieses POSTBUS-Shuttle!

Postbus-Shuttle Copyright: ÖBB/Marek Knopp

Ein Kommentar Kommentieren

Ehrenring! Ein Grund zur Freude...

18.November 2021 in GRÜN, persönlich

Alle Fotos: c Gerlinde Gorla

Am vergangenen Freitag, am 12. November, wurde mir von Bürgermeister Hintner im Rahmen einer Corona-mäßig kleinen Feier im Rathaus der Ehrenring der Stadt verliehen. Es ist dies – nach der Ehrenbürgerschft – die zweithöchste Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat. Den Ehrenring der Stadt Mödling besitzen nur jeweils 10 lebende Personen.

Also ehrlich: ich freu´ mich darüber. Und ich freu mich auch über die Laudatio. Und über die netten Worte von Ferdinand Rubel, Silvia Drechsler, Rainer Praschak und Andreas Stock. Ich hab mich auch über eine nette Mail von David Könczöl von der FPÖ gefreut, der wegen der 2G-Bedingung nicht an der Ehrung teilgenommen hat.

Ich war tatsächlich seit 1990 – mit 3 Jahren Unterbrechung zu Beginn – bis zum vergangenen Sommer Mitglied des Gemeinderats, davon 10 Jahre als Vizebürgermeister. Es ist unfassbar, wie schnell diese Jahre vergangen sind. Aber auch, wie sich unsere Stadt in den Jahren verändert hat: ich finde, sie ist heute moderner, aufgeschlossener und urbaner. 1990 gab es kein Stadttheater, keine Bühne Mayer, keine Stadtgalerie, keinen Weltladen, die Hauptpost – wie es sich gehört – im Posthof, einen (ur-)alten Bahnhof und nur wenige ÖV-Verbindungen nach Wien, den Wirtschaftshof in der Schillerstraße, ganz wenige Radwege aber auch nur einen Bruchteil des Autoverkehrs, null Bewußtheit über Energieverbrauch, keine Bio-Müll-Entsorgung und – einige Heurige mehr, aber am Sonntag Abend traditionell kein offenes Restaurant. Der Sitzungssaal des Gemeinderats war aber wie heute am Schrannenplatz und das Gemeindeamt in der Pfarrgasse. (Ersteres ist gut so, zweiteres eher eine Schande füe die Stadt).

Viele Ehrengäste waren dabei: LAbg. Martin Schuster, der ehem. BM von Perchtoldsdorf, Rainer Praschak, aktueller GRÜNER Vize, Silvia Drechsler, SPÖ, Vize und Koalitionspartner, neben mir Bürgermeister AbgzNR Hans Stefan Hintner, Vize Ferdinand Rubel (ÖVP), Bürgermeister Erich Moser (Hinterbrühl) und Bürgermeister Nikolaus Reisel (Kleinmeiseldorf, Bez. Horn).

In meiner Dankesrede hatte ich Gelegenheit, vielen zu danken, die mich während der langen Zeit begleitet haben.

…mit meinem zweit-jüngsten Enkel Benedict
…mit Nikolaus Reisel und Ingrid Kammerer

Ein Kommentar Kommentieren

Baukultur-Gemeindepreis 2021 geht an Mödling!

26.September 2021 in erfreulich, gestern & heute, GRÜN, konkret

Am 23. September 2021 wurde im Rahmen einer großen Feier im Kuppelsaal der TU Wien der Baukutur-Gemeindepreis 2021 vergeben.

Gefragt waren innovative Ansätze in Gemeinden, Lösungen und die Wege dorthin.

Der Preis wird – heuer zum vierten Mal – ausgeschrieben vom Verein LandLuft, Verein zur Förderung von Baukultur in ländlichen Räumen in Kooperation mit dem Österreichischen Gemeinde- und dem Städtebund, gefördert von drei Bundesministerien und ist eine der höchsten Auszeichnungen im Bereich der Raumordnung und -planung in Österreich.

Entsprechend breit war die Berichterstattung in den Österreichischen Medien.

