GRÜNES Wanderkino 2022

25.Juli 2022 in einfach nur schön, erfreulich, GRÜN, konkret

Am 22. und 23. Juli haben wir nach 2 Jahren Unterbrechung wieder ein Wanderkino in Mödling organisiert.

Und an beiden Tagen waren wieder alle Plätze im Museumspark besetzt: ich glaub, nicht nur wir, auch unsere Besucher*innen haben sich gefreut, dass wir wieder Kino machen in Mödling.

Es waren zwei besondere Abende.
Natürlich schon wegen des Wetters: auch wenn´s am Tag ungemütlich heiss war, ein Abend nach der Hitze hat schon ´was…
Am Samstag haben sich – von den Besucher*innen unbemerkt – gegen Ende des Films ein paar Regenwolken Mödling genähert. Hobby-Gärtner*innen hätte es sicher gefreut, aber wir waren ein bisl´ in Aufregung. Aber letztlich kam bei uns kein Tropfen (im Nachbarort aber schon: Danke, wem immer).

Am Freitag spielte vor dem Film Benjamin Zumpfe unter Bäumen virtuos Bach und Beethoven am Keybord – wer das ausgelassen hat, hat wirklich ´was verpasst! Vielen Dank, Benjamin für dieses Highlight!

Zum Film war das Museumspark-Kino dann voll besetzt. „Der Klavierspieler vom Gare du Nord“ hat – glaub ich – gut gefallen.

Am Samstag besuchte uns am Nachmittag Anna Mabo und sang – zum Teil begleitet von Tom Pronai – zur Gitarre ihre wunderschönen, frechen, kraftvollen, gefühl- und humorvollen Lieder.

c Walter Ulreich

Und nach Anna Mabo lief „Du bist mein Mensch“ – wieder vor vollen Reihen. Und auch dieser FIlm war – so denk ich – gut ausgewählt. [Die Abstimmung über die Filme – meistens um den Jahreswechsel – zählt zu den Höhepunkten der gruppeninternen Basisdemokratie der Mödlinger GRÜNEN 🙂 ]

Die beiden Tage des Musik- und Kinofestes wurden begleitet von einer Reihe sympatischer und wohlschmeckender Angebote von regionalen Betreiber*innen:

*) Der Mödlinger Weltladen hatte fair gehandelte Schokolade und andere Snacks, sowie Eistee mitgebracht und produzierte „live“ Popcorn vom Feinsten

*) Der Obstkreis bot Säfte, aber auch Würstel – mit eigenem Senf

c Harald Stopfer

*) Konstantin´s hatte feine Getränke, aber vor allem sehr feinen Käse dabei

c Harald Stopfer

*) Solidarische Landwirtschaft kam mit Infos und Marmeladen

c Harald Stopfer

*) Philipp Waldhans, vlg. Lebzelterei Rachenzentner bot unvergleichliche Lebkuchen

c Harald Stopfer

*) SO & SO, das Bistro aus der Südstadt machte vor Ort Burgerund Wraps und war auch für Bier (Tschöams Mödlinger Helles) und Wein zuständig

c Harald Stopfer

*) Phyll´s_food war vegan: mit Ratatouille, Tarte und Vichyssoise (kalte kalte Kartoffel-/Lauchsuppe) vertreten. Übrigens: Phyll´s gibt es nur bei Veranstaltungen

*) Der Laden31 hatte wie immer Produkte regionaler Künstler*innen dabei

c Harald Stopfer

*) Zelal Al Safadi mit syrischem Schmuck

c Harad Stopfer

*) Und auch der Tierschutzverein Mödling hat Kunsthandwerk mitgebracht.

Das GRÜNE Wanderkino ist als „Sauberhaftes Fest“ für die Beachtung ökologischer Kriterien ausgezeichnet.

Eine Veranstaltung, wie das GRÜNE Wanderkino kann nur gut funktionieren, wenn alle mithelfen. Das war auch heuer wieder so: wir hatten ein paar Helfer aus dem tra-la-lobe-Haus in Mödling, aber sonst konnte man die Mitglieder, Stadt- und Gemeinderät*innen und den Vizebürgermeister der GRÜNEN Mödling beim Tragen sehen…

Vielen Dank Euch (uns) allen!

Danken möchte ich auch…

+) …dem Abfallverband Mödling, der uns das Geschirrmobil gebracht und es wieder abgeholt hat

+) …der Stadtgemeinde Mödling, die uns mit Wasser- und Kanalanschluss, sowie mit Abfallbehältern versorgt, die Sessel + Bühne gebracht und wieder abgeholt und außerdem die Kosten des Geschirrmobils übernommen hat

+) Das City Management, das uns mit vielem, besonders aber mit der Hütte für SO & SO geholfen hat

+) …Doris Hickelsberger von der Amtsdirektion der Stadt, die uns bei den behördlichen Genehmigungen hilfreich zur Seite gestanden ist

+) …Andreas Berger, dem Intendanten des Mödlinger Sommertheaters, der uns an beiden Tagen den Saal der Europa-Sportmittelschule als Ausweichquartier überlassen hat und damit auf zwei Tage seiner Aufführungen von „Don Camillo & Peppone“ verzichtet hat. (Wir haben das gleiche Ausweichquartier wie das Sommertheater.) [Wer diese köstliche Komödie aus dem Italien der Nachkriegszeit noch nicht gesehen hat: schaut es Euch an!]

+) …Christian Polt, dem guten Geist der Europa-Sportmittelschule

+) …der Firma Rezac, die uns elektrotechnisch perfekt versorgt hat.

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Endlich: Radweg entlang der B11

17.Juli 2022 in einfach nur schön, herausfordernd, interessant, konkret

Geredet haben wir eine halbe Ewigkeit. Und mit „wir“ meine ich die GRÜNEN, die Radlobby und viele Freund*innen des Radfahrens. Seit kurzem ist der neue Radweg fertig und wurde am vergangenen Sonntag (10. Juli) eröffnet.

Der neue Radweg entlang der B11

Es geht um eine Strecke von 5 km über den Gaadner Berg.

Und es war ein glücklicher Umstand, der letztlich zu diesem Radweg führte. Seit dem Ausbau der B11 führten 3 KfZ-Spuren über den Gaadner Berg: bergauf jeweils 2 Spuren, bergab eine. (Der Grund liegt in der Zeit vor dem Bau der A21, der Außenring-Autobahn. Damals fuhren die LKWs auf der B11 und die doppelten Spuren bergauf dienten zum Überholen.)