Und Mödling hat einen – der vier – Hauptpreise gewonnen; als einzige Gemeinde im Osten Österreichs.

KURIER am 25. September 2021
Standard am 25. Septermber 2021

Über diese Auszeichnung kann sich die Stadt als ganze freuen, ist sie doch ein Zeichen, dass Politik in unserer Stadt als innovativ anerkannt wird und Mödling insgesamt Beachtung in der Fachwelt findet.

Entscheidende Kriterien für die Preisverleihung an Mödling waren „nachhaltige Ansätze in allen Gestaltungsbereichen einer Gemeinde: von Mobilität und Partizipation über Ortskernstärkung bis zu Strategien gegen Leerstand und Zersiedlung“ (www.landluft.at). Wesentliches Kriterium waren die Einbindung der Bevölkerung und die Beiziehung von Expert*innen (in Mödling in Form des Gestaltungsbeirats).

Eines der Vorzeigeprojekte war die Gestaltung des Fliegenspitzes, die Abwicklung der Planung für des Neusiedlerviertel, das Areal um die Hyrtlkirche mit dem Neubau am Gelände des früheren Rot-Kreuz-Lagers mit der endlich erreichten Durchquerung von der Wienerstraße zum Mödlingbach für Fußgänger- und Radfahrer*innen, aber auch die Sharrows auf der Radroute vom Bahnhof zur HTL waren Pluspunkte für die Jury.

Besonders stolz kann – denk ich – Rainer Praschak sein, der in den Jahren zwischen 2015 und 2020 als GRÜNER Stadtrat für Raumordnung massgeblich für die Projekte verantwortlich zeichnete, die nun Grundlage der Preisverleihung waren.

Ich persönlich glaube, dass wir auch als Mödlinger GRÜNE insgesamt stolz sein dürfen, denn wir haben während der Zeit unserer Regierungskoalition auf mehreren Ebenen die Stadt mit zukunfstsweisenden Planungen und professioneller Umsetzung vor den Vorhang geholt: der Baukuturpreis ist eine ganz besondere Auszeichnung, aber auch die 4 „e“s bei der erstmaligen Einreichung als energieeffiziente Gemeinde waren ein Zeichen für erfolgreiche Arbeit der GRÜNEN in ihrer Verantwortung in der Stadregierung.

Ein bisschen sonnen darf sich auch unser Bürgermeister für Auszeichnungen wie diese. Und er wird sicher keine Gelegenheit auslassen, die Leistungen der Stadt unter seiner Führung zu betonen. Soll er doch. Aber es wäre schön, wenn er dafür sorgen würde, dass auch in der jetzigen ÖVP-SPÖ-Koalition zukunftsweisende politische Strategien verfolgt werden. Die Ankündigung, einen errichteten Radweg beim Krankenhaus aus persönlichem Ärger über unzisziplinierte (?) Radfahrer*innen wieder rückbauen zu lassen, ist leider ein Indiz für ein anderes Verständnis von Politik…

Noch keine Kommentare Kommentieren

Internationaler Klimastreik 24.9.

24.September 2021 in erfreulich, wichtig !!!

Auch in Wien wurde demonstriert. Und Mödling war dabei.

Hier ein paar Eindrücke von einer sehr wichtigen, gleichzeitig entspannten und sehr, sehr sympatischen Kundgebung.

Noch keine Kommentare Kommentieren

Bäume in der Stadt: konkret 2

29.August 2021 in interessant

Zuletzt habe ich über Bäume am Grundstück Babenbergergasse 3 geschrieben.

Es gibt leider mehr als ein Grundstück, dessen Bäume von einer Bebauung akut bedroht sind.

Ein weiteres Beispiel sind die Grundstücke Gumpoldskirchnergasse 8 – 10.

Eigentlich sind es 3 Grundstücke:

Die betroffenen Grundstücke fügen sich zu einem länglichen Baufeld. Im hinteren Bereich darf kein Gebäude errichtet werden. In Mödling dürfte er aber vollständig asphaltiert werden.