Vor ein paar Jahren stand eine Erneuerung der Fahrbahn an und man entschloss sich, diedrei Fahrbahnen auf zwei zu reduzieren. Das Land reduziert seit einiger Zeit die Breiten der Bundes- und Landesstraßen, aber primär nicht zur Verringerung der Geschwindigkeit, sondern um Kosten (Errichtung, Erhaltung, Winterdienst) zu sparen.

Früher führten 3 Fahrspuren über den Berg

Die Idee entstand in der Landesstraßenverwaltung, einen Teil der aufgelassenen Fahrbahn für einen Radweg zu nutzen. Das wurde auf der Seite nach Heiligenkreuz schon im vergangenen Jahr umgesetzt. Ein bisserl komplizierter war der Gaadener Teil unterhalb der Steigung, dort, wo die Überholspur zu Ende war. Dort gab es keine dritte Spur, die man nutzen konnte und obendrein fällt das Gelände in diesem Abschnitt neben der B11 ziemlich steil ab. Aber nach längerer Planung und mit der Zusage einer komfortablen Förderung seitens des Landes wurde auch dafür eine Lösung gefunden, für die leider eine ganze Mange Bäume gefällt werden mussten. (Ich bin mir nicht sicher, aber das Ausmaß der Schlägerungen wirklich nötig war, aber das ist eine andere Frage.)

Die Einbindung in Heiligenkreuz ist sehr gut gelöst: man kommt vom Klosterparkplatz direkt auf den kombinierten Geh-/Radweg.

In Gaaden endet der Radweg leider beim Biotop und damit unmittelbar bei der Ortsgrenze.

Die Pominenz bei der Eröffnung
Die GRÜNEN bei der Eröffnung (Matthäus Schwalm, Heiligenkreuz; Elisabeth Chiba, Gaaden, der „Autor“, Mödling; Margot Schlegl, Heiligenkreuz)

Und so schaut der Radweg aus:

Von Heiligenkreuz in Richtung Gaaden bergauf: super!
Auf der Kuppe (links der Autobahnzubringer)
Radfahrer aus Richtung Gaaden
(Blick zurück in Richtung Kuppe) Rennradfahrer in Richtung Gaaden bergab auf der Fahrbahn
(Blick zurück in Richtung Kuppe) Radfahrerin mit Anhänger, dahinter Kind in Richtung Gaaden bergab
Verschwenk in Richtung Gaaden, weg von der Fahrbahn und unter dem Fahnbahnniveau weiter zum Biotop
Und hier ist leider Schluß mit lustig: Ende des Radwegs

Mein Eindruck vom Radweg:

*) Gut und wichtig (s. unten)
*) Bergauf ist man weg von den Autos, die hier ziemlich schnell fahren. Damit ist dieser Weg auch problemlos mit Kindern zu nutzen.
*) Ein Problem ist das Bergab-Fahren, insbesondere von schnellen Radfahrer*innen: wenn jemand bergab am Radweg und das wahrscheinlich relativ schnell fährt, ist das ein ziemlich großes Risiko, denn dafür ist der Radweg zu schmal. Als Erwachsener mit einem entsprechenden Rad sollte man auf der Fahrbahn bergab fahren! Dazu nötig ist, den Radweg mit eckigen Verkehrszeichen zu versehen (die Verkehrszeichen fehlen noch). Ich hoffe, die BH denkt so wie ich.
*) Schade ist das Ende des Radwegs in Gaaden. Und meines Wissens gibt es da auch keine Pläne zur Verlängerung.

Was nötig wäre:

*) Die Verlängerung in Richtung Mödling.
Gaaden hat sich mit der Hinterbühl auf eine Lösung für den Abschnitt von der Höldrichsmühle bis zum Ortseingang Gaaden (aus Blickrichtung von Mödling aus) geeinigt, die 2023 umgesetzt werden soll. Aber durch die Gemeinde Gaaden gibt es keine passende Lösung.

Das ist schade, denn das ist das letzte fehlende Stück auf einem Dreieckskurs, der touristisch sehr interessant wäre: Mödling – Baden – Heiligenkreuz.

Die „Wienerwald-Runde“

Die Verbindung zwischen Baden und Heiligenkreuz ist fertig, zwischen Baden und Mödling gibt es 2 Varianten (Weingartenradweg oder Wiener-Neustädter-Kanal). Jetzt gibt es den Abschnitt Heiligenkreuz bis Gaaden und 2023 von Gaaden nach Hinterbrühl (und damit bis Mödling auf Radwegen).

Diese Runde wäre 41km lang mit einer Höhendifferenz von 247m.

Mit den drei Eckpunkten wären eine ganze Reihe von attraktiven touristischen Zielen verbunden. Landschaftlich sind das Helenental, die Klausen, die Weinberge große Attraktionen.

Über Baden und Mödling sind die Einstiege in die Runde bequem aus Wien (oder Wr. Neustadt) mit der Bahn erreichbar.

Und entlang der Runde besteht eine (fast) lückenlose gastronomische Infrastruktur und auch Übernachtungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung.

Sie wäre perfekt, diese Runde. Nur Gaaden fehlt noch…

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Dänemark: Eindrücke von ökologischem Fortschritt

15.Juli 2022 in erfreulich, interessant, konkret

2022 drei Wochen Urlaub in Dänemark.

Wunderschön und zu Unrecht aus österreichischer Sicht völlig im Abseits.
Schöne Landschaft, vor allem an der Küste, nette Städte, innovative Architektur, vorbildliche Klimapolitik…

Hier ein paar wenige, sehr subjektive und natürlich nicht repräsentative Beispiele.

Vor allem für einen Aspekt ist Dänemark bekannt: für die vielen Radfahrer*innen.

Auch als Tourist bekommt man ein bißchen davon mit (wenn man halt ein bissl drauf schaut):

In der Großstadt Kopenhagen sehr breite Radwege mit klar sichtbaren Symbolen. (Im Gegensatz zu Amsterdam, etwa, sind die Bereiche für Fußgänger- und Radfahrer*innen klar getrennt.)

Auch auf den kleinsten Schiffen (hier ein Schiffs-Bus in Kopenhagen) ist Platz für Fahrräder.

Phantastisch: in kleineren Orten und schwach besiedelten Gebieten mit wenig PKW-Verkehr findet man oft diese Art von Mehrzweckfahrbahnen: nur eine Spur „Kernfahrbahn“ für beide Richtungen. Wenn ein PKW entgegen kommt und der Radstreifen frei ist, weichen die Autos auf die Radstreifen aus. Dadurch ergeben sich zwei sehr komfortable, breite Radstreifen. Und das ganze auch in 50km/h-Zonen.

Entlang von Landstraßen gibt es viele sehr komfortable Radwege.

Aber merkwürdig: überall (!) in Dänemark diese Felgenmörder und kaum vernünftige Anlehnbügel.
Gegen diese „Radständer“ protestiert die Radlobby in Österreich zu Recht und lautstark.

Im Vergleich dazu der Radparkplatz beim Stadion in Kiel (Heimstatt von Holstein Kiel, Mannschaft der 2. deutschen Bundesliga)

Ein Beispiel für Innovation: hier ein Blick in der neuen METRO in Kopenhagen – in Fahrtrichtung. Richtig: kein Fahrer (und auch keine Fahrerin…).

Kopenhagen – ohne Worte…

KLIMAKTORIUM: in Lemvig, einer Kleinstadt an der Westküste steht ein Informationszentrum zum Klimaschutz mit viel – auch interaktiv angebotenen – Informationen über die Bedeutung und die Maßnahmen in der Region. Für Schulen, für die lokale Bevölkerung – und für Touristen, wenn´s grad regent.

Im Schifffahrtsmuseum in Esbjerg, dem größten Hafen der Westküste: Modell eines Schiffes, das Windräder offshore errichtet. Dänemark ist bei der Errichtung und dem Betrieb von Offshore-Windparks weltweit führend.

Die internationale Schule in Kopenhagen. Die Kachel an der Außenwand sind photosensitiv und erzeugen 50% des von der Schule benötigten Stroms – in der Jahresbilanz!

Zum Teil tolle Architektur. Hier die neue Deutsche Botschaft im Nordhaven, einem Stadtentwicklungsgebiet, das an Stelle von alten Hafenanlagen und auch durch Aufschüttung mittels des Aushubs der 2020 eröffneten METRO entsteht.

Beeindruckende Beispiele für gelungene Fassadenbegrünung.

Und immer wieder moderne Architektur…

Aber neben Innovativem, Modernem, Fortschrittlichem: an der Küste stehen alle paar hundert Meter die Betonbunker, mit denen ein Verbrecherregime vor 80 Jahren versuchte, seine Macht abzusichern.
(Unfassbare Energieverschwendung: von der Grenze Frankreichs zu Spanien die gesamte Nordseeküste und in Dänemark auch entlang der Ostsee abertausende Betonmonster…)

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Eigentlich kein Auto mehr nötig...

11.Dezember 2021 in erfreulich, interessant, konkret

Mit 1. Dezember 2021 startet(e) das POSTBUS-Shuttle in der Mobilregion Mödling.

Es ist eine Form eines Anruf-(Sammel-)Taxis, die – mit Ausnahmen – den ganzen Bezirk Mödling abdeckt.

Durch Draufklicken kommen Sie zur Seite des POSTBUS-Shuttle

Ich will dieses Shuttle-Service jetzt nicht ganz als GRÜNES Projekt vereinnahmen. Tatsächlich haben wir GRÜNE im Bezirk Mödling aber seit Jahren eine Vereinheitlichung der unterschiedlichen und inkompatiblen lokalen Taxisysteme gefordert: jeder Ort hatte seine P-/ME-/Neudorf-Card, mit der die Bewohner*innen der verschiedenen Orte zusätzliche zum regionalen Öffentlichen Verkehr preisgünstig befördert wurden. Alle mit unterschiedlichen Tarifsystemen, unterschiedlichen Geltungsbereichen, unterschiedlichen Betriebszeiten – und alle von den jeweiligen Orten subventioniert.

Auch wir in Mödling hatten unser sog. „Anschlusstaxi“ (ein wirkliches GRÜNES Projekt), das Menschen, die mit dem Zug am Bahnhof ankamen nach einem bestimmten Fahrplan nach Hause brachten.

Fast 20 Jahre gab es in Mödling das Anschlusstaxi – jetzt wurde es ersetzt durch das POSTBUS-Shuttle

Regionale AST-Systeme gibt es seit einigen Jahren im Marchfeld und im Bezirk Korneuburg, aber noch nicht in einem dichtbesiedelten Gebiet. Der Bezirk Mödling bot sich somit als Pilotregion für ein derartiges System an.

So um 2018 kam es zu ersten Gesprächen, in die von Beginn weg der VOR, das Land und – natürlich – die Gemeinden eingebunden waren. Ein bissl´ hat´s gedauert, auch weil einige Gemeinden zu Beginn ablehnend oder höchstens halbherzig mit im Boot waren, sei es aus Desinteresse oder, weil sie Angst hatten, ihre lokale Lösung zu verlieren.

Aber so nach und nach hat das „Ding“ dann doch Gestalt angenommen, weil einige Gemeinden federführend mit dabei waren: Mödling noch während der GRÜNEn Regierungsbeteiligung, aber vor allem auch Perchtoldsdorf (obwohl P´dorf der erste Ort mit eigener Taxi-Lösung war).

Zu erwähnen ist auch die positive Rolle des Mödlinger Abfall-Verbands, der schon seit Jahren über den ursprünglichen Aufgabenbereich hinaus viele Aufgaben der Kooperation im Bezirk wahrnimmt (Abgabeneinhebung, Planung der Radhighways und jetzt eben auch den Shuttle).

Nach langen Verhandlungen und einer aufwändigen Ausschreibung „läuft“ das Shuttle-Service nun seit 1. Dezember.

Die Idee ist, die Lücke des „letzten Kilometers“ am Weg von A nach B möglichst komfortabel, preisgünstig und flächendeckend zu schließen.

Das Versorgungsgebiet des Shuttles ist der ganze Bezirk Mödling mit Ausnahme der Gemeinden Achau, Laab/W. und Gaaden (wieso eigentlich?) und zusätzlich U1 Oberlaa, U6 Siebenbirten, S-Bahn Liesing, Bahnhof Baden und die Gemeinde Heiligenkreuz.

Hier sehen Sie die Haltestellen des neuen Shuttle (durch Anklicken wird der Plan größer)

Das Shuttle-Service ist wochentags zwischen 5.00 und 2.00h (!) in Betrieb, am Wochenende und Feiertag rund um die Uhr. Im Bezirk wurden rd. 900 Haltestellen für das Shuttle definiert, wobei sämtliche Bushaltestellen auch als Shuttle-Stops gelten. Die Wartezeit auf ein Fahrzeug sollte maximal 30min. betragen, wobei allerdings noch nicht ganz klar ist, von wann an die 30 Minuten zu laufen beginnen. In der App sieht man aber genau die Ankunftszeit des Shuttles.

Das System ist für vorerst 3 Jahre angelegt und wird vom Land NÖ sehr großzügig finanziell unterstützt. Und – OK – die Gemeinden zahlen auch mit.