Auf den Grundstücken finden sich einige große Bäume:

Auf diesen Grundstücken sollen 16 (sechzehn) Wohneinheiten errichtet werden!

Von den Bäumen wird keiner überleben.

Es kann nicht sein, dsas die Stadt in solchen Fällen keine Möglichkeit hat, Bäume zu schützen – auch wenn es sich um einen Privatgrund handelt.

Die GRÜNEN Mödling unterstützen eine Baumschutzinitiative. Mehr unter Die Grünen Bezirk Mödling – Initiativantrag – Baumschutz in Mödling – Jetzt unterstützen! (gruene.at).

Noch keine Kommentare Kommentieren

Bäume im Mödlinger Stadtzentrum

5.August 2021 in dramatisch, wichtig !!!

Ich will mich nicht lange mit der Frage aufhalten, ob – insbesondere große – Bäume im Stadtzentrum wichtig sind. Sie sind es.

Im Zentrum der Stadt, in der Babenbergergasse 3 stehen auf einem Grundstück, verdeckt von einem baufälligen Haus eine riesige Kastanie und ein paar weitere, alte Bäume. Es ist das Grundstück vis-a-vis des Hotels Babenbergerhof und es reicht hinten unmittelbar an den Mödlingbach.

Das ist das Grundstück Babenbergergasse 3 mit dem Baumbestand
Der aktuelle Bebauungsplan

Das Grundstück wurde von Investoren gekauft und wird entsprechend geplant – und beworben.

Die aktuelle Planung ist im Internet zu sehen, wo auch gleich um Finanz-Investoren geworben wird (6,8% Rendite!).

Die Bäume sind im Plan alle entfernt. Dafür wird – in der Fuzo! – mit einem Autoabstellplatz geworben.

Tatsächlich gilt für den Teil der Stadt, in dem auch dieses Grundstück liegt, zur Zeit eine Bausperre. Und Details der Flächenwidmung und der Bebauungsvorschriften sind gerade in Ausarbeitung. Unmittelbar kann also kein Plan eingereicht werden (skurril ist das Werben um Investoren in einem solchen Stadium…).

Aktuell gilt für das Grundstück eine maximale Höhe von 7m (Traufe). Die maximale Bebauungsdichte ist nicht angegeben. (Die Dichte wurde in Schutzzonenbereichen der Stadt, wie eben hier offen gelassen, um im Einzelfall flexibler zu sein.)

Die Stadt hat also bei diesem Vorhaben sehr wohl den berühmten „Fuß in der Türe“. Wir meinen: sie sollte ihn auch dort lassen und eine Lösung erreichen, die für die Stadt passt. Und dazu gehört auch, die alten Bäume zu erhalten.

Das mögliche Bauvorhaben schlägt schon medial Wellen

Im KURIER wir der Bürgermeister mit den Worten zitiert, dass er „wenig Freude mit dem Bauprojekt“ habe. „Gegen eine Rodung der Bäume sei die Stadt (…) machtlos“, weil es keine Baumschutzverordnung gibt.

Wir meinen, in Zeiten wie diesen, in denen die Bedeutung von Bäumen in städtischen Zentren überall betont wird, ist genau dieses „machtlos“ ein Offenbarungseid. In Wirklichkeit ist es längst an der Zeit, dass wirksame Maßnahmen zum Schutz eber dieser verbliebenen Bäume im Stadtzentrum getroffen werden. Und da werden auch Bäume auf Privatgrund miteinzubeziehen sein. Angesichts des Klimawandels sind Bäume in ihrer Funktion für das Gemeinwesen nicht nur Angelegenheit des Privateigentums.

Im konkreten Fall sind wir GRÜNE auch der Meinung, dass durch entsprechende Festlegung der Bebauungsbestimmungen eine Bebauung bis zum Rand des Mödlingbachs verhindert werden kann und hier auch (noch) ohne Baumschutzverordnung die Bäume erhalten werden können.