Man wählt per App oder mit einem Anruf eine Strecke zwischen definierten Haltestellen und wird vom Shuttle gefahren. Falls jemand die gleiche Strecke fahren will, werden mehere Personen transportiert. Wenn auf der Strecke zu der gewünschten Zeit ein Bus / ein Zug fährt, wird man allerdings auf diesen „höherrangigen“ Öffentlichen Verkehr verwiesen.

Für die Fahrt ist ein Betrag entsprechend der Entfernung zu bezahlen, allerdings gelten sämtliche Zeitkarten und natürlich auch das Klimaticket. In diesen Fällen muss dann nur der „Komfortzuschlag“ von €2,- je Fahrt und Fahrgast gezahlt werden. (Mödling und Wr. Neudorf übernehmen für ihre Einwohner auch den Komfortzuschlag – das funktioniert aber administrativ Mitte Dezember noch nicht).

Ich finde, dieses Service ist ein Quantensprung im Öffentlichen Verkehr: mit relativ geringen Beträgen ist man wirklich komfortabel und praktisch jederzeit ohne eigenes Auto unterwegs.
Zudem gibt es ja im Bezirk ein gut ausgebautes eCarsharing.

Die Berücksichtigung der U-Bahnstationen macht in der Zukunft die Elterntaxis Mitten in der Nacht überflüssig. Und erstmals sind auch die entlegeneren Gebiete im Wienerwald gut an den ÖV angeschlossen.

Eine sehr gute Einrichtung, dieses POSTBUS-Shuttle!

Postbus-Shuttle Copyright: ÖBB/Marek Knopp

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Baukultur-Gemeindepreis 2021 geht an Mödling!

26.September 2021 in erfreulich, gestern & heute, GRÜN, konkret

Am 23. September 2021 wurde im Rahmen einer großen Feier im Kuppelsaal der TU Wien der Baukutur-Gemeindepreis 2021 vergeben.

Gefragt waren innovative Ansätze in Gemeinden, Lösungen und die Wege dorthin.

Der Preis wird – heuer zum vierten Mal – ausgeschrieben vom Verein LandLuft, Verein zur Förderung von Baukultur in ländlichen Räumen in Kooperation mit dem Österreichischen Gemeinde- und dem Städtebund, gefördert von drei Bundesministerien und ist eine der höchsten Auszeichnungen im Bereich der Raumordnung und -planung in Österreich.

Entsprechend breit war die Berichterstattung in den Österreichischen Medien.

Und Mödling hat einen – der vier – Hauptpreise gewonnen; als einzige Gemeinde im Osten Österreichs.

KURIER am 25. September 2021
Standard am 25. Septermber 2021

Über diese Auszeichnung kann sich die Stadt als ganze freuen, ist sie doch ein Zeichen, dass Politik in unserer Stadt als innovativ anerkannt wird und Mödling insgesamt Beachtung in der Fachwelt findet.

Entscheidende Kriterien für die Preisverleihung an Mödling waren „nachhaltige Ansätze in allen Gestaltungsbereichen einer Gemeinde: von Mobilität und Partizipation über Ortskernstärkung bis zu Strategien gegen Leerstand und Zersiedlung“ (www.landluft.at). Wesentliches Kriterium waren die Einbindung der Bevölkerung und die Beiziehung von Expert*innen (in Mödling in Form des Gestaltungsbeirats).

Eines der Vorzeigeprojekte war die Gestaltung des Fliegenspitzes, die Abwicklung der Planung für des Neusiedlerviertel, das Areal um die Hyrtlkirche mit dem Neubau am Gelände des früheren Rot-Kreuz-Lagers mit der endlich erreichten Durchquerung von der Wienerstraße zum Mödlingbach für Fußgänger- und Radfahrer*innen, aber auch die Sharrows auf der Radroute vom Bahnhof zur HTL waren Pluspunkte für die Jury.

Besonders stolz kann – denk ich – Rainer Praschak sein, der in den Jahren zwischen 2015 und 2020 als GRÜNER Stadtrat für Raumordnung massgeblich für die Projekte verantwortlich zeichnete, die nun Grundlage der Preisverleihung waren.

Ich persönlich glaube, dass wir auch als Mödlinger GRÜNE insgesamt stolz sein dürfen, denn wir haben während der Zeit unserer Regierungskoalition auf mehreren Ebenen die Stadt mit zukunfstsweisenden Planungen und professioneller Umsetzung vor den Vorhang geholt: der Baukuturpreis ist eine ganz besondere Auszeichnung, aber auch die 4 „e“s bei der erstmaligen Einreichung als energieeffiziente Gemeinde waren ein Zeichen für erfolgreiche Arbeit der GRÜNEN in ihrer Verantwortung in der Stadregierung.

Ein bisschen sonnen darf sich auch unser Bürgermeister für Auszeichnungen wie diese. Und er wird sicher keine Gelegenheit auslassen, die Leistungen der Stadt unter seiner Führung zu betonen. Soll er doch. Aber es wäre schön, wenn er dafür sorgen würde, dass auch in der jetzigen ÖVP-SPÖ-Koalition zukunftsweisende politische Strategien verfolgt werden. Die Ankündigung, einen errichteten Radweg beim Krankenhaus aus persönlichem Ärger über unzisziplinierte (?) Radfahrer*innen wieder rückbauen zu lassen, ist leider ein Indiz für ein anderes Verständnis von Politik…

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Radweg in der Klausen? brauch´ma net!

15.März 2021 in ärgerlich, konkret, traurig

Mödling ist eine Stadt mit einem hohen Anteil an Radfahrenden. Das ist gut so. Und dazu beigetragen hat wohl auch der Bau von Radfahranlagen während der vergangenen Jahre.

Nun spricht es sich langsam im ganzen Land herum, dass das Radfahren nicht nur gesund, sondern auch ein Hebel in der Klimapolitik ist, indem Fahrten mit (fossil angetriebenen) Fahrzeugen ersetzt werden können. Förderungen für Radwege gibt´s heute so viel wie noch nie. Und nicht zuletzt auch das Land NÖ setzt ganz offen auf das Radfahren als Mittel der Mobilitätswende: heute, am 15. März wurde die Strategie „Aktive Mobilität“ von LRat Schleritzko in St. Pölten vorgestellt.

Mödling aber geht andere Wege…

Im heurigen Jahr wird – endlich – die Brühlerstraße (B11) von der Ortsgrenze zur Hinterbrühl bis zur Kreuzung mit der Alten Brühlerstraße, also ungefähr bis zu den Kletterfelsen saniert.

Dabei bietet sich eine einmalige Gelegenheit, die Radverbindung entlang der B11 zu verbessern.

Aktuell läuft die Radverbindung als gemischter Geh-/Radweg von den Kletterfelsen 10% bergauf und dann wieder bergab bis zu der Trafik, wo der Weg wieder die B11 erreicht. Landschaftlich ist diese Route sehr nett, für den Alltagsverkehr aber nicht angenehm: sie ist ziemlich steil, man teilt sich als RadfahrerIn den Weg mit SpaziergängerInnen und kommt oft auch den Kletterern ins Gehege, wenn Personen zur Seilsicherung mitten am Weg stehen. Außerdem wird dieser Weg bei Schneelage nicht vorrangig geräumt.

Der bestehende Radweg ist grün, der mögliche rot.

Die Brühlerstraße ist in diesem Bereich aber mit 8,60m sehr breit und das Land reduziert seit einiger Zeit anlässlich von Sanierungen die Kernfahrbahnen ohnehin auf 6,60m. Den Platz könnte man also ohne weiteres für einen Radweg neben der Fahrbahn nutzen. Es ginge sich sogar ein kleiner Grünstreifen zur Abgrenzung gegenüber der Kernfahrbahn aus.

In der Handskizze sieht man die Varianten: offiziell geplant wird neben der Fahrbahn ein (neuer) Streifen mit – Parkplätzen (!)

Und weil gerade von Förderungen für den (Alltags-)Radverkehr die Rede war: der Bund würde die Errichtung dieses Radwegs mit 60% fördern!

Na, gut: das wird ja wohl keine Diskussion wert sein, die Gelegenheit zu nutzen! Falsch: der Bürgermeister will darüber nicht einmal reden!

Das macht wirklich wütend. Denn wie man aus der Skizze sehen kann, wird der Streifen für die Parkplätze am nördlichen Rand der B11 errichtet. Und das bedeutet, dass man diesen nicht in nächster Zukunft für einen Radweg nutzen könnte, denn der ist ja – wegen der Anschlüsse – nur am südlichen Rand sinnvoll.

Hier wird also eine gute Gelegenheit für die Verbesserung einer innerörtlichen Radrelation für die nächsten Jahrzehnte fahrlässig zerstört, denn eine Landesstraße B (vulgo Bundesstraße) wird nicht so schnell wieder umgebaut.

Die jetzige Stadtregierung der beiden Wahlverlierer ÖVP und SPÖ sieht sich in der Verkehrspolitik in den 60er-Jahren. Das sollt eigentlich nicht wahr sein dürfen!

Hier führt der Weg für Radfahrende zwischen der Stadt und der Vorderbrühl – wohl auch noch die nächsten 30 Jahre 🙁

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Petition zum Waldschutz

30.Januar 2021 in herausfordernd, interessant, konkret

Vor kurzem haben wir die Online-Petition zum Schutz des Wienerwalds abgeschlossen.

Grund für diese Initiative waren und sind umfangreiche Schlägerungen entlang von Wegen im Wald – auch, aber nicht nur im Wienerwald – die zum Teil aus (vermeintlichen) Haftungsgründen erfolgen: aus der Befürchtung von Waldbesitzern, im Falle von Unfällen durch etwa herabfallende Äste oder gar umstürzende Bäume zur Verantwortung (=Schadenersatz) herangezogen zu werden. Dieser Angst kann auf mehrfache Weise begegnet werden: durch – aufwändige – Begutachtung der Bäume, aber eben auch durch die „Entfernung“ des Risikos, also der Bäume. Letzteres hat mittlerweile einen Begriff: „Schutzschlägerung“.

Die Art und Weise, wie die Bäume gefäällt werden, ist ein weiteres Thema…

Wir meinen, dass hier dringend rechtliche Klärungen / Änderungen erfolgen müssen, um die Haftungsfrage eindeutig zu klären, sodass das Argument der Sicherheit auch nicht mehr als Ausrede herhalten kann.

Insgesamt 3.005 Menschen haben die Forderungen nach

  • Abschaffung der Haftung für waldtypische Gefahren und
  • einen stärkeren Waldschutz, insbesondere in Naherholungsgebieten!

unterschrieben.

Infos zum Thema unter
www.wir-fuer-den-wald.at

Am 19. Feber werden wir die Unterschriften dem Vertreter von BM.in Alma Zadic, Vizekanzler Werner Kogler im Justizministerium übergeben.

Von Beginn weg haben wir immer festgehalten, dass wir mit der Petition Menschen, die von dem irritiert sind, was sie im Wald sehen, die Möglichkeit geben wollen, ihrem Unmut Ausdruck zu geben.
Aber es ist für uns ganz wichtig, festzuhalten, dass zu dem Thema der „Schutzschlägerungen“ viele Organisationen und Einrichtungen seit Jahren arbeiten und es seit einiger Zeit einen konstruktiven Dialog gibt, an dem auch das Justizministerium, aber auch die Umweltanwälte von Wien und NÖ, die Umweltabteilung der Stadt Wien (MA22), die Nationalparkverwaltung, die Direktion des Biosphärenparks Wienerwald und viele andere eingebunden sind. Wir wollen den Prozess mit unserer Petition unterstützen.

Wir sind aber von den übrigen „StakeholderInnen“ am Thema schon wahrgenommen worden und wurden und werden zu Gesprächen und Konferenzen eingeladen. So waren wir im Oktober 2020 zu Gast bei Alma Zadic im Ministerium, wo wir mit hohen BeamtInnen des Hauses über die Thematik diskutierten. Und seither werden wir zu weiteren wichtigen Meetings eingeladen. Anfang Feber haben wir auch einen Termin im Landwirtschaftsministerium (beide Ressorts, Justiz und Landwirtschaft, sind ja Adressaten unserer Petition).

Am 22. Oktober bei Frau BM.in Alma Zadic

Wir haben nun Gelegenheit, mit den in der Frage wichtigen EntscheidungsträgerInnen zu diskutieren, lernen viel über die Herausforderungen der Forstwirtschaft, können aber selbst auch den Standpunkt der WaldnutzerInnen einbringen, die uns nach wie vor ihre Eindrücke im Wald mitteilen. (Bitte um Beobachtungen und Fotos unter info@wir-fuer-den-wald.at).

So, wie es aussieht, bewegt sich einiges in eine richtige Richtung, sowohl auf der legistischen, als auch auf der informellen Ebene.

Leider dauert das Bohren dicker Bretter lange…

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Neue Jubiläumswarte am Anninger: ein Glücksspiel?

30.November 2020 in heikel, konkret

Die Kaiser-Jubiläums-Warte am Eschenkogel, unweit des Anninger-Schutzhauses am Gemeindegebiet von Gaaden wurde am 3. Juli 1898 eröffnet. Sie war nicht der erste Aussichtsturm an diesem Platz: schon 20 Jahre davor war eine Sofienwarte errichtet worden.