Eine frühere GRÜNE Gemeinderätin, Mag.a Susanne Bauer-Rupprecht hat aus Sorge um das Stadtklima eine Initiative gestartet. In dieser geht es in erster Linie um einen wirksamen Baumschutz, sowie um das Verhindern von vollständigen Versiegelung von Grundstücken.

Der Antrag kann ausgedruckt und unterschrieben werden. (Bitte darauf achten, dass der Antrag beidseitig gedruckt wird; sonst zählt die Unterschrift nicht.)

2 Kommentare Kommentieren

Einen Radweg rückbauen? Jetzt? In Mödling?

15.Juli 2021 in interessant, jenseits, sehr ärgerlich

Es war einmal der Neubau des Krankenhauses in Mödling. Ende 2019 war der Bau am Fertigwerden. Und so waren die Fragen der Verkehrsorganisation rund um das neue Haus aktuell.

Ich war damals Verkehrsstadtrat und so unmittelbar an den Entscheidungen beteiligt.

Eine Frage war die Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen Verkehr: Der Citybus wurde (neu) zum Haupteingang in die Restitutagasse verlegt.

Statt der ursprünglich geplanten Tiefgarage wurde vor dem Haupteingang in der Restitutagasse ein Parkplatz an der Oberfläche errichtet und nun musste auch die Zufahrt zu diesem organisiert werden: die Restitutagasse wurde deshalb geteilt betrachtet. Westlich von der Einfahrt zum Parkplatz (also zur Gabrielerstraße hin) war die Restitutagasse in beide Richtungen befahrbar, östlich der Einfahrt (also zur Payergasse hin) ist die Restitutagasse Einbahn.

Bleibt die Frage nach der Zufahrt mit dem Rad. (Damals wurden sämtliche Straßenbauprojekte auf Möglichkeiten zum Radfahren geprüft). Die Restitutagasse ist zwar 30km-Zone und in vielen Straßen mit diesem Tempolimit in Mödling ist Radfahren auf der Fahrbahn grundsätzlich vertretbar. Im Fall der Restitutagasse war aber doch viel Verkehr zu erwarten, ggf. auch in Notfällen mit höherer Geschwindigkeit (obwohl die Haupt-Rettungszufahrt in der Buchbergergasse liegt, ist die Notfall-Zufahrt für Private beim Haupteingang), führt eine Buslinie durch die Restitutagasse und ist sie wegen der geteilten Einbahnführung zusätzlich heikel. Und durch die Neuerrichtung der Restitutagasse war der Platz vorhanden. Also haben wir als Zufahrt zum Krankenhaus für Mitarbeiter*innen und Besucher*innen einen Radweg durch die Restitutagasse vorgesehen. Auf ausdrücklichen Wunsch des Bürgermeisters (!) wurden entlang der Restitutagasse Rad- und Gehweg getrennt. So wurde die Restitutagasse geplant, am 25. September im Stadtrat (natürlich mit den Stimmen der ÖVP) beschlossen und in Folge auch genau so gebaut.

Der Radweg entlang der Restitutagasse ist Teil einer Verbindung durch die Schöffelstadt