Zum 50. Jubiläum der Regentschaft des Kaiser wurde die neue Stahlkonstruktion mit 15m Höhe und 78 Stufen im Auftrag des Vereins der Naturfreunde in Mödling von 1877 erbaut.

Der Rundblick ist eindrucksvoll: (fast) ganz Wien, große Teile des Wienerwalds und im Süden Hohe Wand und Schneeberg liegen dem Besucher / der Besucherin zu Füßen. Entsprechend stark oft wurde die Warte „bestiegen“. Während der 120 Jahre hin und wieder saniert, musste sie allerdings im Sommer 2019 wegen schwerer Rostschäden gesperrt werden.

Von einer Sanierung wurde von StatikerInnen abgeraten. Frage also Neubau oder Abriss ohne Ersatz.

An Kosten für einen Neubau werden zwischen €200.000,- und €400.000,- angenommen. Stellte sich die Frage, wer diesen Betrag aufbringen sollte.

Die Gerüchte gab es schon länger, aber vor kurzem wurde es offiziell verkündet: Johann Graf, seines Zeichens Gründer von NOVOMATIC wird die Kosten übernehmen („aus seinem Privatvermögen“).

Das wird wohl nach allem Ärger für seine Firma im Umfeld der Arbeit des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses ein bissl Imagekorrektur bringen. Vielleicht geht die Erwartung des großzügigen Sponsors in diese Richtung. Vielleicht sollten wir aber auch aufpassen, ob in Zukunft im Anninger Schutzhaus oder in der Krausten Linde Spielautomaten aufgestellt werden. Oder gibt´s noch andere Kompensationsmöglichkeiten? Zumindest einen neuen Namen für die Warte?

„Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“ heisst es.

Ich hätte es für besser gehalten, wenn man seitens des Vereins ein öffentliches Crowd-Funding versucht hätte. Gerade die herausragende Lage und damit die Bekanntheit der Warte wäre eine gute Grundlage gewesen, Bausteine breit anzubieten. Es wäre so ein Projekt der Anninger-BesucherInnen geworden.

Aber, natürlich: einfacher ist es so.

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Ähnlichkeit(en)

18.November 2020 in konkret, persönlich

Ich geb zu, ich fühl´ mich als Wiener.

Auch als ein in Gmunden geborener und in Mödling seit gefühlten Ewigkeiten – auch – politisch Wirkender.

Für mich ist Wien nicht an der Stadtgrenze zu Ende; Wien „wirkt“ weit über die Grenzen der Stadt. Als Arbeitsplatz, mit dem kulturellen Angebot, mit der Sprache. In Wien kenn ich mich aus…

Wenn ich spitzfindig wäre, würd ich also sagen, dass ich ein wiener Mödlinger bin. Oder umgekehrt.

Aber nicht nur die persönliche Affinität lässt mich die politische Entwicklung in Wien besonders genau beobachten.

Nur zur Beruhigung: ich versteig mich jetzt nicht in unpassende Vergleiche. Und mir ist das letzte Wahlergebnis in meiner Stadt nicht zu Kopf gestiegen. Aber tatsächlich gibt es Parallelen in der politischen Entwicklung der letzten Jahre zwischen Wien und Mödling. Besonders, was die GRÜNEN betrifft.

2010 hatten wir in Mödling Gemeinderatswahlen, bei denen wir – wieder – zugelegt hatten: 17,9% brachten uns 8 Mandate. Und schon im Vorfeld hat sich eine mögliche – erste – Regierungsbeteiligung abgezeichnet.
Bei unseren ersten Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP haben wir eine Wienerin gebeten, als stumme Beobachterin ins Verhandlungsteam mitzugehen: Silvia Nossek. Sie war zu dem Zeitpunkt Unternehmens- und Politberaterin in Wien, zudem Bezirksrätin im 18. Bezirk und Obfrau der GRÜNEN Bildungswerkstatt Wien (GBW) und hatte uns schon durch einige interne Klausuren begleitet.
Die Verhandlungen führten zur ersten lokalen Regierungsbeteiligung der GRÜNEN in Mödling.

Ein halbes Jahr später fanden Wahlen in Wien statt. Die GRÜNEN gewannen und erreichten 12,6%. Und auch hier gab es im Vorfeld viele Anzeichen für ein erstmaliges Zusammengehen der bisherigen Bürgermeister-Partei (hier: die SPÖ) mit den GRÜNEN. Tatsächlich kam es zu Verhandlungen über die Bildung eine Koalition in der Stadt. Als Obfrau der GBW war Silvia Nossek Teil des Verhandlungsteams. Sie hat mir danach ein paar Mal gesagt, wie wichtig ihr die Erfahrung bei den Verhandlungen in Mödling für die Gespräche in Wien war. Damals waren GRÜNE noch ganz selten in lokalen Koalitionen vertreten und es gab nur wenige Bespiele, aus denen man lernen konnte. (Ich hatte mir 2010 Ezzes bei den Bregenzer GRÜNEN geholt).

Sowohl in Wien als auch in Mödling waren GRÜNE nun Vize-Bürgermeister(in) und auch Verkehrsstadtrat/rätin. Nicht sehr oft, aber ein paar Mal hab ich mich mit Mary Vassilakou getroffen – nicht nur in Wien, sondern auch in Mödling. (Die Aufgabenstellungen sind tatsächlich zu unterschiedlich, als dass man realistisch von einander viel lernen kann.)

Im Herbst 2010 im Rathaus in Wien
Auf der Bühne beim Autofreien Tag 2011

2015 waren wieder Wahlen – in Mödling und in Wien.

Auch da muss ich – für uns MödlingerInnen erfreulicherweise – feststellen, dass wir mit 23,8% besser abgeschnitten haben, als unsere Wiener FreundInnen (die verloren leicht auf 11,8%). Aber wieder gab es für uns beide eine Regierungsbeteiligung.

Übrigens wurde Silvia Nossek 2015 Bezirksvorsteherin im 18. Bezirk.

Anders als in der Bezirkshauptstadt im Süden gab es aber während der Gemeinderatsperiode in Wien einen personellen Wechsel: 2019 folgte Birgit Hebein Mary Vassilakou als Parteichefin, als Vizebürgermeisterin und als Stadträtin.

Besuch im Rathaus im September 2019 (mit einem Gemüse-Korb der ARGE Chance…)

Und erst zuletzt, also 2020, wieder Gemeinderatswahlen. Wieder war Mödling – im Jänner – früher dran. Und wieder haben wir GRÜNE dazu gewonnen: unser – bisher bestes – Ergebnis ist 26,53%. Die ÖVP als unser Koalitionspartner hingegen hat deutlich verloren.

Im Oktober hat dann Wien gewählt. Und auch unsere GRÜNEN Freunde konnten dazu gewinnen: 14,8% ist ihr neuer Rekordwert.

Wie es nach den Wahlen gelaufen ist, war wieder sehr ähnlich:
Die ÖVP als Verliererin der Wahl in Mödling hat einen billigeren Partner für die Zusammenarbeit in der Stadt gesucht und ihn in der SPÖ (ebenso eine Verliererin) gefunden. Wir GRÜNE standen als Wahlsieger und mit nun 4 StadträtInnen trotzdem vor der Herausforderung, uns auf eine Zeit in Opposition vorzubereiten.

Was die handelnden Personen betrifft, so hab´ ich mich nach der Entwicklung in meiner Stadt nicht mehr um eine Stadtrats-Funktion beworben und bin Mitte des Jahres auch aus dem Gemeinderat zurück getreten. Bei mir war es schon auch eine Altersfrage: die Änderung in den Rahmenbedingungen sollte auch eine gute Gelegenheit für einen Generationswechsel sein. Aber es ist sicher auch schwer, nach vielen Jahren in Verantwortung für die Stadt wieder auf der „harten“ Oppositionsbank Platz zu nehmen. (Ich kenne nicht viele, die diesen Schritt souverän geschafft haben.) Sprecher der GRÜNEN Mödling bin ich weiter und versuche mich im Know-How-Transfer…

Unseren Wiener FreundInnen ging es nach der Wahl nicht viel besser. Auch in der Bundeshauptstadt gab es billigere „Angebote“ auf der politischen Bühne. So kommt´s, wenn man Wahlen gewinnt: man wird „teurer“ auf der politischen Bühne und eine gefährliche Konkurrenz.
Auch die Wiener GRÜNEN müssen nun ihren politischen Auftritt ändern: vom Regieren zur Opposition.

Weshalb ich heute – am 18. November – diese Zeilen schreibe, hat den Grund, dass Birgit Hebein sich heute entschieden hat, ihr Mandat im Wiener Gemeinderat nieder zu legen. (Die Gründe und die Begleiterscheinungen sind sicher ein bisschen anders, als bei uns in Mödling, aber dennoch…)

Ich wünsche Birgit, der Wahlsiegerin in Wien, viel Glück, Erfolg und Freude bei einer neuen Herausforderung.

Verantwortung in einer Stadt zu tragen, ist eine große Aufgabe, verlangt viel Einsatz und Konzentration, in seinem Lebensumfeld (mit-)gestalten zu können, ist aber auch ein riesiges Geschenk. Ich glaub, wir werden Deine (und Mary´s) Zeit als Vize und Eure Präsenz und Eure Projekte in Wien noch lange und stolz in Erinnerung behalten.

Wir GRÜNEN werden auch in anderen personellen Besetzungen unseren Beitrag an der Entwicklung des Landes und unserer Städte leisten.

Denn: die Zukunft ist GRÜN!

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Verschwörung?

2.Oktober 2020 in herausfordernd, konkret

Schön langsam beginnt man sich Sorgen zu machen. Nicht nur wegen des Corona-Virus selbst. Aber da sorgt man sich ja schon seit Monaten. (Die Pandemie läuft erst seit gut 6 Monaten! Ich hab das Gefühl, das geht schon länger).

Meine Sorge ist eine politische: nicht nur Kritik und Skepsis wachsen, sondern auch ganz krude Sichten auf die Welt. Oft scheint da etwas an der Oberfläche der öffentlichen Wahrnehmung aufzutauchen, das es wahrscheinlich auch bisher schon gab, das aber jetzt einen willigen Anknüpfungspunkt fand. Diese zum Teil skurrilen Einstellungen und Meinungen lassen dann auch meist relativ schnell deutliche Nähe zu Versatzstücken (rechts-)extremer Denkmuster erkennen.

Mehr oder minder verschleiert taucht da wieder die (jüdische) Weltverschwörung auf: ob als George Soros oder Bill Gates personifiziert oder einfach als „das Finanzkapital“.

Natürlich gibt es Sorgen und sie sind mehr als nur berechtigt. Sorgen um die eigene und die Gesundheit von Familienmitgliedern und Freunden. Sorgen um die wirtschaftlichen Auswirkungen, um die Arbeitsplätze – oft auch um den eigenen.

Natürlich gibt es neben den Sorgen Verwirrung und Unsicherheit. Es gibt zig Meinungen zu Ursache, Verbreitung, Schwere der Krankheit und Strategien im Kampf gegen die Pandemie. Im Zeitalter der „sozialen“ Medien verschafft sich zudem jedeR ungehindert und fast unbeschränkt Gehör. Aber auch die ExpertInnen selbst lassen selbst für Laien eine Bandbreite an Einschätzungen deutlich erkennen.

Und da ist dann noch die Politik, die sich in medizinische Fragen einbringt und oft genug Entscheidungen auch aus dem Blickwinkel der Parteitaktik trifft und kommuniziert (unser BK ist unrühmlich mit dabei). Und letztlich zeigen sich unterschiedliche Sichten in den  Debatten zwischen Parteien und Verbänden. Letztlich gibt es sogar PolitikerInnen, die die Pandemie überhaupt in Frage stellen.

Ein Appell an „faktenorientiertes Herangehen“ ist leicht dahingesagt. Denn auch schon die Zahlen selbst lassen unterschiedliche Interpretationen zu.

Wahrscheinlich gab es noch nie in der Geschichte der Menschheit eine weltweit und unmittelbar wahrgenommene Herausforderung, wie die Corona-Pandemie. (Der Klimawandel muss vielfach erst in dieser Dichte als Problem bei den Menschen ankommen. Man sieht die Auswirkungen des Klimawandels – besonders, wenn man nicht genau hinsieht – nicht so unmittelbar, wie diese Krankheit).

Ich glaube, es bleibt gar nichts anderes übrig, als zu versuchen, das eigene Denken und die persönliche Verantwortung wieder in den Vordergrund zu stellen und zu versuchen, sich an die „basics“ zu halten.

COVID-19 ist eine – offenbar neue – Krankheit, die sich global rasend schnell ausgebreitet hat; die offenbar ziemlich ansteckend ist; die unterschiedliche Auswirkungen bei Menschen hat; die im Vergleich mit anderen Angriffen auf die Gesundheit insgesamt nicht wahnsinnig viele, aber doch beträchtliche und regional stark unterschiedliche Zahlen von Opfern fordert.

WissenschaftlerInnen weltweit untersuchen COVID-19, aber sie lernen erst. Man kennt mittlerweile viele Details, aber bei weitem noch nicht genug.