Der Radweg entlang der Restitutagasse steht im Zusammenhang mit der Radwegeverbindung vom Bahnhof in Richtung Ma. Enzersdorf / St. Gabriel. 2019 wurde anlässlich des Umbaus der Gabrielerstraße im Abschnitt von der Wiener Straße bis zur Managettagasse beidseitig ein 2m breiter Mehrzweckstreifen fertig gestellt. Der Abschnitt zwischen der Managettagasse und der Restitutagasse soll(te) im Zug der Lösung beim Leiner-Gebäude realisiert werden. Am (östlichen) Ende der Restitutagasse ist ein gemischter Geh-/Radweg entlang der Payergasse bis zur Buchbergergasse und dann weiter entlang der Buchbergergasse bis zur Passauergasse geplant und bereits von der Verkehrsabteilung der BH genehmigt. Für diese Radverkehrslösung wurden vom Land Grundstreifen entlang der Payergasse und entlang der Buchbergergasse zur Verfügung gestellt. Die Weiterführung der Radverbindung sollte heuer (2021) errichtet werden.
Die Verbindung zur Grenzgasse und damit zur Ortsgrenze nach Ma. Enzersdorf führt über die Passauergasse, die tatsächlich wenig Verkehr aufweist und für Radfahrer*innen gegen die Einbahn benutzt werden kann.
Diese Radverkehrsanlagen würden also eine Verbindung vom Bahnhof nach St. Gabriel, gleichzeitig auch die Erreichbarkeit der Krankenhauses und eine zumindest teilweise Erschließung der Schöffelstadt für Radfahrer*innen bewirken. (Mir wäre eine Verbindung durch das Krankenhausareal lieber gewesen, aber die Gespräche mit den Planer*innen des Krankenhauses waren in dem Punkt nicht erfolgreich.)

Am Plan sehen Sie:
grün = Bestand
blau = Radfahren gegen die Einbahn
rot = Planung abgeschlossen
violett = Planung offen

Alle diese Anlagen sind fertig geplant, genehmigt und zum Teil (Gabrielerstraße und Restitutagasse) bereits fertig gebaut. Die Kosten für die Restitutagasse waren übrigens €216.000,-

Bei der Gemeinderatssitzung am 8. Mai hat der Bürgermeister mit einer Meldung für Aufsehen gesorgt, dass er den Radweg entlang der Restitutagasse für unnötig hält und für den Rückbau plädiert!

Und das in einer Zeit, in der weltweit und so auch in Österreich über die Notwendigkeit der Förderung des Radfahrens geredet wird, auch die NÖ Landesregierung das Radfahren zu einem priorisierten Ziel der Politik erklärt hat. In dieser Zeit denkt der Bürgermeister der Stadt Mödling ernsthaft darüber nach, einen gerade erst errichteten Radweg wieder zurück zu nehmen, den er selbst mit beschlossen hat! Und ich rede noch nicht vom Geld: zwei Jahre nach Errichtung eines Radwegs Steuergeld in die Hand nehmen, um den gerade gebauten Radweg wieder zu entfernen!

Gibt es so etwas irgendwo sonst auf der Welt?

P.S.: Insbesondere die SPÖ hat schon 2019 gegen den Radweg gestimmt und seither immer wieder Stimmung in der Richtung gemacht. Grund: „Asphaltwüste“. Der Bürgermeister – jetzt in Koalition mit der SPÖ – hat sich diese Sicht nun offenbar zu eigen gemacht.

Ja, auch ein Radweg wird asphaltiert. Tatsächlich könnten an Stelle des Radwegs in der Restitutagasse keine Bäume gesetzt werden, weil dort unter der Erde eine Gasleitung verläuft. Und auf Gasleitungen dürfen keine Bäume gesetzt werden. Allerdings hat die Krankenhausplanung am Rand des Parkplatzes – also zur Restitutagasse hin – erfreulicherweiss eine Reihe von Bäumen gestzt.

Aber, ja: wenn man dem Radverkehr Platz einräumen will, muss man Entscheidungen treffen. An der Südseite der Restitutagasse könnten übrigens Bäume gesetzt werden. Dort gibt es allerdings Parkplätze und die sind für ÖVP und SPÖ tabu. Es wurden und werden also Prioritäten gesetzt. Die Frage ist nur, welche.

Dass ausgerechnet die SPÖ ausgerechnet bei einem Radweg der Asphalt stört, ist schon bemerkenswert: die Versiegelung des Innenhofs in der Payergasse 28-32 (gleich um die Ecke) und das Fällen von 5 alten Bäumen zu Gunsten dieses Parkplatzes stört die SPÖ nicht (den Bürgermeister übrigens auch nicht). Und natürlich sind alle fanatisch für die Lobau-Autobahn in Wien. Aber bei einem Radweg fällt ihnen der Asphalt auf…

Ein Kommentar Kommentieren