Ich finde das insgesamt nicht unlogisch: es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir nicht kennen. Das ist in Zeiten vermeintlicher technischer Allmacht etwas Neues – aber, wenn man nachdenkt, nicht wirklich überraschend.

Auch nicht überraschend sollte sein, dass nicht alle Menschen gleich sind, nicht gleich vulnerabel (ein Wort, das wir jetzt gelernt haben), nicht gleich widerstandsfähig.

Offenbar gibt es auch regionale Unterschiede: OK, in Österreich ist die Sterblichkeit nicht riesig und mag mit einer Grippewelle vergleichbar. Man weiß aber nicht, woran das „Glück Östrreichs“ liegt (an der Regierung sicher nicht). Weshalb es Unterschiede zu Südamerika gibt, mag bei oberflächlicher Betrachtung der Gesundheitssystems plausibel sein. Aber weshalb es auch dort große Unterschiede gibt…? Und weshalb ausgerechnet in Afrika die Pandemie nicht so stark wirksam wird…? Für die ersten Peaks in Italien gibt es schlüssig scheinende Vermutungen. Aber kann man diese Erkenntnisse umlegen…?

Wir erwarten für jedes Problem genau eine Lösung, und zwar sofort. Aber, leider: die gibt´s nicht (immer).

Dass alle Mediziner- und VirologInnen der Welt nicht sofort eine stimmige Antwort auf eine neue Krankheit parat haben, ist zwar nicht beruhigend, aber fast schon menschlich…

Also wird weltweit mit mehr oder weniger gutem Willen versucht, Strategien zu finden, diese Herausforderung zu meistern.

Was mir persönlich ganz wichtig ist: gerade, wenn man keine gesicherten Kenntnisse über (hier:) eine Krankheit hat, ist es verantwortungsvoll, möglichst vorsichtig zu agieren. Und genau das befolgen die meisten halbwegs verantwortungsvollen Regierungen. Oder sie versuchen es wenigstens.

Es ist schon interessant, dass alle die Diktatoren, Autokraten und auch merkwürdige politische Gestalten Corona heruntergespielt haben (und es zT immer noch tun). Besonders rechte Politiker gefallen sich, Corona klein zu reden.

Nein! Ich finde es schon in Ordnung, Vorsicht walten zu lassen. Jetzt können wir darüber reden, inwieweit man als verantwortlicher Politiker Angst machen soll: da gibt es sicher Spielraum. Aber eine gesundheitliche Bedrohung ernst zu nehmen, sollte für demokratische politische Verantwortungsträger selbstverständlich sein.

Es geht da ja oft um die Abwägung der gesundheitlichen gegen wirtschaftliche Risiken. Insbesonders rechte PolitikerInnen halten das ökonomische Primat hoch (Beispiele? Bolsonaro, Johnson, Salvini, Babiš und – natürlich – D.T.). Ich glaube, dass es kein Zufall ist, wenn gerade die im Corona-Ranking am meisten betroffenen Länder von „populistischen“ Parteien und/oder Politikern regiert werden. OK: Ausnahmen bestätigen die Regel (Spanien, Frankreich). Vielleicht ist meine Sicht eh schon zu spekulativ, aber ich sehe keineN linkeN oder demokratisch bürgerlicheN PolitikerIn auf der Erde, der Corona als „kleine Grippe“ bezeichnet hätte.

Bei den Maßnahmen wird gehudelt – und gepfuscht. In Österreich sehen wir das deutlich, aber vielleicht ist es anderswo auch nicht besser (wir erwarten sowas halt von der heimischen Verwaltung?); und zwar sowohl auf der „technischen“ als auch auf der legistischen Ebene. Da hätte man sich das eine oder andere ersparen können.

Aber – um ehrlich zu sein: es gab keine Probeläufe für eine Entwicklung wie die aktuelle. Und an allen wichtigen Stellen sitzen Menschen. Jetzt hoffen wir einmal, dass alle das beste wollen. Aber auch dann passieren wohl zwangsläufig Fehler oder Mängel. (Dass immer noch Menschen tagelang auf einen Test warten müssen und dass auch das Contact Tracing nur eingeschränkt funktioniert, ist aber schon zum Schämen!).

Der Lockdown im Frühjahr war im Lichte der Entwicklung wohl richtig. Und noch einmal: hier wurde das Primat der Wirtschaft, normalerweise das Goldene Kalb der Politik, über Bord geworfen zu Gunsten des Schutzes der Bevölkerung vor einer unbekannten gesundheitlichen Bedrohung. Ich glaube, jedeR kann froh sein, in dieser Zeit nicht verantwortlich gewesen zu sein.

Ob das auch mit weniger invasiven Mitteln möglich gewesen wäre? Das wird vielleicht im Nachhinein klar werden, hilft aber jetzt nicht.

Die Beschränkungen, die uns jetzt auferlegt werden: Masken, Abstand, keine Rudelveranstaltungen, Registrierung in der Gastro. Ist das wirklich eine Bedrohung unserer Freiheit? (Angeblich gibt es auch immer noch Gegner der Sicherheitsgurten, die diese als unberechtigte persönliche Einschränkung und Willkür der Behörden sehen).

Also ich fühle mich in meiner persönlichen Freiheit nicht beeinträchtigt, wenn ich im Restaurant meinen Namen in ein Formular schreiben soll. Um es deutlich zu sagen: es ist ein Akt der gesellschaftlichen Solidarität, eine Maske zu tragen – und Leute nicht anzuhusten. Was soll daran schlimm sein???

Hinter all diesen Maßnahmen finstere Mächte zu vermuten, dazu gehört ein hohes Ausmaß an Paranoia! Bewusste Lügen? Absichtliches Verschweigen? Das alles akkordiert auf der ganzen Welt? Wem soll das nutzen? (OK, ich hab´s vergessen: den Juden. Dass Israel jetzt zu den am meisten betroffenen Ländern zählt, hat sicher auch irgend eine Logik…).

Ich habe Angst, dass die Verunsicherung von rechten PolitikerInnen bewusst geschürt wird mit dem Ziel, die Integrität demokratischer Institutionen zu untergraben. Rechte Politik hatte noch nie irgendwelche Rezepte und Strategien, den Menschen aus einer Problemsituation zu helfen: es geht ihnen immer nur um Destabilisierung, um an die Macht zu kommen. Dann werden aber mitnichten die Probleme gelöst, sondern wird die Macht ausgebaut und abgesichert. Die Menschen werden mit skurrilen Verschwörungstheorien abgespeist und der Blick auf irgendwelche Feinde gerichtet. Das sollten gerade wir in Österreich gut kennen.

Das ist es, was mir im Moment die meisten Sorgen macht.

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